Extrem schneereiche Vorhersagen

Winterprognose gespalten: Kälteschock oder milde Welle?

von Carlo Pfaff & Björn Alexander

Derzeit geben die zwei maßgeblichen Langfristtrends für den Winter 2024/2025 in Deutschland ein äußerst uneinheitliches Bild. Auch sehr kalte Ansätze mit Schnee und Eis sind wieder voll im Rennen.
Oben im Video: Mit wie viel eisigen Tagen müssen wir rechnen?

Die Ausgangslage: Bereits der November macht es spannend

Derzeit dreht sich alles um unsere ruhige Omega-Wetterlage - mit Sonne und Nebel im Mix. Nächste Woche wird es dann aber auf jeden Fall schon mal richtig spannend. Ein Teil der klassischen Wettermodelle spekuliert auf einen Kaltlufteinbruch aus Norden. Der hätte nasskalte Luft polaren Ursprungs im Programm und könnte den Mittelgebirgen – wenn es tatsächlich so kommt – Schneeschauer mitbringen.

Wie will es anschließend weitergehen?

Nach einer wilderen Phase zeigen die aktuellen Berechnungen für das letzten Monatsdrittel momentan ansteigende Chancen für mildere Luft, bevor die experimentelle Langfrist in einen äußerst zwiegespaltenen Dezember- und Winter-Trend einsteigt.

Grob gesagt gibt es zwei äußerst unterschiedliche Ansätze. Einmal das Prognose-Bild der NOAA (Amerikanischer Wetterdienst). Demnach würden die drei Wintermonate normal bis leicht zu nass ausfallen und jeweils einen Temperaturüberschuss von ein bis zwei Grad bringen.

Gegenlager zeigt krassen Wintertrend

Schauen wir derweil auf die wetter.de-Trends, die vor allem auf dem Europäischen Wettermodell fußen, zeigt sich ein vollkommen anderes Bild. Mit einem Abwärtstrend geht es demnach aus dem November in den Dezember. Der würde dann – ebenso wie der November – ein hochdruckdominierter Monat werden.

Nebst ein paar durchwachsenen Abschnitten, die allerdings in kalter Luft passieren, so dass Winterfreunde zudem auf Schnee hoffen können. Sollten sich diese Berechnungen bewahrheiten, dann wäre es der kälteste Dezember seit 2010.

Januar 2025: Schockgefrostet ins neue Jahr

Mit einer ausgeprägten Bibberphase geht es laut den aktuellen wetter.de-Trends ins neue Jahr. Definitiv ein eiskalter Start, dem erst in der zweiten Monatshälfte eine Tauwetter-Phase folgen soll. Gleichzeitig sollen dann die Tiefdruckgebieten mit Niederschlägen wieder mit von der Partie sein. Das wäre auch im Februar so – wobei die Kaltluft bei weitem noch nicht am Ende sein soll.

Februar 2025: Spekulationen auf Schneeschelle

Während der Ansatz der NOAA im Februar 2025 auf einen durchschnittlich nassen und milden Verlauf setzt, bevorzugt der wetter.de-Trend derzeit einen niederschlagsreichen Verlauf. Gleichzeitig soll es etwas zu kalt gegenüber dem langjährigen Mittel sein. Ein Szenario, das dem Bergland haufenweise Schnee bringen könnte. Und auch in den tieferen Lagen wäre uns der wiederholte Griff zur Schneeschaufel sicher.
Kurzum: Die Prognose-Rallye in den Winter 2024/2025 ist in diesem Jahr kontrastreich wie selten und wir können gespannt sein, ob es am Ende nicht tatsächlich mal für einen ausgeprägteren Winter reichen wird. Immerhin ist der letzte, zu kalte Winter schon über zehn Jahr her. Den gab es nämlich 2012/2013.

Vorsicht bei der Langfrist

Langfristberechnungen sind mit entsprechender Vorsicht zu genießen. Denn mit den Computertrends über fünf bis zehn Tage im Voraus oder gar mit Blick auf ganze Monate oder Jahreszeiten hinaus verlassen wir die klassischen Wetterprognosen und wechseln in den experimentellen Bereich. Das sind eigentlich eher Hilfsmittel, die unter anderem der Energiewirtschaft dienen können.
(bal, apf)