Wetterlexikon: Altweibersommer

Altweibersommer: Der Herbst von seiner schönsten Seite
Altweibersommer: Der Herbst von seiner schönsten Seite © dpa, A3542 Karl-Josef Hildenbrand

Was ist der Altweibersommer?

Als Altweibersommer wird in Deutschland eine Schönwetterperiode im Herbst bezeichnet, welche sich meistens von Ende September bis in den Oktober hinein abspielt. Durch ein Hochdruckgebiet kommt es zu einer stabilen Wetterlage, die sich bei bereits kalten Nächten tagsüber durch viel Sonnenschein auszeichnet. Die Temperaturen steigen zu dieser Zeit meist nochmals über 20 Grad Celsius und die Wahrscheinlichkeit für Niederschläge sinkt erheblich. Die UV-Strahlung treibt die Verfärbung der Blätter voran und sorgt so für einen goldenen Herbstanfang.

Eine genaue Definition gibt es allerdings nicht. Der Deutsche Wetterdienst hat aber wenisgtens ein paar Anhaltspunkte festgelegt, damit nicht aus einem einzigen sonnigen Tag gleich ein Altweibersommer wird.

1. Zeitraum Mitte September bis 10. Oktober
2. Andauer mindestens drei Tage
3. Höchsttemperatur vier Grad über dem Mittel seit 1961
4. Sonnenscheindauer mindestens 2/3 der astronomisch möglichen Zeit; nur 2/3 deshalb, um den Herbstnebel einzukalkulieren.

Was den Begriff "Altweibersommer" angeht, so ist man sich weitgehend einig, dass man dessen Ursprung nur vermuten kann. In einer Theorie geht die Bedeutung des Wortes Altweibersommer  auf die sagenumwobenen zarten Fäden kleiner Spinnen zurück, an denen die Tiere durch die Luft schweben. Die Fäden sind in dieser Zeit oft mit Tau bedeckt und in der Morgensonne gut zu sehen. Eine Theorie besagt, der Begriff leite sich vom altdeutschen „Weiben “ (Weben) ab, eine andere, die Fäden erinnerten an die silbergrauen Haare alter Frauen. In der Schweiz ist das Wetterphänomen ebenfalls bekannt und wird „Witwensömmerli“ genannt.