Launischer Blick auf launischen Sommer

Siebenschläfer 2024: Kommt doch noch das Sommermärchen?

von Paul Heger

Seit Wochen gibt’s gefühlt nur eine Frage: „Wo bleibt der Sommer 2024 in Deutschland?“, Stabiles Hochdruckwetter, das EM-Sommermärchen, Wärme und Sonne – was sagen die Wetterprognosen dazu? Und welchen Trend gibt es für den Siebenschläfer sowie für den Hochsommer?
Im Video: Das Wichtigste zum Siebenschläfer

Gruseliger Wetter-Ausblick auf die kommenden zwei Wochen

mädchen,spaß,pfütze,regenwetter,freude,fröhlich,jux,spass,spaßig,vergnügen,pfützen,wasserlache,wasserlachen,wasserpfütze,wasserpfützen,regen,regnen,regnerisch,schlechtes wetter,verregnet *** girl,fun,puddle,rain weather,girls,funs,puddles,rain weathers,rainy 539-iw0 ,model released, Symbolfoto
Und irgendwer freut sich doch über das Wetter. Gute Nachrichten: Es geht erstmal so weiter!

Ja, auch wir – die Wetterredaktion – haben genug von diesem Ekelwetter da draußen. Grund genug für einen Blick auf Sommer-Chancen. Immerhin, die Schafskälte ist überstanden. Vor allem die Nächte sind deutlich wärmer geworden. Die aktuelle Hitze im Süden und Osten Deutschlands muss am Samstag zwar weichen, danach gibt es aber trotzdem meist 20 bis 25 Grad. Die nächste Woche könnte in manchen Modellen auch wieder 25 bis 30 Grad bringen, besonders im Osten und Süden, aber…

Dieses schreckliche „Aber“ in diesen Zeiten. Die Wetterlage bleibt äußerst instabil und wechselhaft. Damit ist schon mit dem Beginn der neuen Woche ziemlich unklar, wohin die Reise geht. Bei den Temperaturen gibt es auch deutlich kühlere Varianten. Keine Angst, es wird nicht mehr so frisch wie zuletzt mit Bodenfrost und derart unlustigen Wetter-Spielchen. Aber so richtig beständige Sommertemperaturen bleiben ein Wunschdenken.

Und das, was wohl alle am meisten nervt: Die trockenen und sonnigen Phasen bleiben kurz. Im Idealfall sieht es in Richtung Dienstag mal etwas ruhiger und im Norden und Westen sehr sonnig aus. Der Süden muss sich eventuell mit kräftigem Regen umher ärgern. Zur Wochenmitte scheinen von Norden schon die nächsten Schauer zu kommen.

Okay, aber es muss doch Hoffnung geben! Bitte?!

Siebenschläfer 2024: Chancen auf den Sommer-Wetterwechsel?

Siebenschläfer Glis glis, fetter Siebenschläfer in hohlem Baum bei Nacht im Wald *** Dormouse Glis Glis , fetter Dormouse in Hohlem Tree at Night at Forest Copyright: imageBROKER/alimdix/xArterrax/xJohanxDexMeester ibltsm09935871.jpg Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung
Was hat das alles mit diesem Tief zu tun? Nichts! Aber süß sieht es aus, das Siebenschläferchen.

Siebenschläfer, du berühmt-berüchtigter Tag, von dem das Schicksal des Sommers abhängen soll. Wir schauen schon gespannt auf die ersten Prognosen in Richtung Monatswechsel Juni/Juli. Ihr wisst ja, dass der Spruch: „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag.“, weniger mit dem Siebenschläfertag (27. Juni) als soclhes zu tun hat. Es geht vielmehr um den Zeitraum vom 27. Juni bis 08. Juli. Die Wetterlage, die sich dann einstellt, hat eine Tendenz zur Langlebigkeit.

Die Trefferquote lag ursprünglich mal bei rund 50 (Norden) bis 70 Prozent (Süden). Mit den beständiger werdenden Wetterlage, waren es in den letzten Jahren im Schnitt sogar etwas mehr als 70 Prozent. Zurück geht „der Siebenschläfer“ natürlich nicht auf das putzige Tierchen namens Siebenschläfer, sondern eher auf eine alte christliche Erzählung.

Also, Siebenschläfer, gib uns Hoffnung! Tatsächlich geht mit dem 28/29. Juni die Spannweite in den Wettermodellen sehr stark auseinander. Optimistisch betrachtet ist da also noch alles drin. Zwischendurch gab es ein stabiles Sommerhoch in den Berechnungen mancher Wettermodelle – leider nur kurz. Andere hingegen wollten uns mit leichtem Tiefdruckeinfluss sogar extreme und schwüle Hitze bringen – zum Glück auch nur kurz!

Lässt sich also jetzt noch gar nichts sagen?

Das sagen die Langfristmodelle zum Sommer 2024

Für einen neuen Versuch müssen die experimentellen Langfristmodelle herhalten. Die Wetter-Rechenzentrale des EZMWF sieht das Ende des Junis optimistisch – trockener und wärmer als in den letzten Jahren. Danach schwindet aber die Sommerlaune des Modells. Es gibt schlicht weg keine klare Richtung oder ein typisch deutscher Durchschnittssommer. Den will aber eigentlich kaum einer, da er nur mäßig warm und sehr wechselhaft ist.

Ein bisschen positiver stimmt der Blick auf die Berechnungen der amerikanischen NOAA. Zuletzt war die NOAA der Miesepeter und hat einen eher kühlen und nassen Juli berechnet. Jetzt kam die zaghafte Wende hin zu trockeneren und wärmeren Verhältnissen. Übrigens auch für den August.

Geht da was?

Statistik und meteorologisches Bauchgefühl machen etwas Hoffnung

Blaue Lagune am Berzdorfer See DEU/Sachsen/ Tauchritz-Görlitz  Sommerhitze: Der Berzdorfer See entstand, aus dem Restloch des ehemaligen Braunkohletagebaus Berzdorf, an der südlichen Stadtgrenze der Europastadt Görlitz-Zgorzelec im Freistaat Sachsen. An der Südspitze des Berzdorfer Sees bei Tauchritz entstand in den letzten 3 Jahren das Naherholungsbegiet Blaue Lagune. Tausende Touristen und Wassersportler aus dem benachbarten Polen und Tschechin nutzen das nahe gelegene und neugeschaffene Wassersportparadies im Dreiländereck. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft verwandelte die ehemalige Grube in ein Naherholungsgebiet. Im Jahr 2002 wurde mit der Flutung des Tagebaulochs begonnen, 2013 erreichte der Pegel seinen Entstand von 186,2 m üb. NHN. Der See bildet den südöstlichen Eckpunkt des Lausitzer
Schenken und Juli und August genau solch ein Badewetter wie hier an der Blauen Lagune bei Görlitz?

Wenn weite Teile des Frühjahres und auch der Start in den Sommer so schmuddelig ausfallen, dann dreht sich die Wetterlage gerne im Laufe des Sommers. Und das geschieht eben oft im Siebenschläfer-Zeitraum, auch wenn die Wettermodelle das lange Zeit nicht berechnen wollen.

Was 2024 etwas dagegen spricht, sind die sehr aktiven Tiefdruckgebiete. Sie bekommen unter anderem von den weiterhin viel zu warmen Meeren um uns herum mehr Wasserdampf als üblich – Treibstoff für große, kräftige Tiefs und Sand im Getriebe der Sommerhochs.

Der Blick in die Statistik der letzten 10, 15 Jahre zeigt solche und solche Fälle. 2016 kippte das Wetter nach einem nassen Juni. 2013 geschah das gleiche nach einem viel zu nassen Mai plus nassen Juni. Der Juli und der August verlieren jeweils deutlich freundlicher und wärmer. Und wenn ihr mich fragt, mein meteorologisches Bauchgefühlgeht genau in diese Richtung. Auch, weil wir uns das verdient haben!

()