Extremwetter fordert Todesopfer

Heftige Unwetter mit katastrophalen Folgen - Lage weiter brisant!

von Letizia Vecchio und Carlo Pfaff

Über Italien und Südeuropa hat sich eine enorm brisante bis gefährliche Wetterlage eingestellt. Die ersten katastrophalen Auswirkungen der Unwetter mit all seinen Facetten dringen langsam an die Oberfläche. Und es ist leider noch nicht vorbei.

Unfassbare Regenmengen binnen kurzer Zeit

Laut italienischen Medienberichten kamen Regenmengen von bis zu 420 Liter pro Quadratmeter herunter – ganze Ortschaften wurden überflutet, mindestens zehn Menschen sind dabei ums Leben gekommen, nach vielen wird noch gesucht. Vor allem die Kleinstadt Senigallia, die direkt an der Adriaküste liegt, hat es hart getroffen – die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Mit Schlauchbooten wird versucht, die Anwohner zu evakuieren. Fraglich ist, ob das Schlimmste schon überstanden ist oder ob weiterer Starkregen für noch katastrophalere Folgen sorgt.

Bereits im Vorfeld haben einige Wettermodelle auf ein derartig großes Potenzial dieser Unwetterlage hingedeutet.

Warmes Mittelmeer "füttert" Tief REILI

Vorhersage und Prognose Unwetter am Samstag, 17. September 2022
Unwetter und Gewitter in Europa - es ist noch nicht vorbei

Das Extrem-Wetter, das im Moment den Süden Europas in Atem hält, ist das Ergebnis mehrerer Wetter-Phänomene, die sich gegenseitig beeinflussen. „Einerseits liegt es am Tief REILI, das sich aktuell über dem Süden und Südosten Europas befindet“, erklärt wetter.de Meteorologe Carlo Pfaff. „Das allein reicht aber noch nicht für solchen Starkregen, denn REILI an sich ist gar kein so extremes Tief. Allerdings wird es noch vom extrem warmen Mittelmeer „gefüttert“, es bedient sich aus dem verdunstenden Wasser des Meeres.“ Hinzu kommt, dass sich die Gewitter in bergigen Regionen stauen und das Weiterziehen erschwert ist. Keine gute Mischung – um genauer zu sein eine katastrophale.

Teil 2 der Unwetter steht noch bevor

HANDOUT - 16.09.2022, Italien, Senigallia: Feuerwehrleute helfen älteren Frauen aus einem Schlauchboot, die sie aus ihren Häusern gerettet haben. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen an der italienischen Adriaküste haben Menschenleben gefordert, w
Eine Bewohnerin des Küstenorts Senigallia wird von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht

Leider könne derzeit noch keine Entwarnung gegeben werden, meint Carlo Pfaff: „Auch wenn sich eine kurze Wetterberuhigung einstellt, ziehen spätestens ab dem Nachmittag wieder neue Gewitter über den Adria-Regionen in Italien, Slowenien und Kroatien auf. Auch Süditalien und Albanien sind betroffen.“ Starkregen mit bis zu 200 Liter pro Quadratmeter, Sturmböen, Wasserhosen und Tornados sind die Folge – mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen.

Die Bewohner in Teilen Südeuropas müssen sich also weiterhin auf das Schlimmste gefasst machen. Das einzig Gute: Tief QUEENIE, das derzeit vor allem bei uns für kalt-nasses Herbstwetter sorgt, mischt im Mittelmeerraum vorerst nicht mit. „Das könnte noch viel schlimmere Wetterereignisse zu Folge haben“, meint Pfaff.

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(eve, apf)