Wasser- und Stromfresser Bitcoins

Darum beschleunigen Kryptowährungen den Klimawandel

von Claudia Träger

Sogenannte Kryptowährungen wie Bitcoins sind seit einigen Jahren in aller Munde. Sie gelten als fälschungssicher, ermöglichen anonyme Überweisungen ohne Beteiligung einer Bank und sind zudem sehr beliebt bei großen und kleinen Spekulanten. Wie kann es sein, dass diese rein digitalen Währungen klimaschädlich sind? Christian Häckl erklärt den Zusammenhang im Klima Update anhand erschreckender Zahlen.

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Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind digital erzeugte Geldeinheiten. Sie werden in Coins oder Token ausgegeben und in digitalen Wallets (englisch für Geldbörse) gespeichert.

Seit wann gibt es Kryptowährungen?

Die Kryptowährungn entstanden als eine Reaktion auf die weltweite Finanzkrise und ihrem Höhepunkt mit der Pleite der Bank Lehmann Brothers im September 2008. Sie sollten ein transparentes Zahlungsmittel, das nicht der Kontrolle eines Staates unterliegt, sein.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Börsenwert digitaler Zahlungsmittel im Dezember 2023
Ranking der größten virtuellen Währungen nach Marktkapitalisierung im Dezember 2023 (in Milliarden US-Dollar).

Im Dezember 2023 gab es laut investing.com 8.122 unterschiedliche Kryptowährungen. Die bekannteste unter ihnen ist Bitcoin, die das Ranking der größten virtuellen Währungen nach Marktkapitalisierung mit großem Abstand vor Ethereum anführt.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Bitcoin mining farm. IT hardware. Electronic devices with fans. Cryptocurrency miners.
Goldmine im 21. Jahrhundert: So werden Kryptowährungen wie Bitcoins geschürft.

Kryptowährungen basieren auf der Blockchain-Technologie. Die Blockchain (übersetzt: Datensatzkette) ist eine dezentrale Datenbank. Sie liegt also nicht auf dem Server einer einzelnen Person oder Organisation, sondern verteilt sich auf ein breites Netzwerk an Computern. Sie dient als digitales Kassenbuch, in dem alle Transaktionen mit einer Kryptowährung chronologisch aneinandergereiht sind.

Sie kann beliebig lang werden. Sobald eine weitere Transaktion mit einer Kryptowährung erfolgt, wird der dazugehörige Datensatz hinten dran gehängt und dort verschlüsselt mit einem einzigartigen Code gespeichert.

Im Prinzip kann jede Person Teilnehmerin oder Teilnehmer dieses Netzwerks werden und eigene Rechenleistung zur Führung des Kassenbuchs beisteuern.

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Wie entstehen neue Coins?

Kryptowährung goldene leuchtende Bitcoin Münze in der Hand eines Mannes Symbol der Kryptowährung elektronisches virtuelles Geld FOTOMONTAGE
Total begehrt wie Gold: die digitale Währung Bitcoin.

Neue Einheiten von Kryptowährungen werden durch einen Prozess namens Mining (auf deutsch Schürfen) geschaffen. Geschaffen werden Bitcoins und ihre Alternativen von den Minern, quasi Goldgräbern, die Kryptowährung schürfen. Ihre leistungsstarken Computer berechnen dafür komplexe Algorithmen und lösen mathematische Rätsel. Und das verbraucht eben enorme Mengen an Energie.

Es wird noch ein bisschen kryptischer und rätselhafter: Die Bitcoin-Miner bekommen eine Belohnung in Form von Bitcoin, wenn sie der Blockchain erfolgreich einen neuen Transaktionsblock hinzugefügt hat. Die Belohnung halbiert sich aber alle vier Jahre. Für den gleichen Verdienst müssen Miner müssen also immer schneller werden.

Endlos weiter geht das Schürfen nicht. Das Bitcoin-Protokoll sieht vor, dass es nie mehr als 21.000.000 Bitcoins geben wird. Berechnungen des Analysehauses Coinmarketcap zufolge wird der letzte Bitcoin um das Jahr 2140 herum geschürft.

Forschende fordern Kontrolle der Kryptowährungen

Schon in einer Studie von 2022 hatten drei Wirtschaftsprofessoren von der University of New Mexico in Albuquerque (USA) untersucht, wie hoch die durch Bitcoin-Mining verursachten Klimaschäden sind. Sie beliefen sich von 2016 bis 2021 laut Studie auf durchschnittlich 35 Prozent des Marktwerts. Damit gleiche das Mining der Kryptowährung anderen energieintensiven, stark klimaschädlichen Prozessen wie der Rindfleischproduktion (33 Prozent), der Stromerzeugung aus Erdgas (46 Prozent) oder der Herstellung von Benzin aus Rohöl (41 Prozent). Forderungen für eine Überwachung und Kontrolle des Kryptowährungmarktes werden daher immer lauter.

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(ctr)