Urlaubsfahrt mit System
So packst du das Auto richtig – 5 Fehler, die viele beim Sommerurlaub machen

Volle Koffer, Sonnenschirme, Kindersitze – vor dem Urlaub wird das Auto oft zum Tetris-Spiel. Doch wer falsch packt, gefährdet nicht nur sich selbst. Diese fünf Fehler machen viele – und so vermeidest du sie.
Der Sommer ruft – und viele fahren mit dem Auto
Ob an die Küste, in die Berge oder zu Verwandten quer durchs Land: Der Sommer ist Reisezeit – und Millionen Deutsche sind mit dem Auto unterwegs. Gerade in den Ferien wird das Fahrzeug zum rollenden Lager – vollgestopft mit Koffern, Kühlboxen, Fahrrädern oder Luftmatratzen. Doch wer dabei unüberlegt vorgeht, riskiert nicht nur Unordnung, sondern auch ernsthafte Gefahren. Denn falsch gesicherte Ladung kann bei einem Unfall zur tödlichen Gefahr werden. Mit ein paar einfachen Grundregeln lässt sich das vermeiden.
1. Schwere Sachen nach oben legen
Ein klassischer Fehler: Große, schwere Koffer oder Getränkekisten werden oben auf leichtere Taschen gestapelt – oft sogar sichtbar hinter der Rückscheibe. Was praktisch erscheint, kann bei einer Vollbremsung lebensgefährlich werden. Schon bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern vervielfacht sich das Gewicht ungesicherter Ladung – und wird zum unkontrollierten Geschoss im Innenraum.
Tipp: Schwere Gepäckstücke immer zuunterst im Kofferraum verstauen, möglichst nahe an der Rückenlehne. Wer Kombis fährt, sollte zusätzlich ein stabiles Trennnetz einziehen.
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2. Lücken nicht sichern
Zwischen Koffern, Taschen und sonstigem Gepäck bleiben oft kleinere Zwischenräume. Diese werden gern übersehen – dabei sind sie tückisch. Denn bei ruckartigen Fahrmanövern kann sich die Ladung verschieben, rollen oder kippen, was die Fahrzeugbalance beeinflusst. Je nach Fahrzeugtyp kann das sogar das Fahrverhalten spürbar beeinträchtigen.
Tipp: Hohlräume gezielt mit weichen Materialien wie Decken, Handtüchern oder Jacken ausstopfen. Ideal ist zusätzlich ein Spanngurt oder Gepäcknetz zur Fixierung.
3. Rückbank nicht sichern
Vor allem bei großen Fahrzeugen mit viel Stauraum bis in den Innenraum wird oft vergessen: Auch der Bereich hinter den Rücksitzen muss abgesichert werden. Klappt man die Rückbank um oder fährt ohne Trennnetz, kann Gepäck bei einem Unfall nach vorn schleudern – direkt in den Passagierbereich. Auch kleine Gegenstände können hier gefährlich werden.
Tipp: Rücksitzlehnen nur umklappen, wenn wirklich nötig – und nur mit zusätzlicher Absicherung. In Kombis oder SUVs sollte ein stabiles Gitter oder Netz Standard sein.
4. Sicht nach hinten blockieren
Wer bis unters Dach packt, spart Platz – aber nimmt sich die Sicht. Besonders bei Fahrzeugen ohne Rückfahrkamera ist das nicht nur beim Einparken ein Problem, sondern auch im laufenden Verkehr. Gerade beim Überholen oder Spurwechsel auf der Autobahn ist der freie Blick nach hinten unerlässlich.
Tipp: Maximal bis zur Oberkante der Rücksitzlehne packen. Wer mehr Platz braucht, sollte über eine Dachbox oder einen kleinen Anhänger nachdenken.
5. Reifendruck und Achslast vernachlässigen
Ein vollbeladenes Auto wiegt deutlich mehr als im Alltag – das wirkt sich auf Fahrverhalten, Verbrauch und Bremsweg aus. Viele vergessen, den Reifendruck entsprechend anzupassen. Doch zu weiche Reifen verschleißen nicht nur schneller, sie können auch gefährlich heiß werden oder sogar platzen. Auch die zulässige Achslast kann überschritten werden, ohne dass es direkt auffällt.
Tipp: In der Bedienungsanleitung stehen meist gesonderte Reifendrücke für Volllast – diese sind vor Abfahrt aufzupumpen. Das zulässige Gesamtgewicht und die Achslast findest du im Fahrzeugschein.
Checkliste fürs sichere Packen
- Schwere Gegenstände nach unten, leichte nach oben
- Freie Sicht nach hinten erhalten
- Gepäckstücke gegen Verrutschen sichern
- Trennnetz oder Gurt zur Fahrgastabsicherung nutzen
- Reifendruck und Achslast kontrollieren
- Wichtiges griffbereit: Warnweste, Verbandkasten, Snacks, Wasser