Ein Mann gestorben

Heftige Gewitter im Allgäu und am Bodensee - Unterführung unter Wasser

von Oliver Scheel und Paul Heger

Ein Tief über dem Norden Italiens bringt dem Süden Deutschlands derzeit jede Menge Regen. In der Nacht auf Freitag hat es vor allem im Alpenraum, aber auch zwischen Schwarzwald und Bodensee ordentlich geknallt. Innerhalb kurzer Zeit fielen große Mengen an Regen, die Keller, Garagen und Straßen fluteten. Ein Tunnel musste gesperrt werden, weil er meterhoch unter Wasser stand. Ein Mann kam dort ums Leben.

Tunnel stand bis zu 5 Meter tief unter Wasser

Aus dem mit Wasser vollgelaufenen Tunnel an der Bundesstraße 23 bei Saulgrub haben Rettungskräfte einen toten Mann aus einem Kleinlastwagen geborgen, wie die deutsche Presseagentur dpa berichtet. Neben dem Kleinlaster seien noch zwei weitere Autos vom Regenwasser umschlossen worden.

Zuerst hieß es, es sollten Taucher zum Einsatz kommen, um in dem Tunnel nach Menschen und Fahrzeugen zu suchen. Der Tunnel stand wohl zeitweise acht Meter tief unter Wasser. Der Hagel verhinderte, dass das Wasser schneller ablaufen konnte – er verstopfte sozusagen die Kanalisation. Nun ist das Wasser aber wenigstens teilweise abgelaufen.

Gemüseernte schon zerhagelt

Hagel im Allgäu
Hagel im Allgäu. Für viele Blumen- und Gemüsebeete das Ende.

Die starken Regenfälle waren in und um Saulgrub, Bad Kohlgrub und Bad Bayersoien niedergegangen. Den Angaben zufolge wurden Feuerwehren zu mehr als 50 Einsätzen alarmiert. Allerdings waren die Gewitter sehr punktuell. Wenige Kilometer entfernt wurden keine Schäden gemeldet.

Besonders heftig wüteten die Unwetter auch im Westallgäu. In Gerholz trat die Untere Argen über die Ufer. Außerdem hagelte es auch. So wurde es rund um Weitnau noch einmal weiß. Welche Folgen das für Obstbäume hat, ist noch unklar. Für viele Blumen und Gemüse war der Hagel zu stark.

Wetter.de-Meteorologe Heger warnt weiter vor Unwettern mit Hagel

Und es ist noch nicht vorbei, wie wetter.de-Meteorologe Paul Heger einordnet: „Die erste sommerlich anmutende Gewitterlage hat dem Süden Deutschlands die ersten Unwetter mit Hagel, Starkregen und Überflutungen gebracht. Auch am Freitag kann es weitere kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial geben. Der Schwerpunkt verlagert sich etwas weiter in Richtung östlicher Alpenrand. Die Regensummen werden wohl ein wenig geringer ausfallen, in Spitzen etwa um 30 oder 40 Liter.

Eine leichte Entwarnung also, aber es ist weiterhin mit punktuellen Unwettern zu rechnen. Dazu Heger: „In Verbindung mit Hagel, der Abflüsse verstopft, kann es erneut zu kleinräumigen Überflutungen kommen. Im Laufe der Nacht zu Samstag entspannt sich die Lage. Die Schauer und einzelnen Gewitter am Wochenende fallen schwächer aus und ab Montag ist es dann oft trocken.“

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(osc/phe)