Darauf beim Spaziergang achten

Giftige Gase, Totholz & Eichenprozenssionsspinner: Diese Gefahren drohen im Wald

Diese Gefahren drohen gerade im Winter

19.12.2020, Niedersachsen, Dötlingen: Spaziergänger gehen auf dem Huntepadd nahe des Ortes durch einen Wald. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bei Sonnenschein und kalten Temperaturen lockt der Wald.

Spaziergänge im Wald sind gerade im Herbst und Winter oft eine schöne Sache und eine willkommene Ablenkung. Ganz so easy ist das nicht. Denn der Wald ist durch die Reste der Eichenprozenssionsspinner, die Trockenheit der letzten Jahre, die Borkenkäferplage, instabile Bäume und sogar lebensgefährlichen Gase aus Mooren für Mensch und Hund zum Risiko-Terrain geworden. Wo die Gefahren lauern, haben wir hier zusammengefasst.

Gefahr Nummer 1: Altholz 

 Moschusbock, Moschus-Bock, Moschusbockkaefer, Moschus-Bockkaefer Aromia moschata, auf Totholz, Deutschland, Baden-Wuerttemberg musk beetle Aromia moschata, on dead wood, Germany, Baden-Wuerttemberg BLWS373668
Alt- oder Totholz hat in der Natur aber auch seine gute Seite, hier tummeln sich viele seltene Arten, zum Beispiel der Hirschkäfer oder wie hier der Moschusbockkäfer. Sie leben im und vom toten Holz.

Die Trockenheit der letzten Jahre hat auch indirekte Folgen und die betreffen uns Waldspaziergänger. Die Bäume haben durch Trockenheit, Sonnenbrand und Schädlinge ihre Widerstandskraft verloren, sind teils oder ganz tot. Das kann uns zur Falle werden. Totholz, halb abgerissene Äste oder durch den Borkenkäfer geschwächte Stämme können auch schon abseits der klassischen Sturmlagen abbrechen oder zu Boden geworfen werden. Nichts selten wiegen solche Äste auch mal 40 Kilogramm oder mehr.

Gefahr Nummer 2: Wind

Es müssen nicht unbedingt die Stürme mit 100 km/h Wind oder mehr sein, die Bäume umknicken oder tote Äste herunterkrachen lassen. Auch Windspitzen von 50 bis 70 km/h können da schon mal den ein oder andere Windwurf verursachen. Zumal abgestorbene Äste oder Stämme manchmal einfach nur verkeilt sind. Da muss nicht direkt der ganze Baum vom Sturm umgerissen werden. Es kann dann schon ausreichen, wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung mit entsprechenden Stärke weht.

Gefahr Nummer 3: Haare vom Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner-Nest auf dem Weg.
Unscheinbar, aber für Kinder und Vierbeiner kann das alte Nest gefährlich spannend werden.

Die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus. Jetzt im Winter fegt der Wind die alten Nester von den Bäumen (mehr Info dazu hier). Diese sind jetzt nicht mehr bewohnt, enthalten aber noch viele der gefährlichen Brennhaare. Das unscheinbare Ding auf dem Waldweg kann so schnell zur Gesundheitsgefahr werden.

Gefahr Nummer 4: Gestapelte Holzstämme

ARCHIV - Schneebedeckte Baumstämme liegen am 07.11.2016 in der winterlichen Landschaft bei Oberjoch (Bayern). Über die eisigen Temperaturen der vergangenen Wochen freuen sich vor allem die bayerischen Staatsforsten. Denn eisharter Boden ist perfekt,
Das sieht zwar nach Spielplatz aus, ist aber eine unterschätzte Gefahr.

Das Klettern auf an den Waldrändern aufgestapelten Holzstämmen ist bei Kindern beliebt und von Eltern oft nicht als Gefahr erkannt. Diese Stämme sind in der Regel nicht speziell abgesichert und können somit in Bewegung geraten. Auf der anderen Seite wiegen sie Tonnen und es gibt immer wieder tödliche Unfälle.

Kohlenstoffmonoxid in Sümpfen, Mooren und Morasten 

In Moor-Gebieten können auch andere Gefahren lauern. Wenn hier mehrere Faktoren zusammenkommen, wird es gefährlich: Dort, wo natürliche Prozesse Fäulnis erzeugen, wie in einem Moor, sind Kohlenstoffmonoxidblasen unter der Erde eingeschlossen. Brechen diese auf, kann die giftige Gasblase aufsteigen. Wenn das Wetter ungünstig ist, kein Wind existiert und die Stelle in einer Mulde liegt, könnte man, wie gerade möglicherweise geschehen, eine gefährliche Kohlenmonoxidvergiftung abbekommen und im Ernstfall daran sogar sterben.

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(avo)