Schnee-Tornado - Athen und Istanbul versinken im Chaos

Zu viel Schnee: Griechenland und Türkei gehen in einen Flock-Down

von Oliver Scheel

Solche Bilder sehen auch wir nicht alle Tage: Der Schnee türmt sich in Straßen, auf Autos, in Stadtparks. Aber nicht etwa in Deutschland – nein, betroffen von dem durchaus heftigen Wintereinbruch ist der Ägäis-Raum am östlichen Mittelmeer. Athen und Istanbul versinken im Chaos. Und es schneit einfach immer weiter. Sogar die Kykladen-Inseln sind zart überzuckert, Ankara versinkt im Schnee, selbst Damaskus ist in ein weißes Gewand gehüllt.

Verkehrschaos in Millionenmetropolen Athen und Istanbul

News Bilder des Tages January 24, 2022, Athens, Greece: People walk on the snow-covered street during snowstorm in Athens. The bad weather front Elpis is expected to intensify in the following hours, with heavy snowfall in the east and south of the country, very low temperatures, and strong winds in the Aegean. Athens Greece - ZUMAv62_ 20220124_zaf_v62_054 Copyright: xAristidisxVafeiadakisx
News Bilder des Tages January 24, 2022, Athens, Greece: People walk on the snow-covered street during snowstorm in Athen

Es schneit und schneit in Griechenland und der Türkei - der Verkehr steht still. Athen und Istanbul sind besonders betroffen. Es kommt zu chaotischen Szenen. Kostas Lagouvardos vom National-Observatorium in Athen sagte, so viel Schnee habe Athen seit dem Winter 1968 nicht mehr gesehen. Teilweise liegen 25 bis 35 Zentimeter Schnee. Wahnsinn.

Der starke Schneefall führte vor allem in Griechenland zu einem Verkehrschaos. Das Chaos auf den Autobahnen hatte bereits am Montagmittag seinen Lauf genommen, als schlecht ausgestattete Autos und Lastwagen ohne Winterreifen und Schneeketten nicht mehr weiterkamen und dadurch den Räumgeräten den Weg versperrten. Vielerorts stürzten Bäume durch die Schneelast auf Stromleitungen - noch konnte die Elektrizität nicht überall wieder hergestellt werden. Für Dienstag hat die Regierung für die betroffenen Gebiete angeordnet, dass die meisten Unternehmen, Geschäfte und Behörden geschlossen bleiben sollen.

Der Airport Istanbul stellte die Flüge am Montag vorübergehend komplett ein, wie die Betreiberfirma mitteilte. In Griechenland wurde sogar das Militär eingesetzt, um Menschen aus ihren Autos zu befreien, die seit mehreren Stunden im Schnee stecken geblieben waren. „Wir setzen Soldaten und Spezialfahrzeuge ein, um diese Menschen zu befreien“, sagte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos. In Griechenland wurden die Menschen landesweit per Warn-SMS vom Staat aufgefordert, nach Möglichkeit im Haus zu bleiben. Impfzentren wurden geschlossen, auch die Schulen waren dicht. Staatsbedienstete in Griechenland und der Türkei erhielten die Erlaubnis, früher nach Hause zu gehen.

Zugunglück wegen schlechter Sicht

Im Frachtbereich des Flughafens Istanbul sei durch die Schneelast ein Teil des Dachs eingestürzt, so der Sprecher. Der Teil des Gebäudes sei zurzeit aber ungenutzt, niemand sei verletzt worden.

In Griechenland fielen die meisten Flüge zwischen den Inselflughäfen und Athen aus, auch Auslandsflüge wurden gestrichen. Zudem herrschte auf den Straßen der Hauptstadt Athen Chaos. Laster lagen quer, so dass Räumgeräte nicht arbeiten konnten. Viele Menschen mussten stundenlang in ihren Autos ausharren. Wegen schlechter Sicht sei es rund 90 Kilometer nördlich von Athen zu einer Kollision einer Lokomotive mit einem Personenzug gekommen.

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Schnee-Tornado gesichtet

So etwas gibt es auch: Während des heftigen Wintereinbruchs tobt sogar ein Schnee-Tornado durch Griechenland.

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Istanbul ist mehr oder weniger abgeriegelt

Pedestrians walk during snow fall in Istanbul, Turkey, on Monday, Jan. 24, 2022. A severe snowstorm disrupted road and air traffic Monday in the Greek capital of Athens and in neighboring Turkey's largest city of Istanbul, while snow blanketed most of Turkey and Greece, including several Aegean islands. (AP Photo/Emrah Gurel)
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Auch in der Türkei gibt es Schnee. Das ist in der Höhe des zentralanatolischen Hochlands nicht selten. Schließlich liegt die türkische Hauptstadt Ankara über 900 Meter hoch. Wenn allerdings so viel Schnee fällt wie derzeit, dann geht auch der Verkehr bei den schneeerprobten Anatoliern in die Knie.

Doch Schnee am Bosporus in Istanbul ist eine Rarität. Der Gouverneur von Istanbul, Ali Yerlikaya, untersagte bis auf weiteres aus Sicherheitsgründen, die Provinz Istanbul mit Fahrzeugen zu verlassen. Die Zufahrtsstraßen aus Thrakien nach Istanbul seien zudem gesperrt, schrieb er auf Twitter.

Türkei: Ankara tief verschneit - da ist also der Winter

 220123 -- ANKARA, Jan. 23, 2022 -- People drive in snowy weather in Ankara, Turkey, on Jan. 22, 2021. Photo by /Xinhua TURKEY-ANKARA-SNOW MustafaxKaya PUBLICATIONxNOTxINxCHN
(220123) -- ANKARA, Jan. 23, 2022 -- People drive in snowy weather in Ankara, Turkey, on Jan. 22, 2021. (Photo by /Xinh

Während der Januar also bei uns viel zu warm ist, regiert der Winter am östlichen Mittelmeer. Unser Meteorologe Carlo Pfaff ordnet die Lage dort so ein: „Das Tief über dem östlichen Mittelmeer rührt sich momentan kaum von der Stelle und zapft eisige Luft aus Russland an. Diese strömt über den Norden Griechenlands und das Schwarze Meer südwärts. Dabei kann die Luft viel Wasserdampf über dem relativ milden Schwarzen Meer aufnehmen und lädt sich dann vor allem in der Hochebene und den Bergen Anatoliens ab. Selbst in der Ägäis kann es für Schneeschauer und kurz auch mal für eine Schneedecke reichen.“

Irgendwann geht nichts mehr

19.01.2022, Türkei, Gaziantep: Ein rotes Auto ist von einer dicken Schneeschicht bedeckt. In der Stadt Gaziantep hat es seit 54 Jahren nicht mehr so viel geschneit und die örtlichen Behörden sind bemüht, Menschen zu retten, die im Verkehr stecken geblieben sind. In großen Teilen der Türkei herrscht starker Schneefall, der zu Behinderungen auf Straßen, Autobahnen und in Schulen führt. Foto: Muhammed Ibrahim Ali/IMAGESLIVE via ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wetter in der Türkei

Dieses Foto ist eine echte Rarität, denn in der Stadt Gaziantep unweit der Grenze nach Syrien hat es seit 54 Jahren nicht mehr so viel geschneit wie jetzt. Die örtlichen Behörden sind bemüht, Menschen zu retten, die im Verkehr stecken geblieben sind.

Es wird auch in den kommenden Tagen winterlich weitergehen im östlichen Mittelmeerraum. Möglicherweise bekommt in den nächsten Tagen auch Jerusalem mal wieder eine Schneehaube.

Winter überrascht auch die Syrer in Damaskus

Im Norden Syriens ist Schnee keine absolute Rarität. Die Berge im Norden werden häufiger mal weiß. Meist hält der Schnee nicht lange und verwandelt sich rasch in Matsch.

Dass der Winter aber auch die Hauptstadt Damaskus weiß einkleidet, ist eher selten. Umso schöner diese Fotos.

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(osc)