Teils chaotische Verhältnisse

Tief ROXANA mit Glätte und Sturm

Sturmtief ROXANA wütete in weiten Teilen Deutschlands zum Ende des Wochenendes. Polizei und Feuerwehr waren zum Teil im Dauereinsatz. Neben überfrierender Nässe, Regen und Schnee machte den Autofahrern vor allem der Wind zu schaffen.

Schneesturm im Erzgebirge

 ID 526 Sturm Roxana wirbelt auch Sonntagabend noch durch das Erzgebirge. Einige Feuerwehren mussten zu sturmbedingten Einsätzen ausrücken. So auch die Feuerwehr Geyer und Ehrenfriedersdorf. In Geyer auf der Ehrenfriedersdorfer Straße riss eine Böe T
In Geyer wehte Sturmtief ROXANA Teile eines Häuserdachs auf die Straße.

Das Sturmtief ROXANA wirbelte auch Sonntagabend auch durch das Erzgebirge. Die Feuerwehr Geyer und Ehrenfriedersdorf rückten zu einem Einsatz aus, wo eine Windböe ein in Geyer Dach beschädigt hatte und Teile davon auf die Straße gefegt hatte. Mit einer Drehleiter war es den Rettungskräften möglich weitere lose Teile des Daches zu entfernen.

Auf dem Fichtelberg wehten teilweise Orkanböen. Zusammen mit dem dort fallenden Schnee wurden einige Autofahrer am Vorwärtskommen gehindert. Zum Teil mussten bei dem Schneesturm Schneeketten aufgezogen werden. Trotzdem verhinderten Schneeverwehungen eine freie Sicht.

Glätteunfälle in Norddeutschland

04.12.2020, Sachsen, Leipzig: Autos fahren über eine überfrorene Straße im Leipziger Westen. Gefrierender Regen hat in Teilen der Stadt für glatte Straßen und Fußwege gesorgt. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Gefrierende Nässe sorgt für Glätte: In Schleswig-Holstein führte dies zu einigen Unfällen.

Überfrierende Nässe hat in Schleswig-Holstein für einige Unfälle gesorgt. Am Sonntagabend habe es auf den Autobahnen 7 und 23 fünf bis zehn Glätteunfälle gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei-Leitstelle West in Elmshorn am Montag. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, es blieb bei Blechschäden.

Am frühen Montagmorgen sorgte die Witterung dann im Kreis Segeberg für zwei Vollsperrungen auf der B205 bei Rickling und auf der B206 bei Wittenborn. „Aufgrund der glatten Straßen kommen die Lkws dort nicht mehr die Berge hoch“, sagte der Polizeisprecher. Ein 40-Tonner habe sich zudem auf der Fahrbahn quer gestellt. Auch hier gab es keine Verletzten. Die Bergung und die Straßensperrung werden jedoch noch weiter bis in den Morgen andauern, teilte die Polizei mit.

Überschwemmung verhindert

 ID 516 Kaum ist das Orkantief Nadia abgezogen, folgt das nächste Schlechtwettertief. Tief Odette zog am Vormittag einmal über Deutschland hinweg und verursachte viele Probleme. In nur zwei Stunden fielen ca. 7 cm Neuschnee. Zu viel für den Verkehr.
Schneetreiben behinderte in einigen Teilen Deutschlands den Verkehr.

Aufgrund von Starkregen ist es in der Gemeinde Schiffdorf (Landkreis Cuxhaven) am Sonntag zu Überschwemmungen und zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr gekommen. Zunächst hatten Einwohner die Einsatzkräfte wegen einer Wasseransammlung auf einer Weide gerufen, wie die Feuerwehr mitteilte. Demnach drohte das Wasser in angrenzende Häuser zu fließen. Mithilfe von zwei Pumpen konnte den Angaben zufolge eine Überschwemmung verhindert werden. Nach etwa sechs Stunden war der Einsatz beendet.

Wegen einer Überschwemmung auf dem Gelände eines Einfamilienhauses wurde gegen 13 Uhr die Ortsfeuerwehr Wehdel alarmiert, hieß es weiter. Mithilfe eines Güllefasses eines Landwirtes konnte hier Wasser abgepumpt und die Ausbreitung auf das Wohnhaus verhindert werden. Unweit dieses Einsatzes musste die Ortsfeuerwehr Geestenseth anrücken und das Wasser auf einer überfluteten Straße abpumpen.

Am frühen Nachmittag kam es außerdem zu einer Überflutung eines Privathauses. Parallel dazu waren weitere Löschtruppen aufgrund der massiv überfluteten Kreisstraße 61 im Einsatz, die im Anschluss voll gesperrt werden musste. Am frühen Abend waren alle Einsätze abgearbeitet. Verletzte gab es nicht.

Schwierige Straßenverhältnisse im Westen

Während es im Norden meist Glätte war, die zu Einsätzen der von Polizei und Feuerwehr führten, waren es im Westen meist die Sturmböen. Für die Polizei Düren waren das am Sonntag 24 Einsätze, die mit Wind und Wetter in Zusammenhang standen. In vielen Fällen zeichnete das regnerische und windige Wetter für Gegenstände auf verschiedenen Fahrbahnen verantwortlich. So wurden beispielsweise Pkw-Anhänger, Baumaterial, Beschilderungen und in den meisten Fällen Bauzäune durch den oft stürmischen Wind umgeweht. Auch Verkehrszeichen ragten vereinzelt plötzlich in die Fahrbahn. Umgestürzte Bäume oder Äste auf der Fahrbahn mussten in einigen Ortsteilen von der Feuerwehr beseitigt werden. In zwei Fällen kam es zu Verkehrsunfällen. In Düren-Birkesdorf in der Nordstraße wurden einem Pkw-Fahrer gegen 20.40 Uhr zwei Verkehrsbaken durch starken Wind gegen den Pkw geschlagen.

Am Sonntag gegen 18.15 Uhr erwischte ein umstürzender Baum an der Bundesstraße 399 nahe der Ortslage Großhau einen Pkw und zerschlug mit seinen Ästen die Windschutz- und Heckscheibe. Der Fahrer, ein 47-jähriger Mann aus Gey, erlitt glücklicherweise nur leichte Verletzungen durch die Glassplitter und musste nicht ins Krankenhaus. In der Nacht zum Montag beruhigte sich die Wetterlage, jedoch entstanden ab 4 Uhr aufgrund überfrierender Nässe und Schneefall in den Höhenlagen (Hürtgenwald-Raffelsbrand) teils schwierige Straßenverhältnisse. Durch einen querstehenden Lkw-Zug konnte die B 399 in Fahrrichtung Simmerath, Jägerhaus nicht freigeräumt und gestreut werden.

Wetter aktuell

Spitzenböen durch ROXANA - Sturm bis Orkan

Hier eine Auswahl der höchsten Windböen:

  • Nebelhorn (Bayern) 148 km/h
  • Feldberg/Schwarzwald (Baden-Württemberg) 145 km/h
  • Brocken (Sachsen-Anhalt) 139 km/h
  • Hornisgrinde (Baden-Württemberg) 133 km/h

Abseits der Berge:

  • Hopferau/Allgäu (Bayern) 113 km/h
  • Chemnitz (Sachsen) 107 km/h
  • Ladenburg (Baden-Württemberg) 107 km/h
  • Eppendorf (Sachsen) 103 km/h

Absperrungen wegen Überflutungsgefahr

Das Sturmtief ROXANA hat am Sonntag auch im Kreis Warendorf für ergiebige Regenfälle und starken Wind gesorgt. Von größeren Schäden blieben die Bürger im Kreis jedoch verschont. Die Polizei erhielt lediglich zehn Meldungen. Überwiegend handelte es sich dabei um umgewehte Zäune oder umherfliegende Gegenstände. Diese Gefahrenstellen waren schnell beseitigt. In Telgte- Westbevern warf der Wind gegen 10:45 Uhr einen Anhänger hinter einem Pkw um. Bei dem Unfall entstand ein Sachschaden von ca. 5.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

In Warendorf sperrte das Ordnungsamt den Parkplatz Lohwall wegen Überflutungsgefahr. Sieben Pkw, die dort im Gefahrenbereich standen und deren Halter nicht erreicht werden konnten, wurden abgeschleppt. In Ahlen hielt die Baustellenampel auf der Hammer Straße am Sonntagnachmittag den Windböen nicht stand und lag quer auf der Fahrbahn. Kurzfristig standen auch Bahnunterführungen unter Wasser.

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(dpa/kfb)