Wann will es der Bergwinter wissen?

Schnee auf den Bergen in Deutschland und in den Alpen

von Björn Alexander und Karim Belbachir

Vorerst verweilen wir noch am oberen Ende der herbstlichen Temperaturskala. Doch auf den Bergen können Schnee und Eis ja bekanntlich schon mal schneller unterwegs sein. Wir schauen auf die aktuellen Trends.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee normalerweise liegen?

Vorerst kein Winter in Sicht

Wetter.de-Meteorologe Björn Alexander sieht beim Blick auf die momentanen Computerberechnungen vorerst keinen Winter – noch nicht einmal Ansätze: „Natürlich hatten wir in dieser Saison schon Frost und erste Flocken in den Hochlagen. Davon ist aber in Anbetracht der lauwarmen (Sommer-) Luft nichts mehr zu sehen und zu spüren.“

Und das gelte zumindest bis zum Monatsende. Aber: der Monat ist ja nicht mehr lang und demzufolge geht der Blick auf den November.

Lese-Tipp: Winter in Deutschland - wie sind die aktuellen Vorhersagen für die kalte Jahreszeit

Wie ist der Winterwetter-Trend im November 2022?

In Sachen Heizen haben wir in diesem Winter schwerere Zeiten vor uns als in der Vergangenheit. Dennoch gibt es sie ja, die Freunde von Schnee, Eis und den winterlichen Rodelpartien – mit welchen Aussichten im November? „Momentan sehen die Langfristvorhersagen für den gesamten November in Summe oftmals einen deutlich zu milden Verlauf.“

Gut für die Heizkosten, schlecht für winterliches Berg-Ambiente. Dennoch sind laut Alexander auch kühlere Möglichkeiten in der Verlosung: „Die extreme Wärme wird sich im November wahrscheinlich von uns verabschieden. Etwa ab dem ersten Novemberwochenende ist eine Umstellung der Wetterlage mit spürbar kühleren Ansätzen denkbar.“

Wintertrend auf den westlichen Mittelgebirgen

Wettervorhersage und Prognose für den Kahlen Asten
So berechnen die Wettercomputer am Beispiel des Kasten Astens den Trend auf den Bergen im Westen Deutschlands

Wäre das schon eine nachhaltige Einwinterung?

„So weit würde ich auf gar keinen Fall gehen“, stellt Alexander fest. Schließlich sei es für einen nachhaltigen Wintereinbruch Mitte noch viel zu früh. Aber für „vorübergehende Flocken auf den Mittelgebirgen und zunehmend frostige Nächte kann es durchaus reichen“.

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Vorhersage und Prognose für den Fichtelberg
Wintergigant des Osten - so entwickeln sich Aussichten auf dem Fichtelberg

Was macht der Winter in den Alpen?

Alexander: „Auch dort ist momentan nix zu sehen. Die Schneefallgrenze liegt bei 3000 Metern und darüber. Das ist definitiv eher sommerlich als winterwürdig. Erst im Laufe des ersten Novemberdrittels kommt dort ebenfalls langsam mehr Bewegung in die Wetterküche.“

Winterwetter im Süden und in den Alpen

Trend und Prognose für das Wetter auf den Bergen im Süden Deutschlands
Garmisch-Partenkirchen im Langfristcheck - Dauerfrost und Flocken-Chancen inklusive

Winterfreunde, auf nach Lappland

Wer derzeit nach winterlichem Wintertreiben sucht, den verweist der Wetterexperte weit gen Norden, wo es Richtung Polarkreis zum Start in den Tag auch schon mal gerne -5 bis unter unter -10 Grad gibt. In Mitteleuropa scheinen sich Schnee, Eis und Bergwinter hingegen zunächst noch weiter zurück zu halten. Gut für den Geldbeutel und die Heizkosten – schlecht für Winterfreunde, die sich ihre Freuden weiterhin aufsparen müssen.

So entwickelt sich der Polarwirbel

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler. Bei einem Polarwirbel-Split teilen sich die blauen Flächen in zwei Teile auf.

Im Wetterlexikon: Was ist der Polarwirbel?

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(bal, kfb)