Diese Regionen sind betroffen

Brisante Entwicklung: Vb-Wetterlage macht enorme Regensumme möglich

von Björn Alexander & Patrick Panke

Die Entwicklung spitzt sich in den nächsten Tagen deutlich zu. Denn von Norditalien aus droht ein Tiefdruckgebiet, das teils enorme Wassermassen bringen könnte. Selbst Summen bis 200 Liter pro Quadratmeter sind denkbar.
Oben im Video: Hier liegen die Schwerpunkte des Stark- und Dauerregens

Die Ausgangslage: Erst Orinoco, dann kommt das Italientief

Wetterlage Europa und Deutschland am Mittwoch, 29. Mai 2024
Tief Orinoco vermiest uns den Mittwoch

Tief Orinoco liegt zur Wochenmitte erst über der Nordsee und zieht von dort aus sehr langsam über Deutschland hinweg ostwärts. Dabei strömt feuchte und eher kühle Luft mit teils kräftigem Regen und Gewittern zu uns. Am Freitag bildet sich zudem ein Norditalientief, das sich am Wochenende über die Ostalpen Richtung Polen verlagert. Eine sogenannte Vb-Wetterlage (gesprochen 5b), die mit teilweise enormen bis katastrophalen Regenmengen einhergehen kann.

Schnee und Dauerregen ab Freitag - so zieht das nächste Tief

In der Südosthälfte unseres Landes dürfte das Norditalientief am Freitag vor allem in Südbayern ergiebigen Dauerregen bringen. Dabei sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen stellenweise bis gegen 1700 Meter. Gleichzeitig ist es am Alpenrand im Dauerregen am Alpenrand ziemlich kühl mit kaum noch 10 Grad. Am Wochenende verlagert sich der Regenschwerpunkt wahrscheinlich nach Nordbayern, Thüringen und Sachsen. Die betroffenen Regionen und auch die zu erwartenden Regenmengen sind jedoch von Modell zu Modell sehr unterschiedlich.

Wie viel Regen ist möglich?

Fakt ist: Es sind langanhaltende und sehr ergiebige Regenfälle zu erwarten. Verbreitet sieht das Gros der Wettermodelle um die 40 bis 80, in Staulagen aber auch um die 100 bis 120 Liter pro Quadratmeter. Doch auch deutlich größere Mengen sind nicht auszuschließen.

So haben einige Wettercomputer in den Schwerpunkten, die sich demnach zwischen München, dem Bayrischen Wald, dem Erzgebirge und dem Raum Dresden ausbilden sollen, weiterhin Regensummen von über 200 Liter pro Quadratmeter in den Prognosen. Das wäre in den betroffenen Regionen eine sehr brisante bis gefährliche Entwicklung. Und das ausgerechnet zum meteorologischen Sommeranfang am Samstag.

Größter 24-Stunden Niederschlag seit Aufzeichnungsbeginn

Die größte 24-stündige Niederschlagsmenge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland wurde übrigens genau bei einer solchen Vb-Lage gemessen. Und zwar von 12. auf den 13. August 2002. Binnen 24 Stunden fielen in Zinnwald-Georgenfeld (Erzgebirge) 312 Liter pro Quadratmeter. Eine extreme Unwetterlage, die mit katastrophalen Auswirkungen einherging.
Von solchen Wetterextremen sind wir mit den aktuellen Prognosen zwar weit entfernt. Dennoch droht eine durchaus schadenrelevante Entwicklung, die sicherlich mit überschwemmten Wiesen, ausufernden Bächen und kleinen Flüssen sowie mit einer ansteigenden Hochwassergefahr an größeren Flüssen einhergehen wird.

(bal, ppa)