Orkanböen und schwere Sturmfluten

Tief NADIA bringt Höhepunkt der Sturmserie mit Orkanböen bis 150 km/h

von Oliver Hantke und Martin Pscherer

Nach Sturmtief MARIE erreicht uns der nächste heftige Sturm. Sturmtief NADIA rauscht heran und bringt nochmals heftigere Böen bis Tempo 150 km/h mit. Auch die Sturmflutgefahr an der Nord- und Ostseeküste ist stark erhöht. RTL-Meteorologe Martin Pscherer zu den aktuellen Aussichten.

Unsere Windkarten: So windig wird es heute

Wann schlägt der Sturm zu?

Tief NADIA bringt vor allem der Nordhälfte Deutschlands kräftigen Wind mit Orkanböen. Schon am Nachmittag gab es auf dem Brocken 131 km/h und in Bad Harzburg-Burgberg 126 km/h. „Der Höhepunkt der Sturmlage wird mit Eintreffen der Kaltfront ab Samstagabend erreicht und voraussichtlich bis Sonntagvormittag andauern.”, so Martin Pscherer. Dann drohen Orkanböen Richtung Ostsee und rund um die nordfriesischen Inseln und auf den Bergen sowie Sturmböen bis runter ins Flachland.

Wo gibt es die heftigsten Böen?

Die maximalen Windgeschwindigkeiten für Samstag, 29.01.2022: Sturm fast im ganzen Land
Die maximalen Windböen liegen am Samstag noch höher als am Donnerstag. Orkanböen drohen vor allem im Nordosten.

Von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg und Sachsen erwartet Pscherer Windböen bis 100 km/h (schwere Sturmböen). Nordöstlich davon in Richtung Ostsee und rund um die nordfriesischen Inseln sind sogar Orkanböen bis 130 km/h zu erwarten. „Auf den Gipfeln der Mittelgebirge sind sogar Orkanböen bis 150 km/h möglich“, so Pscherer. Vor allem im Bereich der stärksten Böen muss mit Schäden durch herabstürzende Äste, Dachziegel oder umstürzende Bäume etc. gerechnet werden. Im Laufe des Sonntags lässt der Wind nach.

Wegen Sturmwarnung: Mehrere Fährverbindungen fallen aus

Wegen einer Sturmwarnung fallen am Wochenende alle Fährverbindungen der Hallig-Linie der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) aus. Am Samstagnachmittag und am Sonntag sind zudem Verbindungen ab Föhr, Amrum und Dagebüll betroffen. Auch die Fähren auf der Ostsee zwischen Rostock und Gedser auf der dänischen Insel Falster fallen zum Teil aus.

Auch Dänemark rüstet sich für Sturm

Auch unser Nachbarland Dänemark bereitet sich auf den Sturm vor. Auf der Insel Seeland, auf der auch die Hauptstadt Kopenhagen liegt, wurde nach Angaben des Senders DR fast der gesamte regionale Zugverkehr vorsorglich eingestellt. In Frederikssund wurden 20 Menschen, die auf tägliche Pflege angewiesen sind, vorsichtshalber an sichere Orte gebracht. Landesweit stünden 10 000 Rettungskräfte bereit.

Video: Was bedeuten die unterschiedlichen Windstärken?

Thema Sturmflut an Nord- und Ostsee: was erwartet die Küsten?

Darüberhinaus wird in der Nacht zu Sonntag an der Nordsee eine Sturmflut erwartet. „Sie soll 1,50 Meter bis 2,50 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW) liegen. Der Höhepunkt liegt in Cuxhaven und Büsum um ca. 22 Uhr“, so Meteorologe Pscherer. Stellenweise ist sogar eine schwere Sturmflut (ab 2,50 m über dem mittleren Hochwasser (MHW)) möglich! Hamburg und St. Pauli serwarten den Höhepunkt um Mitternacht. Auch an der Ostsee wird am Sonntag eine Sturmflut erwartet, hier gibt es voraussichtlich Wasserstände bis 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand. Von Sturmflut spricht man an der Ostsee ab 1 Meter über dem mittleren Wasserstand.

Wie stark wütet NADIA ins Binnenland?

Martin Pscherer: „Der Höhepunkt der Sturmlage wird mit Eintreffen der Kaltfront am Samstagabend erwartet. Dann sind vor allem Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin- Brandenburg und Sachsen mit Windböen bis 100 km/h (schwere Sturmböen) betroffen. Richtung Ostsee und rund um die nordfriesischen Inseln sind sogar Orkanböen bis 130 km/h möglich, auf den Gipfellagen der Mittelgebirge Orkanböen bis 150 km/h. In der Südhälfte weht der Wind nicht ganz so stark, abgesehen von den Gipfellagen im Bayerischen Wald, Schwarzwald und den Alpen. Meist bleibt es hier bei starken bis stürmischen Böen. Im Südwesten geht es ruhiger zu.

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(oha mit dpa)