Der Wetter-Tag bei wetter.de
Hitzewellen im Anmarsch – Städte brauchen jetzt einen Plan!
Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages:
Die Sommerhitze hat Deutschland fest im Griff – und zwar immer häufiger. Im langjährigen Vergleich hat sich die Zahl der Hitzetage seit den 60ern mehr als verdoppelt. Tage mit über 30 Grad sind längst keine Ausnahme mehr, sondern werden zur gesundheitlichen Gefahr. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Erkrankte sind betroffen. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) warnt: Ohne gezielte Maßnahmen kann Hitze schnell lebensbedrohlich werden. Er empfiehlt Kommunen daher dringend, eigene Hitzeaktionspläne zu entwickeln. Diese sollen sowohl kurzfristige Reaktionen – etwa bei akuten Hitzewarnungen – als auch langfristige Anpassungen wie mehr Stadtbegrünung und Schattenplätze enthalten.
Zentrale Punkte sind die Koordination aller relevanten Akteure, die gezielte Aufklärung gefährdeter Gruppen und städtebauliche Maßnahmen zur Hitzeminderung. Bisher setzen nur wenige Städte flächendeckend auf solche Pläne.
Vulkanausbruch auf Island nach drei Wochen beendet
Drei Wochen lang lockte ein spektakuläres Naturschauspiel Schaulustige in den Südwesten Islands: Lavafontänen, glühende Ströme und dampfende Krater verwandelten die Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik in eine Feuerlandschaft. Jetzt ist das Schauspiel fürs Erste vorbei. Das isländische Wetteramt erklärte die Eruption, die am 16. Juli begonnen hatte, offiziell für beendet. Die Krater sind erloschen, unter der Oberfläche herrscht Ruhe. Doch Entwarnung gibt es nur bedingt. Die frische Lava kann tückisch sein: Unter der erstarrten Kruste glüht es oft noch gefährlich weiter, und wer zu nah herantritt, riskiert, einzubrechen. Das Betreten des Lavafelds kann daher lebensgefährlich enden.
Es war bereits der zwölfte Ausbruch in der Region seit 2021 – allein neun davon ereigneten sich seit Ende 2023. Diese Spalteneruptionen schleudern die Lava nicht aus einem Berg, sondern aus langen Erdrissen in die Höhe. Für die Bewohner der dünn besiedelten Halbinsel bestand keine direkte Gefahr – für Vulkanfans hingegen war es wieder einmal ein unvergessliches Spektakel.
Windige Nacht mit kühlem Kern - dann Sommerluft

In der kommenden Nacht zeigt sich der Norden von seiner rauen Seite: An den Küsten frischt der Wind kräftig auf, dazu ziehen einzelne Schauer und kurze Gewitter durch. Im Binnenland des Nordens bleibt es ebenfalls windig, wenn auch weniger stürmisch.
Weiter südlich beruhigt sich das Wetter deutlich. Im Südosten ziehen die letzten Regentropfen ab, vielerorts klart der Himmel auf. Unter freiem Himmel kühlt sich die Luft spürbar ab – in der Mitte sinken die Temperaturen stellenweise bis auf frische sieben Grad.
Der Mittwoch startet meist sonnig, nur im Norden zeigen sich mehr Wolken. Im Nordosten sind vereinzelt Gewitter möglich. Am Nachmittag konzentrieren sich die Schauer auf Küstenregionen und den Nordosten. Ansonsten bleibt es trocken mit einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix. Besonders viel Sonne gibt es von der Mosel bis nach Niederbayern. Temperaturtechnisch zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Während am Rhein bis zu 26 Grad erreicht werden, bleibt es unter Schauern im Norden bei rund 20 Grad. Das Tief über Skandinavien sorgt hier weiterhin für spürbaren Wind.
Rentiere in Finnland leiden unter Hitzewelle

Hitzewelle beim Weihnachtsmann: In Finnland haben Rentiere in den vergangenen Wochen unter Rekordtemperaturen gelitten. „Sie können ihre Körpertemperatur nicht ausreichend regulieren und überhitzen”, sagte die Vorsitzende des Verbands der finnischen Rentierhalter, Anne Ollila, am Dienstag. „Nicht alle Rentiere haben die Hitzewelle überlebt”, erklärte sie weiter. Die Tiere seien aber „nicht massenhaft” gestorben.
Finnland hatte in den vergangenen Wochen 22 Tage in Folge mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius verzeichnet - nach Angaben des Meteorologischen Instituts in Helsinki war es die längste Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961. Die arktische Stadt Rovaniemi in Lappland, die als offizielle Heimat des Weihnachtsmanns vermarktet wird, meldete am Dienstag eine Höchsttemperatur von 26 Grad.
In der Hitze sei es für Rentiere schwieriger, vor Fressfeinden wir Wölfen zu fliehen, erklärte Verbandschefin Ollila. Anstatt wie im Sommer üblich im schattigen Wald zu bleiben, suchten viele Tiere in Wohngebieten Schutz vor Bremsen und Mücken. So manch ein Rentier habe sich dabei in einen Vorgarten verirrt.
Die Arktis heizt sich wegen des Klimawandels schneller auf als andere Regionen der Welt. Wiederkehrende Hitzewellen werden Forschern zufolge im Zuge der Erderwärmung in den kommenden Jahren häufiger, länger und heißer werden.
Himalaya-Ort von Sturzflut verschluckt
In der beliebten Touristenregion Dharali im Himalaya hat eine gewaltige Sturzflut offenbar eine ganze Ortschaft ausgelöscht. Videos in indischen Medien zeigen, wie sich braune Wassermassen mit enormer Wucht durch eine Schlucht wälzen und mehrstöckige Häuser wie Spielzeug davontragen. Ausgelöst wurde das Unglück nach Behördenangaben durch heftige Regenfälle, die innerhalb kurzer Zeit über der Region niedergingen. Die Armee entsandte sofort Rettungstrupps, die von massiver Zerstörung berichten. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, doch die Zahl der Opfer könnte deutlich höher liegen – zahlreiche Bewohner gelten als vermisst.
Der Bundesstaat Uttarakhand an der Grenze zu Nepal erlebt während der Monsunzeit immer wieder extreme Wetterereignisse. Doch solche Katastrophen häufen sich: Experten sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel, der die Intensität und Häufigkeit von Starkregen im Himalaya verstärkt.
Sturm- und Orkantief Ning tobt in Norwegen

Das Sturm- und Orkantief Ning mit der internationalen Bezeichnung Floris liegt über Skandinavien. Im Laufe des Nachmittags dürften die Windgeschwindigkeiten abnehmen, Orkanböen werden dann unwahrscheinlicher. Aber es drohen in Norwegen weitere schwere Sturmböen und kräftige Niederschläge.
Auch Deutschland bekommt etwas ab: Die Kaltfront des Sturm- und Orkantiefs zieht mit viel Regen bis zum Abend bis zu den Alpen. Im Norden ist es windig und es drohen Regenschauer.

Hongkong: 355 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb eines Tages
Nach tödlichen Überschwemmungen in der chinesischen Hauptstadt Peking haben Starkregen und Überflutungen nun auch das Leben der Menschen in Hongkong stark beeinträchtigt. Wegen der Gefahr „schwerer Überflutungen” blieben am Dienstag sämtliche Schulen der Stadt geschlossen, einige Krankenhäuser schränkten ihren Dienst ein. Die Wetterbehörde der Sonderverwaltungszone meldete mit 355,7 Litern pro Quadratmeter die höchste seit 1884 binnen eines Tages gemessene Regenmenge.
Behörden und Amtsstuben im Iran wegen Hitze geschlossen
Wegen der anhaltenden Hitzewelle bleiben Behörden und Amtsstuben in weiten Teilen Irans am Mittwoch geschlossen. Mit der Maßnahme solle unter anderem der durch den Betrieb von Klimaanlagen entstehende Stromverbrauch reduziert werden, hieß es am Dienstag in staatlichen Medien. Betroffen seien öffentliche Einrichtungen in mindestens 15 der 31 Provinzen des Landes und auch die Hauptstadt Teheran.
Die Schließungen seien „aufgrund steigender Temperaturen und der Notwendigkeit, den Wasser- und Stromverbrauch zu optimieren” erfolgt, sagte Teherans Gouverneur Mohammad Sadegh Motamedia laut dem staatlichen Fernsehen. Es habe eine entsprechende Anweisung des Energieministeriums gegeben.
Hitze-Rekord: Japan meldet höchste jemals gemessene Temperatur
In Japan gibt es einen neuen Hitze-Rekord: Das Thermometer kletterte am Dienstag in Isesaki im Osten des Landes auf 41,8 Grad Celsius. Dies sei die höchste jemals in Japan registrierte Temperatur, erklärte der staatliche Wetterdienst. Die Menschen in Japan hatten sich in diesem Jahr bereits durch den heißesten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1898 gekämpft.
Sturm Floris wütet in Großbritannien und Skandinavien

Der Sommersturm Floris (auf deutschen Wetterkarten als Ning bezeichnet) ist am Montag über den Norden Englands und Schottland hinweggefegt und hat dort Reisechaos und Zerstörung verursacht. Der Sturm ließ Bäume umstürzen und legte den Zugverkehr lahm.
Die britischen Behörden riefen die zweithöchste Windwarnstufe aus - erst zum dritten Mal seit der Einführung des Systems im Jahr 2011. Der Wetterdienst erklärte, Floris sei ein für die Jahreszeit ungewöhnlich starker Sturm. Mehrere Bahnbetreiber in Nordengland und Schottland sagten Zugverbindungen ab und riefen Fahrgäste auf, von geplanten Reisen abzusehen.
Nach Angaben der schottischen Stromversorger waren am Nachmittag etwa 22.500 Haushalte ohne Strom. Der Sturm wirkte sich auch auf Irland aus, wo in etwa 2700 Haushalten der Strom ausfiel.
- Deutschland wird von Floris gestreift. Mehr Informationen dazu gibt es in folgendem Artikel: Sturmtief Floris bedroht Großbritannien und Norwegen
Sturm- und Orkantief Floris erreichte fast 180 km/h

Die Böen von Sturm- und Orkantief Floris (auf deutschen Wetterkarten als Ning bezeichnet) erreichten in Schottland Orkanstärke, in den Highlands wurden fast 180 km/h gemessen, auch am Südwestzipfel Norwegens gab es Orkanböen.
Ausfälle im Schiffsverkehr nach Helgoland
Wegen des Sturmtiefs Floris (beziehungsweise Ning) über der Nordsee haben mehrere Reedereien für Dienstag ihr Verbindungen von und nach Helgoland abgesagt. Neben der Fahrt des „Halunder Jets” der Reederei FRS Helgoline, der Hamburg mit der einzigen deutschen Hochseeinsel verbindet, sagte die Reederei Cassen Eils auch die Fahrten der MS „Nordlicht II” und der MS „Helgoland” ab, die zwischen Cuxhaven und Helgoland verkehren.
Auch die Fahrt der „Funny Girl” (Adler-Eils), die die Insel von Büsum aus ansteuert, wurde „aufgrund der vorhergesagten Wellenhöhen” abgesagt. Ebenso die der „MS Adler CAT” (Adler-Schiffe).
Wetteraussichten für heute, Dienstag, den 5. August
In einem Streifen von der Eifel bis nach Brandenburg regnet es von Beginn an häufig, vor allem im Osten punktuell auch kräftiger, dabei sind rund 20 Liter pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden möglich. Im Tagesverlauf zieht der Regen südwärts weiter und erreicht am Abend dann den Alpenrand. Dort sind vor allem im Berchtesgadener Land ebenfalls höhere Regensummen zu erwarten. Zuvor ist es im Süden oft noch aufgelockert und mild.
Im Norden bilden sich am Nachmittag einige Schauer und lokale Gewitter, an den Küsten weht teils stürmischer Westwind, der besonders zum Nachmittag hin weiter auffrischt.
Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und 28 Grad am Oberrhein.
Teils kräftiger Regen und lokale Gewitter
Bald wird es wärmer und sonniger
Im Verlauf der Woche wird es sonniger und wärmer. Am Freitag kann es im Südwesten sogar richtig heiß werden.

Mehr Informationen gibt es in diesem Artikel: Jetzt wird es wieder heiß – wie sehr und wie lange?
Wetterlage: Tief Ning bringt den Sturm an die Nordsee

Über Skandinavien kreist Sturmtief Ning (international als Floris bekannt) und bringt wechselhaftes und stürmisches Wetter. Dessen Kaltfront liegt derzeit quer über Deutschland und zieht im Tagesverlauf weiter, bis diese zum Abend die Alpen erreicht. Am Mittwoch nimmt der Hochdruckeinfluss von Westen her zu und vor allem im Süden wird damit sonniges und ruhigeres Wetter erwartet.
Neue Hitzewelle in Spanien fordert erstes Menschenleben
Kurz nach dem Start der zweiten offiziellen Hitzewelle des Jahres in Spanien hat es bereits ein erstes Todesopfer gegeben. Ein 85 Jahre alter Mann sei in Badajoz an den Folgen der extrem hohen Temperaturen gestorben, teilte die Regierung der Region Extremadura im Westen des Landes mit. Badajoz und Córdoba in Andalusien registrierten nach Angaben der Wetterbehörde AEMET am Montag mit jeweils rund 42 Grad landesweit die höchsten Temperaturen.
Bereits am Montag wurden in vielen Teilen des Zentrums, Südens und Westens des Landes Temperaturen über 40 Grad erreicht. In 12 der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften rief AEMET Warnstufen aus. In Andalusien, Madrid, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Galicien galt die zweithöchste Alarmstufe Orange. Die Balearen mit der bei Deutschen besonders beliebten Urlaubsinsel Mallorca sollen derweil nach bisherigen Erkenntnissen von der Hitzewelle, die etwa eine Woche anhalten soll, weitgehend verschont bleiben.
(mit dpa)