Sternenhimmel im April

Lyriden kommen: Nach zwei Monaten Pause wieder Meteorstrom zu sehen

Im April ist der Merkur gut am Sternenhimmel zu sehen. Als gelblicher Lichtpunkt rast der kleine Planet über den westlichen Horizont. Neben dem Merkur sind nach zwei Monaten Pause auch wieder Sternschnuppen am Nachthimmel zu sehen. Die Lyriden bahnen sich ihren Weg in die Erdatmosphäre.

Im Video: 10 Fakten zu unserem Mond

Beste Sichtbarkeit auf den Merkur im April

HANDOUT - 17.10.2019, ---: Dieses Bild von Merkur, der vor der Sonne vorbeizieht, wurde mit dem optischen Weltraumteleskop Hinode aufgenommen. Herausragendes astronomisches Ereignis ist in diesem Monat der Merkurtransit am 11. November 2019. Foto: Hi
Merkur vor der Sonne: Der kleinste Planet des Sonnensystems ist im April besonders gut zu sehen.

Immer nur wenige Tage im Jahr kann man den flinken Planeten Merkur entweder in der Abenddämmerung tief am Westhimmel oder morgens knapp vor Sonnenaufgang über dem Osthorizont erspähen. Im April bietet Merkur die beste Sichtbarkeit auf den Planeten im ganzen Jahr. Besonders in den Tagen vom 19. bis 29. ist Merkur relativ leicht am Westhorizonts des Nachthimmel zu erblicken. Die beste Zeit dafür ist eine dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang. Er zeigt sich als fahler, gelblicher Lichtpunkt tief am Westhimmel. Nach etwa einer halben Stunde verschwindet er in den horizontnahen Dunstschichten. Um Merkur zu sehen, sollte man Lichtquellen wie Straßenlampen oder Leuchtreklame meiden.

Merkurtag dauert 88 Erdentage an

30.01.2020, ---: Ein undatierte Rendering des «Solar Orbiter» der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der «SOLAR ORBITER» startet voraussichtlich am 6. Februar 2020 von Cape Canaveral aus und macht sich auf den Weg zur 150 Millionen Kilometer entf
Der Solar Orbiter befindet sich gerade in der Umlaufbahn des Merkur.

Der Merkur rast in 88 Tagen einmal um die Sonne. Er dreht sich alle 59 Tage einmal um seine eigene Achse. Daraus folgt: Alle 176 Tage geht auf dem kleinsten Planeten des Sonnensystems die Sonne auf. Im Mittel ist Merkur nur 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, dies entspricht nur knapp vierzig Prozent der Distanz Sonne - Erde. Gerade bewegt er sich auf seinem Perihel, das bedeutet seinem sonnennächsten Umlaufpunkt. Merkur ist eine tote, atmosphärenlose Gesteinskugel von nur 4.878 Kilometer Durchmesser.

Am Merkurtag, der 88 irdische Tage dauert, heizt sich die Gesteinsoberfläche auf 430 Grad Celsius auf. Nach Untergang der Sonne kühlt die dunkelgraue Oberfläche schnell ab. In der ebenso lang andauernden Merkurnacht fällt die Temperatur auf minus 180 Grad. Merkur ist dementsprechend der Planet mit der größten Temperaturdifferenz zwischen Tag und Nacht.

Seit März 2021 umrundet die NASA-Sonde Messenger als künstlicher Satellit den Planeten und vor zwei Wochen hat der Solar Orbiter ebenfalls in die Umlaufbahn eingeschwenkt, um die Sonne besser untersuchen zu können. Zurzeit ist die europäische Raumsonde Bepicolombo auf dem Weg zu Merkur. Sie soll ihn Anfang Dezember 2025 erreichen.

Planetenparade in den Morgenstunden

Abgesehen von Merkur bleibt der Abendhimmel ohne helle Planeten. Am Morgenhimmel tummeln sich hingegen die hellen Wandelsterne. Venus beherrscht mit ihrem Glanz den Himmel am Morgen. Allerdings verschlechtern sich die Sichtbedingungen für den Morgenstern wegen der immer früher aufgehenden Sonne. Der Morgenstern beteiligt sich an der morgendlichen Planetenparade zusammen mit Jupiter, Mars und Saturn tief am Osthimmel.

Der Mars zeigt sich ebenfalls am Morgenhimmel, ist aber bei weitem nicht so hell wie die Venus. Die Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 24. an Saturn und am 25. an Mars vorbei. Schon am 5. April begegnet der Mars dem Saturn, wobei der Rote Planet den Saturn. Jupiter taucht erst gegen Monatsende am Morgenhimmel auf. Nach der Venus ist der Riesenplanet das hellste Gestirn. Sein heller, weißer Lichtpunkt ist kaum zu übersehen.

Nach zwei Monaten Pause: Mit den Lyriden erreicht uns ein neuer Meteorstrom

ARCHIV - Drei Sternschnuppen ziehen ihre Bahnen (Archivfoto vom 13.11.2005, aufgenommen in Nucknitz/Sachsen). Ein kosmisches Feuerwerk erstrahlt in den kommenden Nächten am Firmament: Der Sternschnuppenstrom der Perseïden regnet wie jedes Jahr im Aug
Im April sind die Lyriden am Sternenhimmel zu sehen.

Nach zwei Monaten ohne Meteorstrom ist es im April wieder soweit. Vom 16. bis 25. April sind die Lyriden aktiv. Die Sternschnuppen scheinen dem Sternbild Leier zu entströmen. Beste Beobachtungszeit ist die Stunde nach Mitternacht, aber auch bis in die Morgenstunden werden noch Feuerbälle am Nachthimmel zu sehen sein. Pro Stunde ist mit zehn bis zwanzig Meteoren zu rechnen. Sie dringen mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen dann als Feuerkugeln in der Atmosphäre.

Die Lyriden sind Auflösungsprodukte des Kometen C/1861 G1-Thatcher. Der Komet reist in 415 Jahren um die Sonne. Die Lyriden wurden bereits einige Hundert Jahre vor Christus von den alten Chinesen entdeckt. Ihren Höhepunkt erreichen die Lyriden am 22. April mit rund 18 Sternschnuppen pro Stunde. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Eta-Lyriden, die Anfang Mai zu sehen sind. Diese haben ihren Ursprung im Kometen C/1983 H1 IRAS Araki-Alcock.

Vollmond zu Ostern

18.03.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Der Mond steht über Offenbach am Main. Dabei sind im Vordergrund Baukräne und der Rohbau eines Häuserkomplexes zu sehen. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Am Karsamstag, 16. April scheint der Vollmond.

Schon am 1. April tritt um 8:24 Uhr die Neumondphase ein. Am 5. bedeckt der Mond einige Hyadensterne im Stier. Am 9. wandert der zunehmende Halbmond am Zwillingsstern Pollux südlich vorbei. Am Karsamstag, dem 16. April, wird um 20:55 der Ostervollmond erreicht. Er steht dabei im Sternbild Jungfrau. In Erdferne befindet sich der Mond mit 404.440 Kilometer Distanz am späten Abend des 7. April. Seinen erdnächsten Bahnpunkt passiert der Mond am 19. nachmittags, wobei ihn 365.140 Kilometer von uns trennen. Einen Supermond sehen wir im April nicht, da er während der Phase seiner größten Erscheinung rund 374.000 Kilometer entfernt ist. Für einen Supermond sollte er nur rund 367.000 Kilometer weit weg sein.

Am 30. kommt der Mond um 22:28 Uhr zum zweiten Mal in Neumondposition. Doch diesmal verdeckt er teilweise die Sonne, es ereignet sich eine partielle Sonnenfinsternis. Sie bleibt allerdings von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus unbeobachtbar. Sie ist lediglich von den südlichen Gebieten Südamerikas, von Teilen der Antarktis und vom Südpazifik zu beobachten. Zum Höhepunkt der Finsternis werden 64 Prozent des scheinbaren Sonnendurchmessers vom dunklen Neumond bedeckt.

Löwe das Leitsternbild des Frühlingshimmels

Der Große Wagen steht hoch über unseren Köpfen, fast im Zenit. Verlängert man die Strecke zwischen den hinteren Kastensternen fünf Mal, so trifft man auf den Polarstern, der uns die Nordrichtung weist. Hoch im Süden erkennt man leicht das Bild des Löwen. Es ist das Leitsternbild des Frühlingshimmels. Der hellste Stern im Löwen heißt Regulus, der kleine König. Der Königstern ist eine heiße, bläuliche Sonne in 77 Lichtjahren Entfernung.

Im Westen haben die Wintersternbilder das Feld geräumt und sind untergegangen. Tief am Südwesthimmel erinnert noch Prokyon im kleinen Hund an vergangene Wintertage. Noch höher im Westen sind die Zwillinge mit ihren Hauptsternen Kastor und Pollux zu sehen. Im Nordwesten bleibt die helle, gelbliche Kapella im Fuhrman. Im Südosten ist eben die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica erschienen.

Die Deichsel des Großen Wagens deutet wie ein Zeigefinger auf einen hellen, rötlichen Stern hoch im Südosten. Arktur ist mit Wega, die eben im Nordosten aufgegangen ist, der hellste Stern am Nordhimmel. Wega, die ebenso hell wie Arktur ist, strahlt allerdings ein bläuliches Licht aus. Arktur ist der Hauptstern im Bootes, dem Rinderhirten. Die drei hellen Sterne Regulus, Arktur und Spica bilden das sogenannte Frühlingsdreieck, das den Helligkeitsschwerpunkt des abendlichen Frühlingshimmels bildet.

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(kfb mit dpa)