Überflutungen drohen

Unwetter bringen Starkregen mit bis zu 250 Litern pro Quadratmeter

von Karim Belbachir und Paul Heger

Es ist das Problem dieses Sommers: Erst will kein Regen fallen, dann kommt es örtlich ganz dicke und außerdem noch ungerecht verteilt. Das Wetter der kommenden Tage hat ordentlich Regen im Gepäck. Nach den aktuellen Prognosen der Wettermodelle sieht es nach bis zu 250 Litern pro Quadratmeter aus. Am schlimmsten könnte es die Regionen um die Isar erwischen.

Gefahr durch Überflutung

„Tatsächlich ist die Lage auch heute nicht final geklärt. Wir sind uns aber schon sicherer, in welchen Regionen es am wahrscheinlichsten heftig werden könnte“, erklärt wetter.de-Meteorologe Paul Heger. Und wahrlich braut sich da ein großes Unwetter im Süden Deutschlands zusammen.

Am Donnerstagnachmittag und -abend brodelt es besonders im Süden von Baden-Württemberg und Bayern. Die Gewitter, die sich am Alpenrand bilden, ziehen in der Nacht zu Freitag dann in den Norden. Heger warnt: „Hier besteht lokal Unwettergefahr mit Überflutungen und eventuellen kleinräumigen aber natürlich gefährlichen Sturzfluten, gerade in Richtung der Berge in Baden-Württemberg. Gleichzeitig scheppert und schüttet es wohl vereinzelt über Sachsen, Brandenburg, Berlin.“ Sonst sind die Schauer eher harmlos. Und das ist ohnehin nur der Auftakt.

Und wo sind die Gewitter am Freitag unterwegs?

Gewitterrisiko am Freitag, 19. August in Deutschland
Die Gewitter halten sich in einem gedachten Dreieck von Baden-Württemberg und Bayern bis hoch nach Mecklenburg-Vorpommer auf.

Am Freitagvormittag gibt es teilweise heftige, gewittrige und langanhaltende Regenfälle in Richtung Alpen und teils bis zur Donau. Auch von Sachsen und Sachsen-Anhalt bis zur Ostsee kann es zwar kleinere aber punktuell sehr intensive Gewitter-Starkregenfälle geben. Die Hitze ist damit vorerst beendet, denn am Freitag werden keine 30 Grad mehr erreicht.

Der Meteorologe weist aber darauf hin, dass „hier Gewitterlinien drohen, also über eine Region zieht ein Gewitter nach dem anderen hinweg, wohingegen etwas weiter westlich und östlich quasi nichts passiert und man sich fragt, wo denn die ganzen Gewitter bleiben, die angekündigt wurden.“

Wie sieht es am Samstag aus?

Niederschlag am Samstag, 20. August in Deutschland
Bis zu 250 Liter Regen können bis Samstagnachmittag fallen.

Das Ganze zieht sich hier bis zum Abend, wo die Gewitter im Nordosten abklingen. In Bayern schüttet es derweil weiter - also von den Alpen bis in den Nordosten des Freistaats. Am schlimmsten sieht es derzeit in den Alpen aus – wahrscheinlich zwischen Schwangau und Mangfallgebirge/Chiemgau – und hoch bis nach München.

In der Nacht zu Samstag ist auch noch kein Ende - eher im Gegenteil: Die kräftigen Regengüsse könnten sich nochmals bis nach Sachsen ausweiten und bis weit in den Samstag hinein Starkregen produzieren. Erst im Laufe des Samstagnachmittags scheint es hinsichtlich neuer Niederschläge Entwarnung zu geben. Das heißt natürlich nicht, dass die Situation in Bächen, Flüssen und manchen vollen Kellern und Straßenzügen gleich ungefährlicher wird.

Bis zu 250 Liter Regen innerhalb von 36 Stunden

Frau steht mit Regenmantel im Starkregen - Überflutung
Überschwemmungen drohen in einigen Gebieten im Süden Deutschlands, wenn verbreitet bis zu 200 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 36 Stunden fallen können.

„Die Lage, die auf uns zukommt, ist gefährlich und sollte ernst genommen werden! Die Bevölkerung von Bayern bis nach Vorpommern sollte sich regelmäßig informieren, wie die Lage eingeschätzt wird“, hält Meteorologe Heger für wichtig zu betonen. Das gilt besonders für die Regionen in den Alpen und im Alpenvorland. Damit ist explizit auch München und die Isar gemeint, welche stark anschwellen könnte. Aktuell berechnen Wettermodelle für die oben angesprochenen Regionen im Süden Bayerns verbreitet 150 bis 200 Liter Regen, die zwischen Freitagmorgen und Samstagnachmittag fallen könnten. In einzelnen Berechnungen sind sogar um 250 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 36 Stunden möglich.

Das sind die Extreme im Süden! Aber im nördlichen Zweig des Unwetterstreifens, der sich bis nach Sachsen und weiter nach Vorpommern zieht, sind punktuell auch noch 30 bis 60, lokal um 100 Liter drin.

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(kfb/phe)