Sonnig, aber frostig

Warum klare und sonnige Wintertage kälter sind als bewölkte

von Amelie von Kruedener

Ein strahlend blauer Himmel, glitzernder Schnee und Sonnenschein – ein perfekter Wintertag! Doch oft trügt hier der Schein: Gerade wenn die Sonne scheint, ist es draußen besonders kalt. Wie kann das sein? Sollte die Sonne nicht eigentlich für Wärme sorgen? Tatsächlich spielen hier mehrere meteorologische Faktoren zusammen. Von der nächtlichen Wärmeabstrahlung über Hochdruckgebiete bis hin zur reflektierenden Schneedecke – all das beeinflusst, wie kalt es an einem sonnigen Wintertag tatsächlich wird.

Sonnige Wintertage sind oft kälter

Das Phänomen, dass es an sonnigen Wintertagen oft kälter ist als an bewölkten, hat mehrere physikalische Ursachen: An klaren Tagen kann sich die Luft durch die Sonne zwar etwas erwärmen, aber der Wärmeverlust über Nacht und die geringe Sonneneinstrahlung überwiegen oft, sodass es insgesamt kälter bleibt als an bewölkten Tagen. Wie das genau zusammenhängt.

Wärmeabstrahlung in der Nacht

In klaren Nächten strahlt die Erdoberfläche die gespeicherte Wärme ungehindert in den Weltraum ab. Ohne Wolkendecke fehlt eine isolierende Schicht, die diese Wärmestrahlung reflektieren oder zurückhalten könnte. Dadurch kühlt die Luft in Bodennähe stärker aus. An bewölkten Tagen bleibt mehr Wärme in Bodennähe gespeichert, weil Wolken die Wärmestrahlung teilweise zurückwerfen auf die Erde.

Hochdruckgebiete und kalte Luftmassen

Sonnige Wintertage sind oft mit Hochdruckgebieten verbunden. Diese bringen trockene, kalte Luft und verhindern starken Luftaustausch. Dadurch kann sich kalte Luft in Bodennähe stauen, während bei Tiefdruckgebieten mit Wolken oft mildere Luftmassen aus anderen Regionen herangeführt werden.

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Schwache Sonneneinstrahlung

Im Winter steht die Sonne tiefer am Himmel, und ihre Strahlen treffen in einem flacheren Winkel auf die Erde. Dadurch ist die Energie, die an der Oberfläche ankommt, deutlich geringer als im Sommer. Die Erwärmung durch die Sonne reicht nicht aus, um die Kälte der Nacht auszugleichen.

Im Winter steht die Sonne tiefer am Himmel, und ihre Strahlen treffen in einem flacheren Winkel auf die Erde. Dadurch ist die Energie, die an der Oberfläche ankommt, deutlich geringer als im Sommer. Die Erwärmung durch die Sonne reicht nicht aus, um die Kälte der Nacht auszugleichen.

Schnee als Kälteverstärker

Liegt Schnee, reflektiert er einen Großteil der Sonnenstrahlen, der sogenannte Albedo-Effekt. Dadurch wird wenig Energie aufgenommen, und die Umgebung bleibt kalt. Fehlt Schnee, kann der Boden mehr Sonnenenergie absorbieren und sich stärker erwärmen.

(avo)