Für Spätzünder

Der Garten im Spätsommer – jetzt noch loslegen

von Amelie von Kruedener

Kapuzinerkresse sieht nicht nur Mega aus, sie schmeckt auch und ist ein Highlight auf jedem Salat.
Kapuzinerkresse sieht nicht nur Mega aus, sie schmeckt auch und ist ein Highlight auf jedem Salat.

Für Spätzünder ist es noch nicht zu spät. Der Sommer mag langsam die Koffer packen und die Nächte werden frischer, aber im Garten geht die Party weiter. Statt nur Laub zu harken und Beete aufzuräumen, lässt sich jetzt noch ordentlich was starten. Viele Pflanzen sind echte Kurzstreckensprinter, andere brauchen den Herbst, um im Frühjahr groß rauszukommen. Kurz gesagt: Wer jetzt loslegt, erntet schon bald knackige Blätter, bunte Blüten oder zumindest eine ordentliche Portion Vorfreude.

Gemüse mit Turboeffekt

Viele Gemüsesorten sind echte Kurzstreckensprinter und lassen sich auch im August oder September noch problemlos aussäen. Feldsalat oder Spinat zum Beispiel keimen flott und liefern noch im Herbst knackige Blätter. Auch Radieschen haben keine lange Anlaufzeit – die kleinen Knollen sind in wenigen Wochen erntereif. Wer Lust auf etwas Abwechslung hat, probiert asiatische Sorten wie Pak Choi oder Mizuna, die kühlere Temperaturen sogar lieben. Und Winterzwiebeln, die im September gesteckt werden, machen den Boden gleich für das nächste Jahr startklar.

Kräuter für die Küche

Frische Kräuter im Herbst? Kein Problem. Petersilie etwa wächst langsam, übersteht aber problemlos den Winter. Dill bringt noch eine späte Ernte oder sorgt durch Selbstaussaat für Nachschub im nächsten Jahr. Kresse schließlich ist der kleine Blitzstarter, der selbst im September noch rasant grün wird.

Blumen für jetzt und später

Auch Blütenfreunde müssen nicht auf nächste Saison warten. Ringelblumen, Cosmea und Kapuzinerkresse lassen sich im Spätsommer noch direkt ins Beet streuen und sorgen oft schon wenige Wochen später für fröhliche Farbtupfer. Wer dagegen langfristig plant, steckt ab September Blumenzwiebeln: Tulpen, Narzissen, Krokusse oder Hyazinthen verschwinden in die Erde, um im Frühling für das erste Blütenfeuerwerk zu sorgen. Exotischer wird es mit Allium oder Schachbrettblumen – sie bringen Abwechslung in die Beete.

Stauden und Herbstzauber

Stauden wie Sonnenhut, Rittersporn oder Taglilien sowie Ziergräser haben jetzt die beste Pflanzzeit. Sie können in Ruhe anwachsen und erscheinen im Frühjahr besonders kräftig. Pfingstrosen etwa brauchen den Winter zum Einwurzeln – wer sie jetzt setzt, wird später mit üppigen Blüten belohnt. Für sofortige Herbststimmung sorgen Herbstastern, Chrysanthemen oder Herbstkrokusse, die noch in diesem Jahr blühen und die Gartensaison verlängern.

Mehr als nur Blüten

Eine gute Idee für den Herbst ist zudem Gründüngung: Pflanzen wie Phacelia, Senf oder Klee verbessern den Boden, lockern ihn auf und verhindern, dass er unbedeckt in den Winter geht. Das stärkt die Beete für die kommende Saison. So wird der Spätsommer im Garten zur zweiten Chance mit einer letzten bunten Ernte, einer Überraschung an Blüten – und mit Vorfreude auf das nächste Jahr gleich inklusive.

(avo)