Der Wetter-Tag bei wetter.de

Von Schnee zu Eis zu Regen

von Amelie von Kruedener

In der Nacht droht im Osten gefährliches Glatteis durch gefrierenden Regen. Am Dienstag entspannt sich die Lage, im Westen wird es deutlich milder.
In der Nacht droht im Osten gefährliches Glatteis durch gefrierenden Regen. Am Dienstag entspannt sich die Lage, im Westen wird es deutlich milder.

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter- und Klima-News des Tages:

Der Wetterwechsel läuft auf Hochtouren. Heute Abend und in der Nacht zum Dienstag ist es meist stark bewölkt bis bedeckt, gebietsweise fallen Niederschläge. Während im Westen überwiegend Regen dabei ist, fällt in der Osthälfte zunächst noch Schnee. Im Verlauf der Nacht geht dieser jedoch zunehmend in Regen über – mit einem heiklen Haken: Bei Temperaturen unter null bildet sich verbreitet Glatteis. Besonders im Osten steigt die Gefahr durch gefrierenden Regen deutlich an. Die Tiefstwerte reichen von +5 Grad im Westen bis -5 Grad im Osten.

Am Dienstag bleibt es stark bewölkt, zeitweise fällt etwas Regen. Im Osten ist dieser anfangs lokal noch gefrierend und kann teils unwetterartig ausfallen. Im Laufe des Vormittags setzt jedoch auch dort allmählich Entspannung ein. Vor allem in den südlichen Landesteilen bleibt es ab dem Mittag meist trocken, örtlich lockern die Wolken auf. Am Abend erreicht den Nordwesten neuer Regen.

Die Temperaturen sind krass unterschiedlich: von -1 Grad am Oderhaff bis zu 13 Grad am Oberrhein.

Winter-Unwetter: Wetterwechsel bringt gefährliche Glättelage

Meteorologe Joshua Pillar schaut auf die aktuelle Entwicklung: „Mit Tief Gunda über dem Nordmeer kommt etwas Bewegung in das mitteleuropäische Wetter; die entsprechende Warmfront bewegt sich heute von West nach Ost über Deutschland und bringt zunächst Schnee, dann Schneeregen bzw. gefrierenden Regen und gefährliches Glatteis. Mit einer starken südwestlichen Höhenströmung gelangen zunehmend milde Luftmassen ins Land.”

Was bedeutet das für die Glättelage am heutigen Tag konkret?

Im Tagesverlauf kommt die unwetterartige Glätte immer weiter ostwärts voran.
Im Tagesverlauf kommt die unwetterartige Glätte immer weiter ostwärts voran.

Heute zieht von West nach Ost Schnee und dann gefrierender Regen durch, verbreitet besteht die Gefahr von Glatteis. Der Wind weht böig aus südlichen Richtungen, die Höchstwerte liegen zwischen -3 und +10 Grad .Von Beginn an fällt im Westen Schnee, welcher im Tagesverlauf weiter nach Osten zieht. Dahinter folgt gefrierender Regen und gebietsweise wird es sehr glatt — am Vormittag vor allem in der Westhälfte, später vom Norden über die Mitte bis in den Südosten. Der Wind weht frisch bis stark aus südlichen Richtungen, die Höchstwerte liegen zwischen -3 und +10 Grad.

Präsenzpflicht in Brandenburg wegen Wetterwarnung am Dienstag ausgesetzt

In Brandenburg sind Eltern am Dienstag aufgrund erwarteter Wetter-Extreme und einer Unwetterwarnung wegen Glätte nicht verpflichtet, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das Brandenburger Bildungsministerium hat die Präsenzpflicht für diesen Tag ausgesetzt. Bereits am Freitag war dies wegen eines angekündigten Schneesturms geschehen.

Die Entscheidung basiert auf den aktuellen Wetterprognosen und einer Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Glatteis durch überfrierenden Regen. Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken, wobei ein Fehlen aus Wettergründen oder Krankheit als entschuldigt gilt. Schulen haben die Freiheit, zu entscheiden, ob der reguläre Unterricht früher endet oder wie die Schüler während ihres Aufenthalts geschützt werden.

Straßenbahnverkehr in Bremen aufgrund von Schnee und Eis eingeschränkt

In Bremen sind die Straßenbahnen aufgrund von Schäden an den Strecken, die durch Schnee und Eis verursacht wurden, weiterhin nicht regulär im Einsatz. Die Linien 2, 5, 8, 10 und 14 bleiben bis auf Weiteres außer Betrieb, wie ein Sprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) mitteilte.

Einige Linien, wie die 6, 4 und 1, fahren nur auf verkürzten Strecken, während für bestimmte Routen ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet wurde. Die Linie 3 verkehrt hingegen in einem dichteren Takt. Aufgrund der aktuellen Witterungslage müssen Fahrgäste auch im Linienbusbetrieb mit Verspätungen, Umleitungen und Fahrtausfällen rechnen.

Entgleisung einer Regionalbahn am Bahnhof Glashütte

Am Morgen ist eine Regionalbahn am Bahnhof Glashütte im Osterzgebirge entgleist. Glücklicherweise blieben die 25 Fahrgäste unverletzt. Die Bundespolizei berichtet, dass der Triebwagen vollständig aus den Gleisen sprang und auch die erste Achse des zweiten Wagens entgleiste. Zum Zeitpunkt des Vorfalls herrschten winterliche Bedingungen mit Eis und Schnee, was laut dem Verkehrsverbund VVO zu einer «witterungsbedingten Entgleisung» führte. Die Strecke zwischen Altenberg und Heidenau ist gesperrt, und ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.

Unfälle aufgrund gefrierender Nässe auf Autobahnen im Sauerland

Gefrierende Nässe hat auf der Autobahn 46 im Sauerland mehrere Unfälle verursacht. Bei Iserlohn rutschte ein Sattelschlepper, woraufhin ein Auto in den Auflieger prallte. Die Polizei warnte vor Glätte, und die Autobahn in Richtung Hemer wurde für Bergungsarbeiten gesperrt. Auch am Autobahnkreuz Olpe kam es auf der A4 und A45 zu mehreren Unfällen. In Ostwestfalen sorgte der gefrierende Regen auf der A44 Richtung Kassel für langsamen Verkehr.

Winterliche Witterung im Saarland: Unfälle und Schulschließungen

Im Saarland kam es am Morgen aufgrund winterlicher Witterung zu mindestens einem glättebedingten Unfall. Nahe Mettlach rutschte ein Auto in den Graben, während in Saarbrücken-Burbach mehrere Autos aufeinander fuhren; es ist jedoch unklar, ob dieser Unfall mit der Glätte zusammenhängt. Aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hat das saarländische Bildungsministerium den Präsenzunterricht an Schulen aus Sicherheitsgründen ebenfalls ausgesetzt. Jede Schule bietet jedoch eine Notbetreuung für Kinder an, die nicht zu Hause betreut werden können.

Glatteiswarnung in Nordrhein-Westfalen: Teilweise Aufhebung und anhaltende Gefahr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Glatteiswarnung für Teile Nordrhein-Westfalens, insbesondere vom Niederrhein bis nach Düsseldorf, Duisburg und Essen, aufgehoben. Meteorologen sehen keine große Gefahr mehr durch überfrierende Nässe. Für andere Regionen in NRW bleibt jedoch bis 10.00 Uhr die zweithöchste Warnstufe bestehen, während in Ostwestfalen die Gefahr bis 13.00 Uhr anhalten könnte. Eine Warmfront mit starken Regenfällen hat in der Nacht für glatte Straßen gesorgt, was zu Staus und Unfällen führte und den Winterdienst in Alarmbereitschaft versetzte.

Deutsche Bahn erwartet Einschränkungen und Verspätungen aufgrund von Glatteis

Die Deutsche Bahn rechnet am Montag aufgrund der angekündigten Glatteis-Situation mit Einschränkungen im Betrieb und möglichen Verspätungen. Vorsorglich wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf bestimmten Schnellfahrstrecken reduziert. Betroffen sind zunächst die Strecken zwischen Hannover und Frankfurt, Wolfsburg und Berlin sowie Köln und Frankfurt, was zu Verspätungen und Anschlussverlusten führen kann. Zudem werden alle ICE-Züge zwischen Berlin und Frankfurt nicht in Braunschweig und Hildesheim halten.

Trotz dieser Maßnahmen berichtete eine Sprecherin von einem insgesamt guten Betriebsstart am Morgen. Im Norden könnten jedoch Teilausfälle im Regionalverkehr auftreten. Bisher gab es keine größeren Störungen durch Glätte und Eisregen, und punktuelle Beeinträchtigungen konnten schnell behoben werden.

Unterrichtsausfälle auch in Hessen

Aufgrund von Schneefall und Glättewarnungen kommt es am ersten Schultag nach den Winterferien in mehreren Teilen Hessens zu Unterrichtsausfällen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat für zahlreiche Schulen den Unterricht abgesagt oder auf Distanzunterricht umgestellt. Auch im Wetteraukreis und anderen Landkreisen sind Schulen betroffen. Der Rheingau-Taunus-Kreis hat angekündigt, auf Präsenzunterricht zu verzichten. Schülerinnen, Schüler und Eltern werden gebeten, die Webseiten der jeweiligen Schulen für aktuelle Informationen zu konsultieren.

Hamburg: Keine Eislaufmöglichkeiten trotz Frost

Trotz zweistelliger Minusgrade gibt es in Hamburg kein tragfähiges Eis zum Eislaufen. Die Feuerwehr warnt weiterhin vor dem Betreten der Eisflächen, und bisher gab es keine Einsätze wegen ins Eis eingebrochener Personen. Nach nächtlichen Temperaturen von bis zu -14 Grad werden heute wieder Plusgrade erwartet, wobei Glatteis auf den Straßen möglich ist.

Flugausfälle am Frankfurter Flughafen aufgrund von Schneefall und Glatteis

Am Frankfurter Flughafen wurden aufgrund von Schneefall und Glatteiswarnungen zahlreiche Flüge gestrichen. Von 1052 geplanten Flügen wurden 98 annulliert, und die Zahl könnte weiter steigen. Der Flughafen ist im „angespannten Winterbetrieb“ und rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen. Der Winterdienst ist aktiv, um das Rollfeld zu räumen, und 34 Enteisungsfahrzeuge sind im Einsatz. Passagiere werden gebeten, ihren Flugstatus rechtzeitig zu prüfen und mindestens drei Stunden vor Abflug am Terminal zu sein.

Winterwetter verursacht Zugausfälle in Niedersachsen und Hamburg

Zu Wochenbeginn führt das Winterwetter zu zahlreichen Zugausfällen im Regionalverkehr in Niedersachsen und Hamburg. Die Bahnunternehmen Metronom und Enno berichten von ausgefallenen Verbindungen. Beim Metronom sind unter anderem die Linien RE3 zwischen Uelzen und Hamburg sowie RB31 zwischen Hamburg und Lüneburg betroffen. Bei Enno fallen Züge der Linie RE50 zwischen Hildesheim und Wolfsburg aus. Witterungsbedingte Beeinträchtigungen sind die Ursache. Bereits am Wochenende hatte das Winterwetter den Regionalverkehr in Norddeutschland stark beeinträchtigt.

Hier bibbert Deutschland in der Nacht zum Montag am schlimmsten

  • -24,4 Grad Kühnhaide (Marienberg), Erzgebirge/Sachsen
  • -21,9 Grad in Haidmühle, Bayerischer Wald/Bayern
  • -20,7 Grad in Rautenkranz, Erzgebirge-Vogtland/Sachsen
  • -19,6 Klingenbrunn (Spiegelau), Ostbayern

Im Video: Meteorologe Paul Heger schätzt die Lage ein

Glatteiswarnung in Deutschland: Schulen geschlossen, ADAC mahnt zur Vorsicht

In mehreren Bundesländern bleiben die Schulen am Montag aufgrund der Gefahr von gefrierendem Regen geschlossen. Der ADAC und Verkehrsminister Patrick Schnieder warnen vor gefährlicher Glätte, insbesondere in der West- und Südhälfte Deutschlands .In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen fällt der Präsenzunterricht aus, und die Schüler erhalten Distanzunterricht. Eine Notbetreuung wird für diejenigen angeboten, die nicht zu Hause betreut werden können.

Die Deutsche Bahn erwartet trotz der Warnungen nur kleinere Einschränkungen im Zugverkehr, während der ADAC empfiehlt, unnötige Autofahrten zu vermeiden. In der Nacht wurden keine glättebedingten Unfälle gemeldet, jedoch könnten die Auswirkungen des Wetters am Nachmittag spürbar werden.

Australien warnt vor weiteren Buschbränden aufgrund extremer Temperaturen

Nach den ersten schweren Buschbränden des Jahres in Australien müssen die Menschen mit weiteren Feuern rechnen. Der Chef der regionalen Brandschutzbehörde, Jason Heffernan, warnte vor hoher Brandgefahr in der Sommersaison, insbesondere mit einem bevorstehenden „Hitzeereignis” Ende Januar.

Bereits über 300.000 Hektar Vegetation wurden im Bundesstaat Victoria vernichtet, und Dutzende Wohnhäuser sowie mehr als 350 Gebäude wurden zerstört. Ein Mensch kam ums Leben. Trotz leicht verbesserter Wetterbedingungen wüten noch zwölf Großbrände im Bundesstaat.

Die anhaltend hohen Temperaturen und der starke Wind erhöhen die Brandgefahr, während der Klimawandel die Intensität und Häufigkeit von Dürren und Waldbränden verstärkt. Australien verzeichnet seit 1910 einen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius und bleibt einer der größten Produzenten fossiler Energieträger.

Müll-Lawine auf den Philippinen: Zahl der Toten steigt auf acht, Dutzende vermisst

Nach der Müll-Lawine auf den Philippinen ist die Zahl der Toten auf acht gestiegen, während mindestens 28 weitere Menschen vermisst werden. Das Unglück ereignete sich in Cebu City, rund 560 Kilometer südlich von Manila, als große Mengen Müll auf einer Deponie eine Recyclinganlage und mehrere Häuser begruben. Tagelanger Regen hatte den Boden aufgeweicht.

Die Einsatzkräfte suchen mit Kränen nach Überlebenden, während 18 Verletzte in Krankenhäuser gebracht wurden. Die Verschütteten sind größtenteils Beschäftigte der Deponie und der Recyclinganlage, aber auch Anwohner sind betroffen.

Die Philippinen haben seit Jahren mit Problemen bei der Abfallentsorgung zu kämpfen. Ein ähnliches Unglück ereignete sich bereits 2000 in Quezon City, bei dem mehr als 200 Menschen starben.

Wetterlage: Atlantischer Tiefausläufer sorgt für mildere Luft

Die eisige Luft weicht langsam.
Die eisige Luft weicht langsam.

Über dem Atlantik stehen schon die Tiefs Franka und Gunda bereit, deren Ausläufer bereits in der Nacht in die westlichen Landesteile Deutschlands gezogen sind. Mit auffrischendem Wind kommt dahinter sehr milde Luft nach. Zunächst fällt Schnee, der dann in Regen übergeht. Dabei besteht, solange die Böden noch gefroren sind, Glatteisgefahr. Am Dienstag setzt sich die Milderung fort. Im äußersten Osten und Südosten weicht der Frost nur sehr zögerlich aus den Böden und dort bleiben noch Glatteisecken übrig. Ansonsten ist es auch in den folgenden Tagen unbeständig und mild. Besonders in den westlichen Landesteilen gibt es auch nachts keinen Frost mehr.

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Videos auf wetter.de

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Verwendete Quellen: eigene wetter.de-Recherche mit dpa, Reuters, AFP, DWD.de