Minusrekorde geknackt

Lang anhaltende Kältewelle schockt Australien

von Carlo Pfaff und Oliver Scheel

Australien bibbert. Eine außergewöhnlich heftige und lang anhaltende Kältewelle hält das Land im Griff. Es gab sogar neue Minusrekorde und in Teilen Australiens liegt richtig viel Schnee. Dort ist jetzt zwar „regulär“ Winter, doch einen solch heftigen Wintereinbruch haben viele „Aussies“ lange nicht erlebt.

Kälterekorde gebrochen

A couple react as they take a mid-winter swim at Bronte Beach as rain continues to fall in Sydney, Australia,
Das traditionelle Eisbaden geht diesmal bei besonderer Kälte über die Bühne.

Unser Meteorologe Carlo Pfaff hat sich das Wetter Down Under mal genauer angeschaut: „In Australien herrscht derzeit ja Winter und Kälteeinbrüche im Juli sind dort speziell im Süden und Osten des Landes keine Seltenheit. Kaltluft strömt dabei vom Südpolarmeer weit nach Norden und sorgt für Nachtfröste und Schnee in den Bergen. Meist dauern diese Kältewellen nur kurz, doch dieses Jahr hält die Kälte ungewöhnlich lange an und sorgte örtlich schon für Kälterekorde. Am Flughafen Hillston in New South Wales war es mit -6 Grad noch nie so kalt“, so unser Wetter-Experte.

Und so schwitzen wir eben derzeit, während es in Australien ordentlich kalt ist. In den höheren Lagen des Bundesstaats Victoria hat es sogar kräftig geschneit. Dort liegen stellenweise bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Ministerin zeichnet düsteres Bild über Australiens Zustand

Fluten in Australien Anfang Juli
Vor wenigen Wochen stand Australien teilweise unter Wasser. Nun bibbert das Land in einer Kältewelle.

Australien wird immer wieder von Extremwettern heimgesucht. Erinnert sei hier an die verheerenden Brände, die von 2019 bis in den März 2020 loderten und einen gigantischen Schaden anrichteten.

Bei den Bränden starb eine Milliarde Tiere

Es dauerte nicht lange und nach dem Feuer kam die Flut. Salzwasserkrokodile und Schlangen wurde in und vor die Häuser gespült.

Auch vor wenigen Wochen noch stand Sydney mehr oder weniger unter Wasser. Australiens Umweltministerin Tanya Plibersek sagte bei der Vorstellung eines Umweltberichts, Australiens Umwelt sei angesichts der Klimakrise in einem erbärmlichen und ständig schlechter werdenden Zustand.

Schuld sei der Klimawandel, die Verschmutzung, der Raubbau an den Ressourcen durch die Minen, das Ausbreiten von invasiven Arten, was wiederum dazu führt, das heimische Arten aussterben.

„Der Bericht erzählt eine Geschichte von Krise und Untergang der australischen Umwelt und repräsentiert eine Dekade von Untätigkeit und Ignoranz vonseiten der Regierung“, sagte Plibersek.

Heftige Stürme in Neuseeland - Fähren fahren nicht, Überflutungen

Auch in Neuseeland macht das Wetter den Menschen zu schaffen. Dort stürmt es heftig. In der Hauptstadt Wellington auf der Nordinsel und in Christchurch auf der Südinsel kam es zu Überschwemmungen. Sieben Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten von 130 km/h schockten die Anwohner.

Viele Flüge nach Wellington fielen aus, selbst die Fähren konnten bei dem krassen Seegang nicht fahren. So war die Verbindung zwischen Nord- und Südinsel völlig gestört. Auch viele Strände waren überspült oder nicht erreichbar, weil die Straßen überflutet waren.

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(apf, osc)