Juli teils extreme 12 Grad über dem Mittel

Sommer 2023 in Deutschland: Sonne auf Rekordkurs im Juni, Saarland so warm wie Barcelona

von Oliver Hantke & Björn Alexander

Der erste Sommermonat neigt sich dem Ende im Jahr 2023 zu. Der Juni könnte noch an die Spitze der sonnenstärksten Monate greifen. Zu warm war er sowieso. Und der Juli will da noch was draufsetzen in puncto Hitze und Wärme.

Juni 2023 wird mindestens der zweitsonnigste Monat seit Aufzeichnungsbeginn

ARCHIV - 27.06.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Junihimmel. (Zu dpa "Sonne, Mond und Sterne im Juni 2020 - Sonne am Gipfel der Jahresbahn") Foto: Martin Gerten/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sonne ohne Ende gab es im ersten Sommermonat Juni

Das wird in diesem Juni ein knappes Rennen um die Sonnenkrone. Sicher ist auf jeden Fall schon Platz 2 in der Rangliste, die seit 1950 geführt wird. Denn für den bisherigen Spitzenreiter aus dem Jahr 2019 wurden im Durchschnitt 306 Sonnenstunden in Deutschland gemessen. Der Stand für den bisherigen Monat (Stand 29.06.) beträgt im Durchschnitt 293 Stunden. Da fehlt nicht mehr viel, könnte aber mit den Fronten von Tief Nikolaus auch schwer erreichbar werden.

Der aktuellen Sonnenstunden

Sonnigste Städte im Südwesten und an der Ostsee

Die sonnigsten Städte im Juni sind derzeit Saarbrücken, Stuttgart und Rostock. Knapp 360 Stunden haben Saarbrücken und Rostock gesammelt, Stuttgart hat bisher knapp 350 auf dem Konto (alle Stand einschließlich 28. Juni).

Dass Stuttgart und Saarbrücken so weit vorne sind, ist umso bemerkenswerter, weil der Norden im Juni durchschnittlich eine Stunde Sonne mehr pro Tag zur Verfügung hat. Die Größenordnungen bedeuten durchschnittlich 12 Stunden Sonne Tag für Tag bei knapp 16 Stunden, die pro Tag Ende Juni möglich sind. Ein Vorteil der beiden Städte ist, dass beide Stationen an einem Flugplatz liegen und in Saarbrücken sogar auf einem Hochplateau. Aber auch Stuttgart liegt orografisch gut und hat freie Sicht rund herum. Somit kann jede Minute Sonne am Tag von früh bis spät aufgezeichnet werden.

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Wie war der erste Sommermonat Juni allgemein?

17.06.2022, Nordrhein-Westfalen, Köln: Zwei Stand-Up-Paddler gleiten über den Fühlinger See. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen müssen sich in den nächsten Tagen auf Sonne und Hitze mit bis zu 37 Grad einstellen. Foto: Thomas Banneyer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Heißester Ort ist im Juni Reit im Winkl mit 35,7 Grad am 22. Juni.

Bevor sich das wechselhaftere und mitunter unwetterwillige Wetter durchgesetzt hat, standen die Zeichen ganz auf Dürre. Das verdeutlicht die Sonnenbilanz mit über 300 sonnigen Betriebsstunden. Am Ende dürften wir damit fast bei 150 Prozent der ansonsten üblichen Sonnenausbeute landen.

Nass war es beispielsweise entlang der breiten Mitte mit einigen Schwerpunkten von den westlichen Mittelgebirgen über Nordhessen und Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg. Hier gab es gerne auch mal über 100 Liter Regen pro Quadratmeter und damit ist in einigen Bereichen mitunter ähnlich viel gefallen wie zuvor im gesamten Frühjahr. Weniger nass zeigten sich insbesondere der Norden sowie Teile Süddeutschlands.

Der Juni 2023 war – verglichen mit den letzten drei Jahrzehnten – knapp 2,4 Grad zu warm. Dabei gab es im Schnitt um die 15 bis 16 Sommertage mit Werten von 25 Grad und mehr. Am meisten Hitzetage, also mit Spitzen über der 30-Grad-Marke, bescherte der Juni dem Südwesten mehr als 10 Tage. Heißester Ort aus der Stationsliste des Deutschen Wetterdienstes ist Reit im Winkl mit 35,7 Grad am 22. Juni.

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Mittelmeer-Feeling im Saarland - so warm wie Nizza, Florenz oder Barcelona

Wir haben da mal genauer geschaut. Das Saarland ist im Juni diesen Jahres wärmer als normalerweise in Nizza! Weißkirchen an der Saar hat derzeit im Schnitt knapp 6 Grad mehr als normal in einem normalen Juni. Das ergibt ein Junimittel von derzeit 21,2 Grad.
Das ist also wärmer als normalerweise in Nizza (Junimittel 19,8 Grad), praktisch so warm wie in Florenz (im Mittel 21,3 Grad) und fast so warm wie in Barcelona (im Mittel 21,6 Grad).

Juli 2023 fast 4 Grad zu warm - kurzzeitig Mega-Hitzeblase 12 (!) Grad drüber

Die Grafik zeigt die Temperatur und den Regen im Onat Juli im Durchschnitt für Deutschland
Der Juli hat weiter eine sehr große Abweichung insgesamt, aber auch kurzzeitig einen extremen Hitzepeak.

Der Juli 2023 wird in Deutschland weiterhin viel zu warm berechnet. Insgesamt sind es derzeit nur noch knapp 4 Grad über dem Mittel, es waren vor kurzem schon mal 6 Grad. Aber Mitte Juli liegen die Prognosen fast 12 Grad über dem normalen Mittel. Extreme Hitze um die 40 Grad sind in einigen Teilen Deutschlands damit vorprogrammiert. Immerhin soll der Monat leicht zu nass ausfallen. Ob die Dürre in einigen Landesteilen damit beendet werden kann, können wir aber noch nicht sagen. Ein Dürresommer scheint damit aber eher ausschließbar.

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(oha, bal)