Stürme im Vergleich

Hurrikans, tropische Stürme und extratropische Stürme

von Amelie von Kruedener

Ex-Hurrikan Kirk sorgt für die erste Sturmlage des Herbstes in Deutschland. Doch was macht einen Hurrikan, einen tropischen Sturm und einen extratropischen Sturm eigentlich so unterschiedlich?
Im Video erklärt Christian Häckl, warum Hurrikans auch bei uns in Zukunfr schwere Schäden anrichten können.

Hurrikan Kirk: Von der Stärke zur Schwäche

Kirk begann seine Reise im mittleren Atlantik als starker Hurrikan der Kategorie 4. Doch auf dem Weg nach Westeuropa schwächte er sich in einen tropischen Sturm ab. Jetzt hat sich Kirk in ein außertropisches Tiefdruckgebiet verwandelt und beeinflusstte Teile von West- und Mitteleuropa – und das nicht zu knapp. Das wirft die Frage auf: Wo liegt der Unterschied zwischen diesen windigen Schurken?

Was sind Hurrikans?

Hurrikans sind mächtige tropische Wirbelstürme, die in warmen Gewässern entstehen und sich durch ihre intensive Rotation und starken Winde auszeichnen. Sie sind häufig in den tropischen Regionen der Erde zu finden, insbesondere im Atlantik und im östlichen Pazifik. Die Bezeichnung „Hurrikan“ wird hauptsächlich für Stürme verwendet, die Windgeschwindigkeiten von mindestens 119 km/h erreichen.

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Tropische Stürme: Ein milderer Bruder

Tropische Stürme sind ebenfalls starke Wirbelstürme, jedoch mit etwas schwächeren Winden. Sie entstehen unter ähnlichen Bedingungen wie Hurrikans, erreichen jedoch nicht die gleichen Windgeschwindigkeiten. Ein tropischer Sturm hat Windgeschwindigkeiten zwischen 63 und 118 km/h. Diese Stürme können dennoch gefährlich sein.

Wie entsteht ein tropischer Sturm?

Ein tropischer Sturm beginnt mit einer kleinen Störung, oft in Form eines Gewitterclusters. In Westafrika entstehen häufig größere Gewittersysteme an den sogenannten African Easterly Waves. Diese Gewitter werden durch den westafrikanischen Monsun in Richtung Atlantik gelenkt.

Um sich zu einem tropischen Sturm zu entwickeln, braucht es bestimmte Bedingungen. Dazu gehören:

  • Wassertemperaturen über 26 Grad: Je wärmer das Wasser, desto mehr Energie kann der Sturm aufnehmen.
  • Wenig vertikale Windscherung: Das bedeutet, dass die Winde in verschiedenen Höhen nicht stark unterschiedlich sind, was den Sturm stabiler macht.
  • Hohe Feuchtigkeit in den unteren Luftschichten: Feuchte Luft unterstützt die Bildung von Gewittern.
  • Eine moderate Strömung in der mittleren Troposphäre: Dies hilft, den Sturm weiter zu entwickeln.
  • Besonders zu Beginn ist der Sturm sehr empfindlich gegenüber diesen Bedingungen. Wenn alles zusammenpasst, kann sich der Gewittercluster zu einem tropischen Sturm entwickeln.

Extratropische Stürme: Die kalten Brüder

Extratropische Stürme unterscheiden sich grundlegend von ihren tropischen Verwandten. Sie entstehen in höheren Breiten, wo kalte und warme Luftmassen aufeinandertreffen. Diese Stürme sind oft mit Fronten verbunden und können ebenfalls starke Winde und heftige Niederschläge mit sich bringen. Sie sind nicht auf die warmen Gewässer der Tropen angewiesen und können das ganze Jahr über auftreten.

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Und so hat sich Kirk in einen extratropischen Sturm entwickelt

Hurrikane wie Kirk können schwächer werden, wenn sie in Gebiete mit ungünstigen Bedingungen gelangen, wie sinkenden Wassertemperaturen und stärkerer Windscherung. Dadurch verwandelt sich ein Hurrikan in einen tropischen Sturm oder sogar in ein extratropisches Sturmtief, wie es bei Kirk der Fall war, als er in die Westwindzone kam.

Extratropische Stürme beziehen ihre Energie aus den Temperaturunterschieden zwischen kalten und warmen Luftmassen und sind besonders im Herbst und Winter häufig. Sie zeigen eine starke Windscherung und sind in den oberen Atmosphärenschichten stärker ausgeprägt. Im Gegensatz dazu haben tropische Stürme einen warmen Kern, erhalten ihre Energie aus dem warmen Ozean und erscheinen auf Satellitenbildern oft chaotisch mit Gewitterclustern.

(avo)