Falsch ins Netz gegangen

Wie Plastik den Tieren der Arktis zu schaffen macht

von Letizia Vecchio und Christian Häckl

Die Arktis gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen der Erde – Grund genug zu glauben, dass sich die Umweltverschmutzung durch menschlichen Einfluss dort eher in Grenzen halten sollte. Dies ist aber leider längst nicht mehr der Fall: Durch die Meeresströmungen gelangt vor allem Plastikmüll aus den Weltmeeren zum Nordpol. Der lässt nicht nur das Eis schneller schmelzen, sondern ist auch für Eisbär, Robbe und sogar für Meeresunkräuter ein Riesenproblem.

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Alte Fischernetze werden Tieren zum Verhängnis

Laut einer Studie der norwegischen Meeresforscher Lene Buhl-Mortensen und Pål Buhl-Mortensenål besteht ein Großteil des Plastikmülls in der Arktis aus weggeworfenen Fischernetzen, Seilen oder Netzfasern. Tiere wie die Küstenseeschwalbe verheddern sich darin, einmal „ins Netz gegangen“, ist es für die Vögel oft unmöglich, sich wieder aus dem Plastikgefängnis zu befreien oder gar zu jagen. Viele der Tiere verhungern. Aber auch Robben oder Walrösser kommen mit den Netzen in Kontakt und strangulieren sich. Die Wunden, die dadurch entstehen, entzünden sich – das Todesurteil für die sympathischen Meeressäuger.

Das große Plastikfressen - so wird unser Plastikmüll Tieren zum Verhängnis

Fangnetze mit Heringen werden am 08.04.2013 auf dem Greifswalder Bodden vor Freest (Mecklenburg-Vorpommern) an Bord des Fischkutters "Hilde" gezogen. Die Heringssaison hat sich in diesem Jahr wegen des langen Winters verzögert. Insgesamt 1.800 Tonnen
Fangnetze landen besonders häufig als Plastikmüll in den Weltmeeren.

Sind die Netze eine äußerliche Bedrohung, so tötet das Fressen von Plastikmüll die Tiere oft von „innen“. Viele Wasserpflanzen sind nämlich mit Plastikteilen durchsetzt. Nicht nur Meeresvögel, sogar Rentiere (!) fressen die angespülten Pflanzen und sterben anschließend daran. Auch Fische nehmen das Plastik über Mikropartikel auf. Somit landet es dann auch in unseren Körpern, wenn auch nicht nur über Fische der Arktis. Laut einer Greenpeace-Studie finden sich zum Beispiel bei über 60 Prozent der Heringe Mikroplastik.

Was können Sie zum Schutz der Tiere tun?

Zugegeben: Die Bilanz fällt nicht gerade positiv aus. Dennoch kann jeder auch einen kleinen Beitrag zum Schutz der Meere – und damit auch der Arktis – leisten.

  • Müll richtig entsorgen: Klingt trivial, ist es aber nicht. Nehmen Sie Ihren Müll nach Besuchen an Fluss oder Meer einfach wieder mit
  • Plastikfrei einkaufen: Waren Sie schon mal im Unverpacktladen? Nein? Dann nichts wie los! Dort können Sie viele Lebensmittel und Drogerieartikel plastikfrei einkaufen. Denn keine Verpackung ist besser, als eine vermiedene.
  • Kleinvieh macht auch Müll: Zigarettenkippen, Flaschendeckel und Bonbonpapier sind für viele Meeresbewohner am gefährlichsten. Also: Ab in die Tonne damit!

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(eve)