Wirbelsturm beschädigte 1.750 Häuser

Juli 1968 in Pforzheim: Als der bislang schwerste Tornado über Deutschland fegte

Nie wieder entwickelte ein Tornado über Deutschland solche Kraft

Es war der bis dahin schwerste Tornado, der je über Deutschland registriert wurde: Am 10. Juli 1968 entwickelte sich am Abend gegen 20 Uhr über den französischen Vogesen ein Tornado, wie ihn Deutschland noch nicht gesehen hatte und bis heute nicht wieder gesehen hat.

Wirbelsturm hinterlässt Spuren - das Dorf Neubärental wurde fast komplett zerstört

Ein durch den Tornado fast völlig zerstörtes Haus in Pforzheim.
Ein fast völlig zerstörtes Haus in Pforzheim nach dem Tornado vom 10. Juli 1968. © picture-alliance / dpa, Fritz Reiss, die/sv

In wenigen Minuten überquerte das Ungetüm die Vogesen Richtung Osten, verlor aber zunächst den Bodenkontakt. Etwa 30 Minuten später wurde der Tornado erneut registriert und nun hielt er mit aller Macht auf Pforzheim zu. Jene Stadt, die im Zweiten Weltkrieg schon so fürchterlich von den Bomben der Alliierten getroffen wurde.

In Pforzheim beschädigte der Sturm 1.750 Häuser, tötete zwei Menschen und verletzte 200. Der Sachschaden betrug etwa 100 Millionen D-Mark. Im Dorf Neubärental, wo der Tornado sich schließlich auflöste, zerstörte er 70 der 115 Gebäude.

Der Tornado 1968 richtete einen massiven Schaden in Deutschland an

Die Zugbahn des Tornado bei Pforzheim 1968.
Die Zugbahn des Tornado bei Pforzheim 1968.

Die Bilder von damals sind erschütternd. Die Wälder waren für Jahrzehnte gezeichnet. Zeitzeugen sprachen von einem "Krach wie von 1.000 Panzern". Dass angesichts dieses massiven Schadens nur zwei Menschen ums Leben kamen, liegt wohl daran, dass so spät abends kaum mehr Menschen auf den Straßen waren.

Es war ein sogenannter F4-Tornado, der Windgeschwindigkeiten zwischen 333 und 418 km/h mit sich bringt. Einen solchen Tornado hat es bis heute in Deutschland nicht wieder gegeben.

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(osc)