Von Mikrometeorid getroffen

Schaden am James-Webb-Teleskop

von Karim Belbachir

Noch gar nicht richtig im Einsatz und trotzdem musste das neue James Webb Space Telescope (JWST) bereits den ersten Treffer durch einen Mini-Asteroiden hinnehmen. Wie die NASA mitteilte traf dieser unglücklicherweise eines der Hauptspiegelsegmente des Teleskops.

Im Video: JWST erreicht Zielorbit unbeschadet

Teleskop arbeitet noch auf hohem Niveau

June 28, 2018 - Virginia, U.S. - Artist s impression of James Webb Space Telescope. After completion of an independent review, a new launch date for the telescope has been announced: March 30, 2021. The James Webb Space Telescope is the most ambitiou
Eines der 18 goldenen Segmente des Hauptspiegels wurde von einem Mikrometeoriden getroffen.

Das 10 Milliarden Dollar teure James-Webb-Teleskop, dessen Start mit großer Spannung erwartet wurde, musste bereits einen ersten Schaden hinnehmen. Ein Mikrometeorid hat in der Zeit zwischen dem 23. und 25. Mai einen der 18 Hauptspiegel des Teleskops getroffen. Das NASA-Team stellte aber nach eigenen Aussagen fest, dass das Teleskop immer noch auf einem Niveau arbeiten kann, dass die Mindestanforderungen mehr als erfüllt.

Die Spiegel sind so konstruiert, dass solche Einschläge miteinkalkuliert wurden. Das JWST wurde so gebaut, dass es dem Bombardement von kleinen Teilchen standhält. Allerdings entpuppte sich der Mikrometeorid als größer verglichen mit denen in den Tests verwendeten.

Einschläge von Mikrometeoriden eingeplant

Aufnahme der Maggelanschen Wolke mit dem Spitzer und dem James-Webb-Teleskop zu sehen
Einen ersten Eindruck hinterließ das James-Webb-Teleskop bereits. Links ist die Aufnahme der Magellanschen Wolke mit dem Infrarot-Array-Kamera des Spitzer-Weltraumteleskops (8.0 Mikron) und rechts mit dem JWST (7,7 Mikron) zu sehen.

„Wir wussten immer, dass Webb die Weltraumumgebung überstehen musste, wie hartes ultraviolettes Licht und geladene Teilchen von der Sonne, kosmische Strahlung aus exotischen Quellen der Galaxie und gelegentliche Einschläge von Mikrometeoroiden aus unserem Sonnensystem“, sagte Paul Geithner, technischer stellvertretender Projektmanager am Goddard Space Flight Center der NASA.

Nun gilt es die beschädigte Stelle des Spiegels durch die intakten verbliebenen Spiegel auszugleichen. Das geschieht durch Drehen der einzelnen Segmente. Die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler haben bereits damit begonnen, die Verzerrung des getroffenen Segments, C3, auszugleichen.

Teleskop kann aus Gefahrenzonen hinaus bewegt werden

Um Meteorschauern auszuweichen, kann von der Erde aus das James-Webb-Teleskop aus der gefährdeten Zone manövriert werden. Bei dem Mikrometeoriden handelt es sich allerdings um einen Zufallstreffer. Trotzdem war den Ingenieuren der Weltraumbehörde von Anfang an klar, dass solche Ereignisse im Laufe der Zeit die Qualität der Bilder einschränken werden.

„Da die Webb-Spiegel dem Weltraum ausgesetzt sind, erwarteten wir, dass gelegentliche Einschläge von Mikrometeoroiden die Teleskopleistung im Laufe der Zeit leicht beeinträchtigen werden“, sagte Lee Feinberg, Elementmanager für die Webb-Optikteleskope bei NASA Goddard.

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Wissenschaftliche Arbeit beginnt im Juli

Das Teleskop hatte im Januar unbeschadet seinen Zielorbit am Lagrange-Punkt 2 erreicht. Anschließend folgte eine sechsmonatige Vorbereitungszeit auf die wissenschaftliche Arbeit mit dem Teleskop. In der Zeit wurden unter anderem auch die 18 Segmente des Hauptspiegels kalibriert.

Für den 12. Juli hat die NASA nun die ersten Vollfarbbilder und spektroskopischen Daten veröffentlichen. Solche Bilder habe die Menschheit laut NASA noch nie zuvor gesehen. Es sei der Höhepunkt Jahrzehnte langer Hingabe, Talents und Träume. Wir dürfen also gespannt sein auf die Demonstration der Möglichkeiten des JWST. Anschließend an diesen Termin soll dann auch die wissenschaftliche Arbeit mit dem Teleskop gestartet werden.

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(kfb)