Ob das nochmal was wird?
Deutschland auf dem Weg zum Strohhalm-Sommer
Die Weichenstellung für die heißeste Zeit des Jahres läuft. Doch mit dem Blick auf die Prognosen schwindet allmählich die Hoffnung, dass wir in stabilere Fahrwasser einfahren. Kurzum: Der rettende Strohhalm wird langsam immer dünner.
Aus der Kühle in die Schwüle

Schon alleine der Achterbahn-Sommer, den wir jetzt erleben, könnte ein schlechtes Omen für die weitere Entwicklung sein. Zuletzt noch kühle Schauer, dann die nächste kleine Hitzeblase, nachfolgende Unwetter mit Abkühlung, bevor es feuchter und schwüler weitergeht. Kurzum: Es fehlt nach wie vor ein stabiles Hoch. Stattdessen verschieben die Tiefdruckgebiete jetzt ihren Wirkungskreis südwärts und zapfen damit nach und nach gewitter- und unwetterwillige Luftmassen an. Eine schweißtreibende und explosive Mischung, die allerdings noch nicht von allen Vorhersagemodelle bestätigt wird.
Langeweile bleibt weiterhin außen vor
Nach dem Blick auf die kurzfristige Entwicklung mit deutlichen Hinweisen auf einen eher wechselhaften Kern- und Hochsommer-Trend, schlagen die längerfristigen Computermodelle bisher (noch) nicht in dieselbe Kerbe. Denn derzeit bevorzugt die experimentelle Langfrist einen anderen Sommerverlauf.
Spannend ist beispielsweise, dass die NOAA-Langfrist (amerikanischer Wetterdienst) den Juli gefühlt kühl und trocken berechnet. Das würde gegen einen schwülen Unwettersommer ab nächster Woche sprechen. Und auch die Mittel- bis Langfrist der Europäer sieht kein längerfristiges Durchsetzen der Wärme.
Wir können somit weiterhin auf eine stabilere Weichenstellung ohne größere Hitzewellen hoffen - auch wenn der Strohhalm mit jedem weiteren Tag etwas dünner wird. Schlussendlich haben die kurzfristigen Wetterprognosen eine deutlich höhere Eintreffwachscheinlichkeit als die etwas träger reagierenden Langfristvorhersagen.
Wetterwissen: Was sagt die Bauernregel vom Siebenschläfer aus?
Dass sich eine stabile Wetterlage, wie ein starkes Skandianvienhoch mit sehr schönen Aussichten bei uns, in diesem Zeitraum über Wochen halten kann. Andersherum gilt ebenfalls häufig, dass auch instabile und wechselhafte Entwicklungen längerfristigen Bestand haben. Dabei läuft die Weichenstellung dafür nicht an einem Tag, sondern über den Zeitraum von Ende Juni bis etwa Mitte Juli.
Übrigens: Der eigentliche Termin des sogenannten Siebenschläfers ist nicht am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, sondern erst am 7. Juli. Grund sind Verschiebungen und Reformen im Kalender.
(bal, phe)