Sternenhimmel im Februar

Sternbild Löwe weist als Vorbote den Weg in den Frühling

28.02.2020, Niedersachsen, Norderney: Bei klarem Himmel sind die Sterne über Norderney zu sehen, während das Licht des Leuchtturms der Insel hell strahlt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Einige Sternbilder sind im Februar gut zu sehen. Auf Sternschnuppen müssen wir allerdings verzichten.

Selbst am aufgehellten Stadthimmel sind im Februar die Hauptsterne der Zwillinge zu erkennen, aber auch das Sternbild Löwe hat sich am Nachthimmel platziert. Mit einem Fernglas kann jedoch die Sternenschmiede Orion-Nebel beobachtet werden. Auf Meteorschauer müssen wir hingegen im Februar verzichten.

Jupiter auf Abschiedstournee

Große Konjunktion Planeten Jupiter und Saturn Stern von Bethlehem
Auf Jupiter und Saturn müssen Sternengucker im Februar verzichten.

Auch ohne Meteorschauer im Februar, kommen Hobby-Astronomen im zweiten Monat des Jahres auf ihre Kosten. Unsere Riesenplaneten machen allerdings vorerst den Abgang. Der Planet Jupiter, der in den letzten Monaten den Abendhimmel mit seinem Glanz unübersehbar beherrscht hat, gibt im Februar seine Abschiedsvorstellung. Der Riesenplanet zieht sich vom Abendhimmel zurück und wird unsichtbar. Zu Monatsanfang kann man ihn noch knapp über dem Westhorizont als hellen, weißen Lichtpunkt erkennen. Bald nach 19 Uhr wird er in den horizontnahen Dunstschichten unsichtbar, zur Monatsmitte bereits eine halbe Stunde eher. Nach der Monatsmitte wird man vergeblich nach dem Riesenplaneten Ausschau halten.

Nachdem Jupiter verschwunden ist, bleibt die erste Nachthälfte ohne helle Planeten. Denn Saturn im Sternbild Steinbock hat bereits im Januar den Abendhimmel verlassen. Der Ringplanet wird am 4. Februar von der Sonne eingeholt und ist somit am Tag nicht zu sehen.

Venus übernimmt Führungsrolle - Merkur bleibt für uns unsichtbar

Planet Venus in twilight sky. Sunset clouds behind church towers and treetop silhouettes.
Die Venus strahlt am Morgenhimmel mit der Sonne um die Wette.

Venus hingegen strahlt am Morgenhimmel. Am 12. Februar leuchtet sie im größten Glanz. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Gestirn am irdischen Firmament. Sie wird ihre Rolle als Morgenstern bis Herbstbeginn spielen. Zum Jahresende taucht sie wieder am frühen Abendhimmel auf.

Mars im Sternbild Schütze taucht allmählich in der Morgendämmerung auf. Am 13. kommt es zu einer Begegnung mit der wesentlich helleren Venus. Zu Monatsbeginn geht Mars kurz nach 6 Uhr morgens auf. Etwa eine halbe Stunde später kann man ihn tief am Osthimmel als rötlichen Lichtpunkt erkennen. Ende Februar erfolgt sein Aufgang eine halbe Stunde früher. Der flinke Merkur zeigt sich in unseren Breiten im Februar nicht.

Vollmond am 16. Februar - Tage werden 1,5 Stunden länger

Gleich am 1. Februar tritt um 6.46 Uhr die Neumondphase ein. Zwei Wochen später wird am 16. Februar um 17.56 Uhr im Sternbild Löwe die Vollmondposition erreicht. Der Februar-Vollmond wird auch Schneemond genannt. Bereits in der Nacht vom 9. auf 10. passiert der zunehmende Halbmond das Goldene Tor der Sonnenbahn, die zwischen den Sternhaufen Plejaden und Hyaden verläuft. Mit 405.900 Kilometer kommt der Mond am 11. in Erdferne. Am 26. hält er sich mit 367.800 Kilometer in Erdnähe auf.

Die Sonne wandert entlang dem aufsteigenden Teil ihrer Jahresbahn. Sie nähert sich dem Himmelsäquator, den sie aber erst im März zu Frühlingsbeginn erreicht. Am 16. Februar wechselt sie mittags aus dem Sternbild Steinbock in das Sternbild Wassermann. Zwei Tage später tritt sie am frühen Abend in das Tierkreiszeichen Fische. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um neun Grad zu, die Tageslänge wächst um eineinhalb Stunden.

Sternenschmiede Orion-Nebel

Orion-Nebel, Stern, Molekülwolke
Der Orion-Nebel ist ein kosmischer Nebel bestehend aus einer Wolke aus Staub und Gas.

Mit Einbruch der Dunkelheit steht der Himmelsjäger Orion, das Leitsternbild des Winterhimmels, schon hoch im Süden. Auffallend sind drei in einer geraden Reihe stehende Sterne. Sie markieren den Gürtel des Jägers. Knapp darunter sieht man mit bloßen Augen ein schwaches Lichtfleckchen. Im Fernglas wird es deutlich erkennbar. Es handelt sich um eine riesige Gas- und Staubwolke. Die als Großer Orion-Nebel bezeichnete Wolke in 1.500 Lichtjahren Entfernung ist ein Sternentstehungsnest. Eingebettet in ihr finden sich zahlreiche heiße, bläulich-weiße Sterne. Sie sind eben erst entstanden, das heißt, sie sind nur wenige Millionen Jahre alt - im Gegensatz zu unserer Sonne, die fast fünf Milliarden Jahre alt ist.

Dem Orion folgt ein heller, bläulicher Stern im Südosten. Er heißt Sirius und ist der hellste Stern am irdischen Firmament. Sirius ist der Hauptstern im Bild Großer Hund, daher auch die Bezeichnung „Hundsstern“. Ein wenig höher stößt man auf Prokyon, Hauptstern im Kleinen Hund. Prokyon heißt so viel wie «Vorhund». Denn er geht im Osten vor Sirius im Großen Hund auf.

Sternbild Zwillinge selbst in der Stadt gut zu sehen

Konstellation des Sternbilds Löwe, Astrologie, Tierkreiszeichen,
Das Sternbild Löwe ist der Vorbote des nahenden Frühlings.

Hoch im Süden sieht man die beiden Sternenketten der Zwillinge mit ihren Hauptsternen Kastor und Pollux. Beide Sterne sind selbst am aufgehellten Stadthimmel noch gut zu erkennen. Schon bei den Assyrern wurden die beiden auffälligen Sternenketten mit jeweils einem hellen Stern am Anfang der Kette als Zwillinge angesehen. Die Zwillinge gehören zum Tierkreis, da die nördlichsten Abschnitte der scheinbaren Sonnenbahn durch sie verlaufen. Im Sommer sind sie nicht zu sehen, denn vom 21. Juni bis 21. Juli wandert die Sonne durch dieses Sternbild.

Im Osten ist bereits der Löwe aufgegangen. Sein Hauptstern Regulus ist eine heiße, bläulich-weiße Sonne in 77 Lichtjahren Entfernung. Der Löwe ist ein Vorbote des kommenden Frühlings. Zwischen dem Löwen und den Zwillingen nimmt das unscheinbare Sternbild Krebs seinen Platz ein. Dem Namen nach als Tierkreisbild gut bekannt, ist er wegen seiner lichtschwachen Sterne nur schwer zu erkennen. Nur in mondlosen Nächten und fernab irdischer Lichter ist der Krebs zu sehen.

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(kfb/dpa)