Menschheit steht vor drei gewaltigen Herausforderungen

Nachhaltigkeitsrevolution, um Klimawandel zu stoppen

Weltklimarat hat 400 Szenarien ausgewertet

Wollen wir wirklich die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen, dann brauchen wir eine Revolution. Und zwar eine Revolution der Nachhaltigkeit. Die müsse „ähnlich wie einst die industrielle Revolution“ sein, sagte Tim Lenton von der Universität Exeter, einer der Autoren einer neuen Studie. Nach dieser Studie sind nur wenige Szenarien zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad realistisch. Für die Studie hat der Weltklimarat IPCC 400 Klimaszenarien durchgerechnet, von denen nur 50 Szenarien eine Begrenzung der Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad verhindern.

Menschheit steht vor drei gewaltigen Herausforderungen

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Im Vordergrund der Braunkohletagebau Jänschwalde
Um den Klimawandel einzubremsen, muss CO2 aus der Atmosphäre gefiltert werden. © dpa, Patrick Pleul, ppl;cse pil

Es erfordert weltweit große Anstrengungen, die Erwärmung zu begrenzen. Politisch und technisch: Wir brauchen „eine noch nie dagewesene Innovation der Lebensstile und der internationalen Zusammenarbeit", sagte Ko-Autor Johan Rockström vom PIK. „Dennoch denke ich, dass eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C jede Anstrengung wert ist. Und zwar weil dies das Risiko begrenzen würde, einigen Kippelementen im Erdsystem einen zusätzlichen Schubs zu geben, etwa den Eisschilden oder Ökosystemen wie dem Amazonas-Regenwald.

„Die Menschheit steht vor einer dreifachen Herausforderung, um die globale Erwärmung zu stabilisieren, ohne die 1,5°C-Grenze deutlich zu überschreiten", sagt Ko-Autor Nebojsa Nakicenovic vom International Institute for Applied Systems Analysis, IIASA. Diese Herausforderungen seien: Erstens eine Halbierung der globalen Emissionen jedes Jahrzehnt. Zweitens eine wirklich mit der Natur verträgliche CO2 aus der Atmosphäre herauszuholen durch Aufforstung und Landnutzungsänderungen. Und drittens den Schutz der natürlichen Elemente im Erdsystem, die bereits heute die Hälfte der globalen Emissionen aus der Atmosphäre aufnehmen."

Moore verwässern und Wälder pflanzen

Ein Moor in Finnland
Moore senken den CO2-Gehalt. Wenn wir die Moore renaturieren, bleibt Methan im Boden und es wird zusätzlich CO2 aufgenommen. © imago images/blickwinkel, W. Pattyn via www.imago-images.de, www.imago-images.de

„Der Energiesektor ist natürlich der Schlüssel zum 1,5°C-Ziel, einerseits durch die Reduzierung der Energienachfrage und andererseits durch die Dekarbonisierung der Nutzung und Erzeugung von Energie. Aber wir können nicht auf die anderen Strategien verzichten. Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen und zum Beispiel unterirdisch zu speichern, erweist sich ebenfalls als nahezu unverzichtbar. Die Landnutzung muss zu einer Netto-Kohlenstoffsenke werden, zum Beispiel durch Wiedervernässung von Mooren oder Aufforstung. Schließlich muss der Ausstoß des starken Treibhausgases Methan aus der Tierproduktion, aber auch aus Lecks bei der Öl- und Gasförderung reduziert werden. Das ist eine ziemliche Liste.“ sagte Leit-Autorin Lila Warszawski vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Die Zeit drängt, denn das realistische Zeitfenster für die Einhaltung dieses Klimaziels aus dem Pariser Abkommen schließt sich sehr schnell. „So technisch das alles auch klingen mag, es geht einfach um eine sichere Klimazukunft für alle“, erläuterte Rockström.

OSC

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