Hier bleibt die Hochwasserlage gefährlich
Überschwemmungen, randvolle Talsperren, nasse Keller und neuer Regen
Der Dauerregen ist erstmal zu Ende. Eine Entspannung für die Hochwasserlage in Deutschland bedeutet das aber noch nicht. Weiterhin gibt es vom Nordwesten bis in den Südosten Hochwasser, teils auch mit Überflutungen bewohnter Gebiete. Die Lage ist durch die vielen Regionen und Flüsse sehr kleinteilig und unterschiedlich gefährlich.
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Hochwasserlage weiterhin kritisch

Tagelanger Regen und durchgeweichte Böden – in fast ganz Deutschland kamen die Bäche und Flüsse an ihre Kapazitätsgrenzen. In einigen Teilen Deutschlands entspannt sich die Lage langsam – voraussichtlich aber nur vorübergehend.
In Bayern sinken die Wasserstände nun langsam. Die Lage bleibt aber örtlich angespannt, weil es noch eine Weile dauern kann, bis die überschüssigen Wassermengen abgeflossen sind.
In Sachsen fallen die Wasserstände in den meisten kleineren Flüsse. An der Elbe wird der Scheitelpunkt aber erst in den kommenden Tagen erwartet. Ein Erreichen der höchsten Meldestufe 4 ist nicht ausgeschlossen, meist bleibt es bei 3. Das bedeutet Überschwemmung größerer Flächen und Überschwemmung einzelner bebauter Grundstücke, Straßen und Keller sind möglich.
In Thüringen und Sachsen-Anhalt sollten die Wasserstände ebenfalls minimal zurückgehen oder zumindest nicht weiter steigen. Ähnliches gilt für Hessen, wo die Lage insgesamt aber entspannter ist.
In Niedersachsen und NRW steigen die Wasserstände teilweise weiter. Hier wird wohl auch in den kommenden Tagen der Schwerpunkt der Hochwasserproblematik liegen. Eine kleine Entspannung sollte es zwar durch die regenärmere Phase von Dienstag bis Donnerstag geben, das Wasser muss aber erstmal abfließen. Das gestaltet sich regional sehr problematisch, weil einfach überall Wasser steht und die Böden komplett gesättigt sind.
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Hochwassergefahr dauert bis Januar an

Ab Freitag könnte es dann von Westen wieder kräftigere Niederschläge geben, eventuell bis über den Jahreswechsel hinaus. Wie die Lage dann an den Dämmen und Uferbereichen im Details aussehen wird, ist noch nicht abzuschätzen. Dafür sind zu viele Einflussfaktoren im Spiel. Wenn beispielsweise das Wasser aus den randvollen Talsperren kontrolliert abgelassen wird, verschärft sich die Hochwassersituation an den betroffenen Flüssen, obwohl der Regen nachlässt. Halbwegs klar ist aber durchaus, dass die Hochwasserlage als wohl im Westen und Nordwesten längere Zeit angespannt bleibt.
Hochwassergefahr: Das bedeuten die Meldestufen 1 bis 4
Es besteht erhebliche Hochwassergefahr an vielen Bächen und Flüssen. Wer in einer kritischen Region wohnt, sollte sich über die aktuelle Lage bei der Hochwasserzentrale deines Bundeslandes informieren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Das bedeuten die Meldestufen:
- Meldestufe 1: kleinere Ausuferungen
- Meldestufe 2: Verkehrsbehinderungen und landwirtschaftliche Flächen überflutet
- Meldestufe 3: einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen
- Meldestufe 4: bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich
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(phe, ctr)



