Rotorblätter beschädigt

Mars-Helikopter geht nach 3 Jahren in Rente

von Karim Belbachir

Nach 72 Flügen ist Schluss. Die Nasa hat die Arbeit des Mars-Helikopters Ingenuity für beendet erklärt. Der Hubschrauber hat, gilt aber als Inspiration für die Zukunft.

Ingenuity länger in Betrieb als geplant

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Der Mars-Helikopter Ingenuity hat durch Beschädigungen an seinen Rotorblättern den Geist aufgegeben.

Der Mars-Hubschrauber „Ingenuity“ ist nicht mehr flugfähig. Auf den in dieser Woche zur Erde gesendeten Bildern ist zu erkennen, dass bei einer Landung ein oder mehrere Rotorblätter des Mini-Hubschraubers beschädigt wurden, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. „Ingenuity“ steht zwar noch aufrecht und kann weiterhin mit dem Kontrollzentrum auf der Erde kommunizieren, jedoch ist der Flugbetrieb des Hubschraubers nicht mehr möglich. Damit endet die ursprünglich auf 30 Tage angelegte Mission des Hubschraubers nach rund drei Jahren auf dem Mars.

„Die historische Reise von ‚Ingenuity‘, dem ersten Luftfahrzeug auf einem anderen Planeten, ist an ihr Ende gekommen“, sagte Nasa-Chef Bill Nelson. „Dieser bemerkenswerte Helikopter ist höher und weiter geflogen, als wir uns das je hätten vorstellen können, und hat der Nasa dabei geholfen, das zu tun, was wir am besten können – das Unmögliche möglich machen.“

Hubschrauber ging auf 72 Erjundungsflüge

 March 30, 2021, Mars Surface: NASA s Ingenuity helicopter can be seen here with all four of its legs deployed before dropping from the belly of the Perseverance rover on March 30, 2021, the 39th Martian day, or sol, of the mission. This image was taken by the WATSON Wide Angle Topographic Sensor for Operations and eNgineering camera on the SHERLOC Scanning Habitable Environments with Raman and Luminescence for Organics and Chemicals instrument, located at the end of the rover s long robotic arm. Mars Surface - ZUMAz03_ 20210330_sha_z03_838 Copyright: xNASA/JPL-Caltechx
Im Bauch von Mars-Rover Perseverance landete der Hubschrauber auf dem Mars.

„Ingenuity“ (übersetzt Einfallsreichtum) landete im Februar 2021 zusammen mit dem Rover „Perseverance“ (Durchhaltevermögen) auf dem Mars, der seitdem auf dem Planeten nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens sucht sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforscht. Kurz nach der Landung führte der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und etwa 1,8 Kilogramm schwere Helikopter als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten durch. Insgesamt absolvierte der Hubschrauber 72 Flüge mit einer Gesamtflugzeit von mehr als zwei Stunden.

„Die Tage auf dem Mars werden ohne den Mars-Helikopter nicht mehr dieselben sein“, hieß es im Profil von „Perseverance“ auf der Kurznachrichtenplattform X, vormals Twitter. „Danke, ‚Ingenuity‘, dass du von Anfang an mein Erkundungspartner warst.“ Der Rover befindet sich derzeit laut Nasa einige hundert Meter entfernt vom Helikopter, könnte sich ihm jedoch demnächst nähern und Fotos machen.

Mars-Helikopter als Inspiration für die Zukunft

Für seinen allerersten Flug hob der Mini-Hubschrauber im April 2021 um 6.34 Uhr MESZ von der Marsoberfläche ab, stieg auf eine Höhe von etwa drei Metern und schwebte dann etwa 30 Sekunden, bevor er wieder landete. Insgesamt dauerte der Flug 39,1 Sekunden. Anschließend planten die Nasa-Wissenschaftler stets neue Flugrouten für „Ingenuity“.

Der Hubschrauber musste auf dem Mars extremen Bedingungen standhalten: Nachts herrschen Temperaturen von bis zu minus 90 Grad Celsius, was für Batterien und Elektronik verheerend sein kann. Aufgrund der dünnen Atmosphäre, die nur etwa ein Prozent so dicht ist wie auf der Erde, mussten die Rotoren von „Ingenuity“ auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen – ein Vielfaches von Hubschraubern auf der Erde. Die Energie für diese Leistung bezog „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Auch wenn „Ingenuity“ nicht mehr fliegen kann, wird der Hubschrauber die Zukunft der Raumfahrt beeinflussen, sagte Nasa-Manager Teddy Tzanetos. „Der erste Mars-Helikopter der Geschichte wird die Zukunft der Weltraumerkundung prägen und in den kommenden Jahrzehnten Flotten von Luftfahrzeugen auf dem Mars und anderen Welten inspirieren.“

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(kfb mit dpa)