Aufatmen für das Klima
Vermeintlich ausgestorbene Pflanzenart wiederentdeckt
Sie galt seit Jahrzehnten als ausgestorben, doch Biologen entdeckten jetzt per Zufall im Hartshoper Moor in Schleswig-Holstein eine seltene Moosart: Fuchsbraunes Torfmoos. Warum diese Entdeckung in Sachen Klimawandel eine wichtige Rolle spielt.
Im Video: Klimaretter Moore:Kleine Wunderwaffe in der Klimakrise
So wichtig sind Moore für unser Klima

Nasse Moore werden in Sachen Klimawandel oft unterschätzt, dabei erfüllen sie eine wichtige Funktion. Sie gehören zu den wichtigsten Kohlestoff-Speichern auf der Erde und leisten einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Durch künstliche Wasserläufe oder den Rückbau von Hochwasserschutzeinrichtungen drohen Hochmoore auszutrocknen. Ende des 19. Jahrhunderts fingen die Menschen an, das Hartshoper Moor zu entwässern, teils um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. Dadurch galten Pflanzenarten wie das fuchsbraune Moos als verloren.
Von der Wiedervernässung zur Wiederentdeckung

Seit Jahren sorgt die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein für eine Wiedervernässung der Moore und konnte hiermit offenbar eine vermeintlich ausgestorbene Torfmoosart wiederbeleben. Moorexperten gehen davon aus, dass das Moos sehr widerstandsfähig ist und trockene Zellen durch die Vernässung wieder aktiviert wurden. Erst durch das Engagement der Stiftung, die im Jahr 2011 ein etwa 260 Hektar großes Gelände des Hochmoores gekauft hatte, konnte der Wasserhaushalt der Moore wieder auf typische Werte umgestellt werden. Ohne den Einsatz der Stiftung Naturschutz, hätten Biologen das fuchsbraune Torfmoos vermutlich nicht nach 34 Jahren wiederentdeckt.
Renaturierung der Hochmoore geht weiter

Die Wiederentdeckung der fuchsbraunen Moosart ist ein gutes Zeichen dafür, dass das Hochmoor in Schleswig-Holstein wieder wächst. Es bleibt abzuwarten und wünschenswert, dass die braune Moosvariante sich weiter ausbreiten kann. Seit die Renaturierung des Hochmoores vor zwölf Jahren gestartet wurde, konnten auf dem Gelände auch weitere Erfolge beobachtet werden: Von hellgrünem Torfmoos bis hin zu roten Moosarten, gibt es einen bunt gemischten Artenmix, der stetig wächst.
Nur die Birken im Moor leiden unter dem Moos. Die ersten Bäume sterben ab, da der Erdboden im Moor immer feuchter wird und sie durch den Moosteppich immer weniger Nährstoffe bekommen. Bäume sollten generell nicht in einem Moor stehen, denn sie entziehen dem Moor das Wasser und stellen damit auch eine Gefahr für die Moosarten da. Aber dieses Problem, scheint das Moos auch ohne menschliche Hilfe selber erfolgreich zu bekämpfen.
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(jjo)



