Schwere Hagelunwetter drohen

Ordentlich Energie in der Atmosphäre - gefährliche Lage am Mittelmeer

von Björn Alexander und Oliver Scheel

Im Mittelmeerraum spitzt sich die Wetterlage derzeit zu – es kann extrem brenzlig werden. Warum? Weil das Meer weiterhin sehr warm ist und damit eine ideale Zutat für veritable Unwetter bietet. In den kommenden Tagen wird kaum eine Mittelmeerregion verschont. Es bestehen derzeit Unwettergefahr in den vielen Anrainerstaaten. Mindestens bis Samstag müssen die Urlauber aufpassen.

Aktuelle Unwetterkarte für Frankreich: Hier ist es gerade besonders gefährlich

Hot-Spots der Ferienorte am Mittelmeer von Unwettern bedroht

18.08.2022, Frankreich, Coggia: Camper packen die Reste ihrer zerstörten Zelte und anderen Gegenstände auf dem Campingplatz Sagone ein, wo ein Baum während der Stürme auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika auf einen Bungalow gestürzt ist. Bei
So sah es vor 14 Tagen auf Korsika aus, nachdem Tief DIANA über die Insel gefegt war.

In den Bade-Paradiesen von Mallorca, an der Cote d’Azur und an der Adria herrscht momentan vielerorts Hochbetrieb. Doch das warme Meer birgt eine Gefahr: Das warme Wasser begünstigt die Entwicklung heftiger Stürme und Unwetter. Erst kürzlich starben mehr als ein Dutzend Menschen durch das Monster-Tief DIANA – allein acht Menschen kamen auf Korsika ums Leben.

Nun warnen Wetterfachleute im Mittelmeerraum in teilweise schwül-warmer bis -heißer Luft vor weiteren schweren Stürmen. Besonders betroffen sind zwei Teilgebiete: Zum einen der Nordwesten Spaniens, Südfrankreich, die Balearen mit Mallorca, Korsika und Norditalien.

Ein zweiter Komplex bildet sich über Griechenland und Albanien und das dortige Hinterland bis hinein nach Bulgarien. Es besteht Unwettergefahr durch kräftigen Regen und Gewitter. Mindestens bis Samstag sind die Unwetter möglich, an der Adria auch noch am Sonntag.

Welche Gefahren drohen?

Vorhersage: Unwetter und Gewitter über Europa am 03. September 2022
Die Unwetterlage zeigt sich auch zum Start ins Wochenende zum Teil angespannt

Es muss mit heftigen Gewittern mit großen Regenmengen gerechnet werden. Dabei besteht die Gefahr von Erdrutschen in den angrenzenden Bergen. Auch großer Hagel sowie Sturmböen sind möglich. Tornados und Wasserhosen sind zwar nicht auszuschließen, spielen aber bei dieser Unwetterlage nicht die Hauptrolle.

Warum aber ist die Wetterlage am Mittelmeerraum so brisant?

Dazu unser wetter.de-Meteorologe Björn Alexander: „Der Hitzesommer hat dafür gesorgt, dass das Mittelmeer rund drei bis fünf Grad wärmer ist als normal. Im Hinblick auf den Spätsommer und den Frühherbst gibt es dadurch deutlich mehr potenzielle Energie für mögliche Unwetter und Stürme.

Insbesondere dann, wenn Tiefdruckgebiete aus Norden mit kälterer Luft ihren Weg bis runter ans Mittelmeer finden. Es ist somit tatsächlich ein schlechtes Omen für mögliche Sturmformen wie beispielsweise die sogenannten Medicanes. Also organisierte Sturmsysteme, die ähnliche Eigenschaften haben wie ein Hurrikan und sich eben im mediterranen Bereich bewegen.“

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(osc)