Notstand ausgerufen

Die schlimmste Dürre seit 100 Jahren – 24 Millionen Menschen sind betroffen

von Claudia Träger

Hitze und Wasserknappheit im südlichen Afrika haben zu einer riesengroßen Katastrophe geführt. Malawi, Sambia und Simbabwe haben den Notstand ausgerufen. Es ist mehr als ein vom Klimaphänomen El Niño befeuerter Klimaschock. Es ist eine humanitäre Krise, von der 24 Millionen Menschen betroffen sind.

Oben im Video: Droht durch El Niño ein markanter Temperatursprung im Jahr 2024?

Trockenheit, Ernteausfälle, Hungersnot

22.03.2023, Simbabwe, Mangwe: James Tshuma, ein Bauer im Bezirk Mangwe im Südwesten Simbabwes, steht inmitten seines ausgetrockneten Feldes inmitten einer Dürre in Simbabwe. Eine neue Dürre hat Millionen von Menschen im südlichen Afrika mit Hunger konfrontiert, da sie die Auswirkungen extremer Wetterbedingungen zu spüren bekommen, die nach Ansicht von Wissenschaftlern immer häufiger und schädlicher werden. Foto: Tsvangirayi Mukwazhi/AP +++ dpa-Bildfunk +++
Eine extreme Trockenperiode hat Millionen von Menschen im südlichen Afrika mit Hunger konfrontiert,

Im südlichen Afrika vollzieht sich gerade eine leise Katastrophe. Das UN-Nothilfebüro OCHA spricht von der schlimmsten Dürre seit über 100 Jahren. Sengende Hitze lässt Ackerpflanzen verdorren und Weidetiere verenden. Die Temperaturen zwischen Ende Januar und Anfang März lagen durchschnittlich fünf Grad höher als in Vorjahren. Mehr als 24 Millionen Menschen im südlichen Afrika leiden an Hunger, Unterernährung und Wasserknappheit.

Malawi, Sambia und Simbabwe haben aufgrund der Dürre bereits nationale Katastrophenzustände ausgerufen. In Simbabwe gebe es kaum Ernteerträge und das Vieh habe bald kein Gras mehr zu fressen, schildert Regina Feindt, die stellvertretenden Landesdirektorin der Welthungerhilfe in Simbabwe, die schlimme Lage. In den Städten werden Grundnahrungsmittel unbezahlbar.

El Niño: Dürre hier, Überflutungen dort

El Niño Folgen Weltkarte Karte Grafik
Als Folge von El Niño werden einige Regionen zu nass, zu warm oder zu trocken.

Es ist nicht der Klimawandel allein, der die verheerende Lage verursacht. El Niño, das in unregelmäßigen Abständen auftretende Klimaphänomen im äquatorialen Pazifik, trägt zu der Katastrophe bei. Die Zirkulation von Meeres- und Luftströmungen kehrt sich um und bringt bestehende Gleichgewichte durcheinander. Dort bleibt Regen aus, hier kommt es zu Überschwemmungen. Missernten und Hungersnöte können die dramatischen Folgen sein. So auch in Afrika.

Trockenheit zum einen und zu viel Regen zum anderen aufgrund von El Niño haben in Madagaskar, Mosambik, Malawi und Sambia auch zu heftigen Überschwemmungen geführt. Tausende flohen davor. Die Fluten führten laut UN zu einem Cholera-Ausbruch.

Der aktuelle El Niño gehört nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) zu den fünf stärksten der letzten Jahrzehnte. Er wäre schon schlimm genug, aber durch die Folgen des Klimawandels sind viele Regionen jetzt schon unter einem extremen Leidensdruck. Wetterextreme und Katastrophen nehmen auch ohne El Niño zu und zerstören die Lebensgrundlage von Millionen Menschen.

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(ctr mit dpa)