Wird es bald richtig kalt bei uns?
November kommt mit Winterprognosen um die Ecke - Schnee in Sicht?
Wir stecken derzeit mitten im Herbst. Doch die Kälte und der Winter bringen sich nicht nur in Stellung, sondern strecken hier und da auch schon mal ihre Fühler aus. Doch wann passiert der erste richtige Wintereinbruch diesmal? Kommt die Kälte überhaupt noch bis zu uns? Wir schauen mal auf die aktuellen Langfrist-Prognosen für den November?
Oben im Video seht ihr, wann für gewöhnlich bei uns der erste Schnee liegen bleibt
Die Ausgangslage: Nordeuropa kalt, Südeuropa warm

Wie diese aktuelle Temperaturkarte belegt (sie zeigt die Höchstwerte am Montag, 14.10.), haben wir es in Nord- und Osteuropa schon mit winterlichen Verhältnissen zu tun. Auf der anderen Seite ist noch der relativ warme Süden Europas zu erkennen. Und wir stecken mittendrin in den Übergangszeiten.
Und das scheint bei uns in den nächsten Tagen eher auf die warme Seite zu kippen. Denn Hoch Werner setzt sich mit freundlichem, meist trockenem, aber nebelanfälligem Wetter durch. Gleichzeitig wird es wärmer. Am Donnerstag nähert sich dann von Westen her langsam ein neues Tief, das zum Freitag wechselhafteres Wetter bringt, sodass die Temperaturen wieder zurückgehen. Aber ein richtiger Kälteeinbruch ist erstmal nicht in Sicht. Aber wie sieht es für den November aus?
Prognosen für November derzeit auf der kalten Seite - kann das sein?

Der November 2024 hat offenbar den Drang nach Kälte und Winter. Die aktuelle Monats-Prognose für den November wird weiter kalt, sehr kalt gerechnet. Es wird im Laufe des Novembers immer frostiger. Wenn es so kommt, wäre auch der erste Schnee außerhalb der Berge fälltig. Und das dann schon in der ersten Novemberhälfte. Aber kann das wirklich sein? Woher soll die Kälte kommen?
Auch wetter.de- Meteorologe Paul Heger hat so seine Zweifel: "Ein um knapp 5 Grad zu kalter November wäre einer der heftigsten Wintermonate der letzten Jahre. Das wäre extrem und bleibt beim Blick auf die aktuelle Lage unwahrscheinlich. Derzeit und bis Ende Oktober ist in den Wettermodellen um uns herum keine derartige Kälte, die angezapft werden könnte, erkennbar. Es bleibt also spannend, wohin die Reise geht."
Andere Langfristmodelle sehen eher mildere Phase im November

Und so sieht auch der Amerikanische Wetterdienst NOAA einen eher milden November – und zwar mehr oder weniger europaweit. Für Westeuropa liegt die Abweichung nur im kleinen Bereich, aber vor allem von Skandinavien bis in den Südosten Europas sieht die Abweichungen mit bis zu 2 Grad schon größer aus. Und ganz im OSten Europas sind es sogar bis zu 3 Grad. Wo soll da selbst bei Wind aus Nord oder Ost kalte Luft zu uns vorstoßen? So hätte der Winter mit Schnee und Frost kaum eine Chance, sich mal länger zu halten.
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Wie verläuft der Winter in Deutschland normalerweise?
Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Wintermonate Dezember, Januar, Februar:
- Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember und endet mit dem Februar
- Kalendarisch findet der Wechsel gut drei Wochen später statt. Grund ist die Statistik und die Vergleichbarkeit von Jahreszeiten
- Der letzte halbwegs normal kalte Winter war 2012/2013, deutlich zu kalt war er zum Beispiel in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011
- Die kältesten Temperaturen bringt der Winter für gewöhnlich am Ende, wenn die Nordhalbkugel insgesamt stark abgekühlt ist
- Die niedrigste Temperatur im Winter wurde in Deutschland mit -37,8 Grad in Wolznach-Hüll in Bayern am 12. Februar 1929 gemessen
- Und selbst im Dezember ist Hüll immer noch Rekordhalter mit -32,4 Grad am 29.12.1929. Im Januar wurde bisher die tiefste Temperatur mit -34.6 Grad auf der Zugspitze am 02.01.1905 gemessen
- Die höchste Temperatur wurde im Winter in Mülheim in Baden-Württemberg mit 24,0 Grad am 16.12.1989 gemessen
- Statistisch gesehen können wir dabei im Deutschlandmittel auf rund 181 Sonnenstunden hoffen
- Regen ist im Schnitt um die 156 Liter pro Quadratmeter drin
- Das Temperaturmittel liegt bei rund 1 bis 2 Grad
Vorsicht bei der Langfristprognose
Langfristberechnungen sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Denn mit den Computertrends über fünf bis bis zehn Tage im Voraus oder gar mit Blick auf ganze Monate oder Jahreszeiten hinaus, verlassen wir die klassischen Wetterprognosen und wechseln in den experimentellen Bereich. Das sind eigentlich eher Hilfsmittel, die zum Beispiel der Energiewirtschaft dienen können.
(oha)



