Da Vinci Glow

Wenn der Mond im Erdschein zu sehen ist

von Karim Belbachir

Schon mal vom Erdschein oder Da Vinci Glow gehört? Gesehen haben dieses Phänomen, in dessen Zentrum der Mond steht, bestimmt die meisten Menschen. Die Bezeichnung dafür ist aber vielleicht unbekannt. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Mond im Glanz der Erde

23.04.2023, Russland, St. Petersburg: Der Planet Venus ist in der Nähe einer zunehmenden Mondsichel über dem Dorf Podolje, Russland, 70 Kilometer östlich von St. Petersburg, zu sehen. Foto: Dmitri Lovetsky/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Nachtseite des Mondes wird vom Erdschein beleuchtet.

Aufgefallen ist das Phänomen wohl den meisten Beobachtern, aber den Namen dazu kennen wohl die wenigsten. Die Rede ist vom sogenannten Da Vinci Glow. In dem Fall ist kurz vor oder kurz nach Neumond der ganze Mond zu sehen, obwohl von der Erde aus gesehen nur ein Teil des Mondes von der Sonne beleuchtet ist. Dieser beleuchtete Teil ist die bekannte Mondsichel.

Nun ist aber mitunter auch der Rest des Erdtrabanten zu sehen. Alles, was es dazu braucht, ist eine klare, wolkenlose Nacht. Denn der dunkler erscheinende Teil des Mondes wird nicht von der Sonne, sondern von der Erde beleuchtet – dem sogenannten Erdschein. Das Sonnenlicht fällt auf die Erde und wird von der Tagseite auf den Mond reflektiert. Von dort landet es dann wieder bei uns, so dass wir den kompletten Mond auch sehen können, obwohl er von der Sonne nicht vollends angestrahlt wird.

Da Vinci hatte eine Erklärung für aschgraues Mondlicht

Sichelmond mit Erdschein 2021 02 13.jpg
Mit etwas Glück strahlt der Mond, wie in diesem Bild hell auf.

Gerade in den Frühlingsmonaten April und Mai ist es ein häufiger vorkommendes Phänomen. Das liegt an den global öfter auftretenden Wolkenmengen. Deren weiße Farbe wirft mehr Sonnenlicht zurück in den Weltraum. Dieser als Albedo bezeichnete Effekt kann dadurch in den genannten Monaten um bis zu 10 Prozent höher liegen als in anderen Monaten.

Den Namen hat der Da Vinci Glow seinem Entdecker zu verdanken. Kein geringerer als der berühmte Forscher, Künstler und Erfinder Leonardo da Vinci lieferte etwa um 1510 als erstes eine Erklärung für das aschgraue Mondlicht. In seinen Aufzeichnungen vermutete die menschliche Allzweckwaffe der Wissenschaft bereits, dass von der Erde reflektiertes Sonnenlicht für die Sichtbarkeit der Mond-Nachtseite verantwortlich ist. Das ist insofern erstaunlich, da zu dieser Zeit die meisten Menschen noch davon ausgegangen sind, dass die Erde im Zentrum des Universums steht.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Mission Weltall - Die Serie im Online Stream auf RTL+

Streaming-Tipp auf RTL+: Mission Weltall

(kfb)