Eichenprozessionsspinner lauern schon

Darum könnte es in diesem Jahr sogar noch schlimmer werden

von Björn Alexander und Amelie von Kruedener

Eichenprozessionsspinner
Die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner haben das Nesselgift Thaumetopein in sich, das starken Ausschlag, Juckreiz, entzündliche Hautreaktionen, Augenreizungen, Fieber und Schwindel auslösen kann.

Zwischen Ende Mai und Ende September ist das Thema Eichenprozessionsspinner wieder aktuell. Gefährlich für uns sind nicht die unscheinbaren kleinen Raupen oder späteren Falter selbst, sondern die giftigen Haare der Raupen. Die fliegen bei trockenem Wetter besonders gut. Das Wetter hat auch in diesem Jahr einen Einfluss auf die Population der gefährlichen Nachtfalter.

Frühjahr und Spätsommer sind entscheidend

Beim Blick auf das Wetter gibt es zwei wichtige Zeiträume, die für die Population der Eichenprozessionsspinner wichtig sind. Einerseits der Spätsommer. Dieser sollte möglichst trocken und sonnig sowie windschwach sein. Denn so haben die ausgewachsenen Falter gute Flugbedingungen und die Eiablage funktioniert am besten.

Andererseits ist das Wetter im Frühjahr entscheidend. In den Frühjahrsmonaten wurden insbesondere bei milden, trockenen sowie sonnigen Verläufen häufig größere Populationszahlen beobachtet. Gleichzeitig beeinflussen aber auch artbedingte Zyklen die Anzahl dieser Nachtfalter beziehungsweise ihrer Raupen, so dass der Zusammenhang zum Wetter auch nicht unbedingt 1:1 übereinstimmen muss.

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Nichtsdestotrotz lässt das Wetterarchiv der letzten 20 Jahre beispielsweise viele „optimale” Bedingungen für das vermehrte Wachstum der Eichenprozessionsspinner erkennen. Angetrieben durch den Klimawandel, dem wir die Spinner überhaupt erst in unseren Breiten zu verdanken haben. Denn der Eichenprozessionsspinner zählt zu den Neozoen, also Tierarten, die neu in einem Bereich dazu kommen. Ursprünglich stammen sie aus dem Südwesten Europas. Mit den weiter ansteigenden Temperaturen haben sie sich dann in den letzten Jahrzehnten immer weiter nach Mitteleuropa und innerhalb von Deutschland ausgebreitet.

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Eichenprozessionsspinner mögen es warm und trocken

Hervorzuheben aus Sicht der Eichenprozessionsspinner sind laut der Wetterdaten zum Beispiel das Jahr 2019, in dem auf einen schönen und trockenen Spätsommer 2018 im Frühling 2019 eine sehr lange sonnige Phase folgte.

Und auch in diesem Jahr erleben wir dieses Phänomen. Ein schöner Spätsommer im Vorjahr, ein warmer und trockener April und weitere trockene Aussichten. Wichtig ist allerdings hierbei noch zu erwähnen, dass es inzwischen ja reichlich Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Raupen gibt, so dass die Zahlen und die massenhafte Entwicklung der kleinen Schädlinge vielleicht nicht mehr ganz so explodieren, wie in den Jahren zuvor.

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(bal, avo)