Klimafreundlicher am Kaminfeuer sitzen

Gefahr Feinstaub: Der richtige Umgang mit dem Holzofen

So wird das Kaminfeuer klimafreundlicher

Ruß und Feinstaub sind nicht nur beim Silvesterfeuerwerk ein Problem. Das gemütliche Knistern von Feuer im Kamin oder Holzofen müsste uns ebenso ein schlechtes Gewissen verursachen. Man muss nur ein paar Dinge beachten, damit der Feuerspaß klimafreundlicher wird.

Im Video erklärt Christian Häckl, welche gigantischen Mengen Feinstaub durch eine einzige Silvesternacht in die Luft geschossen werden.

Alle wichtigsten News rund um die Klimakrise auf unser Klima-Update-Seite.

Feuerwerk zu Neujahr sorgt für Anstieg der Feinstaub-Werte

 Jährlich werden durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Laut Umweltbundesamt handelt es sich dabei um 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.
Die Werte des Umweltbundesamtes zeigen, dass die Tagesmittel an Neujahr in deutschen Großstädten deutlich über denen der sonstigen Wochentage stiegen. In den meisten Großstädten betrugen sie das Doppelte. © Statista 2021 - Quelle: Bundesumweltamt

Richtig Anzünden vermeidet Ruß und Feinstaub

Wer das Kaminfeuer anzündet, sollte darauf achten, dass es richtig heiß hergeht. Warum? Brennt das Holz am Anfang zu langsam ab, gibt der Kamin über den Schornstein vergleichsweise viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab. Ein Feuer braucht viel Luft und hohe Temperaturen beim Entzünden. Klein gespaltenes Anzündholz oder handelsübliche Anzünder helfen, um schnell die Temperatur hoch zu pushen. Auch muss im Ofenraum genügend Sauerstoff enthalten sein, damit die Flammen züngeln können. Also alle Luftschlitze maximal öffnen, bis sich ein Glutbett gebildet hat und dann erst größere Holzstücke oder Briketts nachlegen. Dann erst sollte die Luftzufuhr wieder gedrosselt werden.

Das Herunterfahren der Belüftung nach dem Anzünden ist wichtig. Denn ist das Feuer erst mal angefacht, erhöht eine zu große Luftzufuhr die Temperatur im Ofenraum extrem, was den Wirkungsgrad des Ofens reduziert - es entstehen wiederum Emissionen.

Kachel- und Kaminöfen sind begehrt

Trotz Feinstaubbelastung: Die Menschen mögen Kachel- und Kaminöfen.
Anzahl der Personen in Deutschland, die in den nächsten 1 oder 2 Jahren einen Kachelofen oder Kamin einbauen wollen, von 2017 bis 2021 (in Millionen) © Statista 2021 - Quelle: Allensbach

Trockenes Holz verbrennen

Es gibt sogar ein Gesetz, das es verbietet, frisch geschlagenes Holz zu verbrennen. Dafür gibt es auch einen guten Grund, denn feuchtes Holz verbrennt schlecht. Es darf nur Holz mit einem Feuchtegehalt von rund 25 Prozent im Ofen landen. Bestimmen lässt sich dies mit einem Feuchte-Messgerät.

Lackiertes und verleimtes Holz, Sperrholz, Spanplatten, Kunststoffe sowie Haushaltsabfälle sind absolutes Tabu. Außerdem sind Briketts aus Paraffin, Papier und Rinde verboten.

Lese-Tipp: Iss richtig und du rettest die Welt

Alte Öfen können nachgerüstet werden

Vor allem alte Öfen verursachen viele Emissionen. Seit Jahren werden deshalb schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung (1.BImSchV) unterworfen und müssen mit einem Filter nachgerüstet, ganz ausgetauscht oder stillgelegt werden.

Betroffen sind Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle befüllt werden und die einen Grenzwert von Emissionen nicht einhalten. Dieser liegt bei 150 Milligramm pro Kubikmeter für Feinstaub und 4 Gramm pro Kubikmeter für Kohlenmonoxid.

Die Umsetzung der Reglementierung erfolgt in Schritten - bereits seit 2010 sind ältere Öfen betroffen. Die letzte Stufe betraf mit Fristende 2020 ummauerte Feuerstätten mit einem industriellen Heizeinsatz und einer Leistung von mindestens vier Kilowatt, die von 1985 bis 1994 gebaut wurden. Öfen der Baujahre ab 1995 müssen bis Ende 2024 die Nachweise erbringen oder nachgerüstet werden.

Lese-Tipp: Massentierhaltung ist superschhädlich für’s Klima

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.


Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(avo/dpa)