Superkolonien erobern Deutschland
Tapinoma magnum überrollt Gärten und Häuser
Sie sind viele, organisiert und herkömmliche Mittel zu ihrer Bekämpfung nützen meist nichts: Die Ameisenart Tapinoma magnum aus dem Mittelmeerraum breitet sich in Deutschland aus und verdrängt heimische Arten. Sie können mächtige Schäden in Haus und Garten anrichten.
Groß, dreist, unaufhaltsam? Die invasive Ameise Tapinoma magnum breitet sich in Deutschland aus
Sie ist klein, aber keineswegs harmlos: Die invasive Ameisenart erobert aktuell Teile Deutschlands – und sorgt dabei nicht nur bei Gartenbesitzern für Nervosität. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, hat sich diese Art in den letzten Jahren klammheimlich nach Mitteleuropa vorgearbeitet. Jetzt ist sie da – und bleibt wahrscheinlich auch.
Mediterraner Eindringling
Tapinoma magnum, auch als Große Gartenameise bekannt, stammt ursprünglich aus südlichen Regionen Europas, vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. Dort ist sie Teil des natürlichen Ökosystems – in Deutschland allerdings nicht. Hier fehlt ihr natürlicher Gegenspieler, was sie zur invasiven Art macht: Sie breitet sich aggressiv aus, verdrängt heimische Arten und verändert die lokalen Ökosysteme.
Ameisenstaat über ganze Flächen verteilt
Was Tapinoma magnum besonders macht: Sie bildet sogenannte Superkolonien. Das bedeutet, mehrere Nester arbeiten zusammen, agieren wie ein einziger riesiger Ameisenstaat – mit Tausenden bis Millionen Arbeiterinnen. Das macht es fast unmöglich, sie lokal zu bekämpfen. Statt einzelner Kolonien gibt es großflächige Netze aus Nestern, die sich über ganze Gärten, Parks und Gewerbegebiete ziehen.

Ärger im Garten und Haus
In erster Linie ist Tapinoma magnum ein Problem für Haus- und Gartenbesitzer. Die Ameisen nisten bevorzugt unter Pflastersteinen, Terrassen oder in Mauerritzen. Dabei unterhöhlen sie Böden, was zu Absackungen oder Schäden an Wegen und Fundamenten führen kann. Auch in Innenräumen werden sie lästig – auf der Suche nach Nahrung dringen sie in Küchen, Vorratskammern und Müllräume ein. Besonders aggressiv zeigen sie sich gegenüber anderen Insektenarten: Heimische Ameisen werden verdrängt, das ökologische Gleichgewicht kippt.
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Kein direkter Schaden für den Menschen – aber ein echtes Problem
Für den Menschen ist Tapinoma magnum zwar nicht giftig, sie sticht nicht und überträgt keine bekannten Krankheiten. Dennoch ist ihre Präsenz mehr als nur lästig: Sie kann Allergien auslösen, Gebäude beschädigen und durch das Verdrängen heimischer Arten langfristige ökologische Folgen nach sich ziehen. Außerdem machen ihre Superkolonien klassische Bekämpfungsmethoden weitgehend wirkungslos.
Warum jetzt – und warum hier?
Der Klimawandel spielt der Art in die Karten. Mildere Winter und wärmere Sommer schaffen ideale Bedingungen für mediterrane Arten. Dazu kommt der globale Handel: Pflanzen, Baustoffe und Erden werden quer durch Europa transportiert – oft mit blinden Passagieren im Gepäck. So gelangte die große Gartenameise zunächst nach Frankreich, Belgien und die Schweiz – und ist nun in Baden-Württemberg; Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen nachgewiesen worden.
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Was hilft gegen die Ameisen?
Bisher nur eines: Früherkennung und konsequente Bekämpfung. Jedem, der sie im Garten entdeckt, wird geraten, verdächtige Ameisenvorkommen zu melden – etwa bei lokalen Umweltämtern oder über spezialisierte Meldeportale. Dabei ist Tapinoma magnum nicht leicht zu erkennen. Merkmale sind:
- schwarze Farbe
- 2 bis 4 Millimeter groß. Manche Exemplare sind doppelt so groß wie andere
- wenn sie sich bedroht fühlt, verbreitet die Ameise einen starken Duft
- Sie bildet teils breite Ameisenstraßen.
Professionelle Schädlingsbekämpfung ist oft nötig, inklusive gezielter Köderstationen mit speziellen Ameisengiftmischungen. Die schlechte Nachricht: Herkömmliche Hausmittel oder Baumarkt-Gifte helfen meist nicht – sie töten zwar ein paar Arbeiterinnen, lassen aber das eigentliche Nest unbehelligt.
(avo)



