Halber Jahres-Niederschlag von Berlin in 24 Stunden

Rekordregen in Schottland: Pünktlich vor der Klimakonferenz gibt es heftige Überflutungen

500 Häuser wegen des Regens evakuiert

Überflutete Weide im Lake District in England
Noch Straße oder schon See? Im Nordwesten Englands und im Südwesten Schottlands hat es kurz vor der UN-Klimakonferenz Rekordregenfälle gegeben.

Es wirkt fast wie eine Aufforderung zum Handeln für die Delegationen: Wenige Tage vor der COP26, der UN-Klimakonferenz in Glasgow, sind in Schottland Rekordmengen an Regen niedergegangen. In Hawick im Südosten Schottlands mussten 500 Häuser evakuiert werden.

Rekordniederschlag für Großbritannien in 24 Stunden

Möglicherweise gab es in den vergangenen Tagen sogar einen britischen Niederschlags-Rekord: Nach ersten Analysen der Universität Newcastle fielen am Honister Pass in Cumbria vom 27. auf den 28. Oktober 365 Liter Regen pro Quadratmeter. In 24 Stunden! Das ist ungefähr die Hälfte des Jahres-Niederschlags von Berlin.

Die britische Wetterbehörde „Met Office“ sieht einen Zusammenhang zwischen höheren Temperaturen und stärkeren Niederschlägen. So hätten die Niederschläge seit 1991 im Vergleich zu den vorangegangenen 30 Jahren (1961-1990) um durchschnittlich 6 Prozent zugenommen.

Die fünf nassesten Monate in Großbritannien seit dem Jahr 1862 traten allesamt in den letzten elf Jahren auf und sechs der zehn Jahre mit den höchsten Niederschlagsraten sind seit dem Jahr 1998 aufgetreten.

Bis zu 65 Prozent mehr Niederschlag

Ullswater Lake
Im Lake District laufen die Seen über, hier tritt Ullswater Lake übe die Ufer. (Bild: Oliver Scheel)

Nun also der Rekordregen kurz vor der Klimakonferenz. Für Prof. Hayley Fowler von der Universität Newcastle einen klarer Beleg für die zerstörerische Kraft des Klimawandels. „Diese Starkregenereignisse und heftige Überflutungen werden in Zeiten des Klimawandels zunehmend normal.“

„Unsere Modelle zeigen, dass solche Ereignisse in Großbritannien in 50 Jahren zwischen 35 und 65 Prozent mehr Niederschlag bringen. Und sogar noch heftiger, wenn wir uns dazu entscheiden, nichts zu tun anstatt die Treibhausgasemissionen zu senken“.

Ein Satz, der eine eindeutige Aufforderung zum Handeln ist bei der nun anstehenden Klimakonferenz.

Dr. Sonia Seneviratne von der ETH in Zürich, ergänzt: „Der neueste IPCC-Bericht hat klar definiert, dass Nordeuropa zu den Regionen gehört, in denen der menschengemachte Klimawandel zu mehr Starkregenereignissen führt.“

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(osc)