Mysteriöse Radioblitze

Rätselhafte Radiosignale aus dem All entschlüsselt

von Karim Belbachir

Ein internationales Forscherteam hat die Herkunft rätselhafter Radiopulse ermittelt, die seit einem Jahrzehnt aus der Richtung des Großen Wagens empfangen wurden. Die Signale stammen von einem einzigartigen Doppelsternsystem, bestehend aus einem Weißen Zwerg und einem Roten Zwerg, die alle zwei Stunden miteinander interagieren und dabei Radioblitze aussenden.

Ein Jahrzehnt des Rätselratens

Satellite antenna under the stars
Vor etwa zehn Jahren entdeckten Astronomen wiederkehrende Radiopulse aus dem Bereich des Sternbilds Großer Wagen.

Vor etwa zehn Jahren entdeckten Astronomen wiederkehrende Radiopulse aus dem Bereich des Sternbilds Großer Wagen. Diese Signale, die in regelmäßigen Abständen auftraten und jeweils einige Sekunden bis Minuten andauerten, sorgten für Spekulationen. Sie unterschieden sich deutlich von den bekannten schnellen Radioblitzen (Fast Radio Bursts, FRBs), die nur für Millisekunden nachweisbar sind.

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Durch die Analyse von Radiodaten verschiedener Teleskope konnte schließlich die Quelle der Signale bestimmt werden: ein Doppelsternsystem in etwa 1.600 Lichtjahren Entfernung. Es besteht aus einem Weißen Zwerg – dem Überrest eines ausgebrannten Sterns – und einem Roten Zwerg, einem vergleichsweise kleinen und kühlen Stern. Die beiden Himmelskörper umkreisen sich mit einer außergewöhnlich kurzen Umlaufzeit von nur 125,5 Minuten.

Interaktion der Sterne erzeugt Radioblitze

Aufgrund der geringen Distanz zwischen den beiden Sternen beeinflussen sich ihre Magnetfelder gegenseitig. Immer wenn sie sich besonders nahekommen, führt diese Wechselwirkung zu einem Ausbruch von Radiostrahlung, der in Form regelmäßiger Pulse auf der Erde registriert wird. Diese Entdeckung ist von besonderer Bedeutung, da bisher angenommen wurde, dass solche langperiodischen Radiosignale hauptsächlich von Neutronensternen stammen. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass auch Systeme mit Weißen Zwergen solche Phänomene hervorrufen können.

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Bedeutung der Entdeckung

Die neue Erkenntnis erweitert das Wissen über kosmische Radiosignale und ihre unterschiedlichen Quellen. Sie zeigt, dass nicht nur Neutronensterne, sondern auch kompakte Doppelsternsysteme mit Weißen Zwergen solche Signale erzeugen können. Dies eröffnet neue Wege, um die Entwicklung und Interaktion von Sternen besser zu verstehen. Zukünftige Studien sollen weitere ähnliche Systeme identifizieren und die physikalischen Mechanismen hinter diesen Radioblitzen genauer untersuchen.

(kfb)