Bis zu 800 Liter Regen

Unwetter Südeuropa: Unfassbare Regenmengen an der Adria berechnet - Katastrophe droht

von Carlo Pfaff und Oliver Hantke

Am Mittelmeer braut sich richtig was zusammen. Die Unwettergefahr ist vor allem an der Adria, also von Italien über dem Balkan bis nach Albanien, extrem hoch. Neben Sturm- bis Orkanböen, Tornados und Hagel geht die größte Gefahr von den unglaublichen Regenmengen aus. Bis zu 800 Liter pro Quadratmeter werden berechnet!

Unwetter-Schwerpunkte von Österreich und Italien über Slowenien, Kroatien, Montenegro bis Albanien

Die Grafik zeigt die Niederschläge am Freitag, 16.09.2022
Extreme Regenmengen werden für Freitag berechnet.

Die heftigsten Unwetter werden bis Freitag über der Mitte Italien, dem Süden Österreichs, Slowenien und Kroatien erwartet. „Dabei sind stellenweise heftige Gewitter zu erwarten. Und die Wettercomputer haben in ihren letzten Niederschlagsberechnungen noch einen raus gehauen. Da werden in unseren bekannten europäischen Modellen meist 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter berechnet. In absoluten Spitzen auch an die 400 Liter. Schon das wäre eine Katastrophe, wenn die eng begrenzt fallen würden“, erklärt wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff. Neben dem extrem starker Regen sind auch großer Hagel, Sturm- und Orkanböen und Tornados möglich. Einige Modelle wie das australische Wettermodell gehen sogar noch weiter: Sie berechnen bis zu 800 Liter Regen pro Quadratmeter

Hier geht es zum aktuellen Regenradar von Kroatien, Slowenien und Italien

Hier geht es zu den aktuellen Unwetterwarnungen in Kroatien und Slowenien

Wie kommen die extremen Niederschläge von bis zu 800 Liter zustande?

Es ist eine unfassbare Niederschlagsmenge, die die Wettercomputer für die Adriaregion ausgespuckt haben. Da können wir nur hoffen, dass das so nicht eintritt, denn die Konsequenzen könnten immens sein. „800 Liter in ein oder zwei Tagen – das wäre der gesamte JAHRESNIEDERSCHLAG von Hannover! Sturzfluten, Überschwemmungen, Hang- und Erdrutsche mit extremen Zerstörungen wären die Folgen – aber auch bei 400 Liter Regen könnten die Auswirkungen sehr groß sein“, fürchtet Pfaff.

Natürlich spielt auch die Orographie, also die bergige Küste, und somit die Staueffekte eine Rolle bei der Niederschlagberechnung. Auch das enorm warme Wasser der Adria – das ist derzeit 2 bis 4 Grad zu warm - sorgt dafür, dass noch mehr Feuchtigkeit und somit Regen in die Luft gebracht werden kann.

Lese-Tipp: Darum ist es so gefährlich, wenn das Mittelmeer so warm ist

Gewitter mit Unwettergefahr auch am Samstag

Gewitterrisiko im Süden Europas am Samstag, 17. September 2022
Es kracht und blitzt auch am Samstag rund um die Adria weiter.

Auch am Samstag bleibt das Gewittertief noch aktiv und die Unwetter mit heftigen Regenfällen gehen weiter. Dann sind speziell der Nordosten Italiens sowie die komplette östliche Adriaküste mit Slowenien,Kroatien, Montenegro, Albanien bis nach Griechenland betroffen. „Neben den enormen Wassermassen können auch weiter Tornados beziehungsweise Wasserhosen auftreten“, warnt Pfaff.

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(oha, apf)