Sperrungen, ein Toter und Hochwasser

Heftige Auswirkungen durch Sturmtief NADIA in der Nacht zu Sonntag

Sturmtief NADIA hat am Samstag und in der Nacht zum Sonntag heftige Orkanböen und eine Sturmflut nach Norddeutschland gebracht. Feuerwehren und die Polizei mussten Hunderte Male ausrücken. Der Hamburger Fischmarkt stand unter Wasser. Auch Bahnen und Fähren fallen aus. Und auf der Nordsee mussten sich Seeleute bei Windstärke 10 auf einen Frachter abseilen. Die stärkste Böe wurde auf der Ostseeinsel Hiddensee mit 157 km/h gemessen. Auch heute bleibt es vor allem im Osten noch stürmisch, die heftigsten Böen sollten aber durch sein.

Unsere Windkarten: So windig wird es heute

 LKW kippt auf Fehmarnsundbrücke um am 29.01.2022, Fehmarn, Fehmarnsundbrücke In der Nacht zum Sonntag ist auf der Fehmarnsundbrücke ein LKW von einer Böe des Sturms Nadia erfasst worden. Dabei kippte er auf der Brücke um. / FOTO: DENNIS ANGENENDT Co
Ein LKW wird von einer Sturmböe erfasst und kippt auf der Fehmarnsundbrücke um.

Ein Todesopfer in Deutschland durch Sturmtief NADIA

Am Samstagabend wurde ein Wahlplakat in Beelitz von einer heftigen Sturmböe erfasst und kippte auf eine Gruppe junger Menschen. Ein Mann wurde am Kopf getroffen. Das schwere Metallgestänge des Wahlplakats soll ihn so unglücklich am Kopf getroffen haben, dass dieser noch vor Ort seinen schweren Verletzungen erlag.

Feuerwehr musste Hunderte Male in Norddeutschland ausrücken - Bahnverkehr kurz eingestellt

Der Sturm bescherte der Feuerwehr und Polizei im gesamten Norden viele Einsätze.Besonders betroffen waren Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Wegen Sturmschäden kam es in Norddeutschland außerdem zu massiven Problemen im Bahnverkehr.

Am frühen Samstagabend stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen für etwa 50 Minuten ein. Betroffen waren insbesondere die ICE-Strecken zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Berlin.

Der Bahnverkehr ist im Norden und Nordosten Deutschlands auch am Sonntagmorgen noch beeinträchtigt. Die Probleme sollten voraussichtlich bis in die Mittagsstunden anhalten, teilte die Deutsche Bahn mit. Auch im Regionalverkehr kommt es wegen der Unwetterschäden noch zu Verspätungen und Ausfällen. Als Gründe nannte die Bahn vielerorts Bäume, die auf die Gleise gestürzt waren - oder Störungen der Oberleitung.

Schiffe auf der Elbe und der Nordsee in Not

29.01.2022, Hamburg: Ein Binnenschiff hängt unter der Freihafenelbbrücke fest. Beim Durchfahren der Brücke im starken Sturm war das Schiff mit dem Steuerhaus an der Brücke hängengeblieben und hat sich dabei verklemmt. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa +++ d
Ein Binnenschiff hing unter der Freihafenelbbrücke fest. Beim Durchfahren der Brücke im starken Sturm war das Schiff mit dem Steuerhaus an der Brücke hängengeblieben und hat sich dabei verklemmt.

Im Hamburger Hafen fuhr sich ein Binnenschiff unter einer Brücke fest. Das Schiff ist beim Durchfahren mit dem Steuerhaus an der Freihafenelbbrücke hängengeblieben und hatte sich verklemmt. Der zweite Vorfall ereignete sich 16 Seemeilen (ca. 30 Kilometer) vor der ostfriesischen Küste. Dort trieb ein unbeladener Frachter mehrere Stunden im Meer. Die 190 Meter lange «Vienna» hatte wegen des Sturms erkennbar Probleme zu manövrieren, wie ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven am Sonntagmorgen mitteilte.

Was hat die Sturmflut angerichtet?

Eine schwere Sturmflut hat den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser gesetzt. Der Scheitel wurde nach BSH-Angaben gegen 0.17 Uhr erreicht. Der Wasserstand lag 2,84 Metern über dem mittleren Hochwasser. Durch die Überflutungen wurden demnach mehrere Autos beschädigt. In der Nacht zum Sonntag gab es nach Angaben des BSH auch an anderen Küstenabschnitten eine Sturmflut. „Zwar nicht überall eine schwere Sturmflut wie in Hamburg“, sagte die Sprecherin. Es sei aber die gesamte deutsche Nordseeküste betroffen gewesen.

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Fährverbindungen eingestellt

Wegen des Sturms sind am Wochenende alle Fährverbindungen der Hallig-Linie der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) ausgefallen. Am Samstagnachmittag und am Sonntag waren zudem die Verbindungen ab Föhr, Amrum und Dagebüll betroffen. Auch die Fähren auf der Ostsee zwischen Rostock und Gedser auf der dänischen Insel Falster fielen zum Teil aus.

Wo gab es denn die heftigsten Böen?

  • Hiddensee 157 km/h
  • Leuchtturm Alte Weser 144 km/h
  • Kiel 141 km/h
  • List und Hörnum auf Sylt 137 km/h
  • Großer Arber 137 km/h
  • Brocken 130 km/h

Video: Was bedeuten die unterschiedlichen Windstärken?

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(oha mit dpa)