Viel hilft viel? Leider nein - der Planet wird nicht grüner

Mehr CO2 in der Atmosphäre hilft den Pflanzen nicht

Höherer CO2-Gehalt bedeutet nicht mehr Photosynthese

CO2, also das berühmte Kohlendioxid, ist für Pflanzen überlebenswichtig, es ist für sie wie Dünger. Sie benötigen es, um Photosynthese zu betreiben. Bei der Photosynthese verwandeln die Grünpflanzen CO2 aus der Luft mit Hilfe von Sonnenlicht in energiereiche Biomoleküle. Das heißt, sie entziehen der Atmosphäre das CO2, das hauptverantwortlich für die Erderwärmung und die damit einhergehende Klimakrise ist. Deshalb sind große Wälder ja so wichtig, sie sind eine sogenannte Kohlenstoffsenke. Wenn nun viel CO2 zur Verfügung steht, dann können die Pflanzen auch mehr aus der Atmosphäre nehmen und damit den Klimawandel ein bisschen bremsen, so eine gängige Annahme. Wäre schön, stimmt nur leider nicht. Dies fanden nun Forscher der Universität Augsburg anhand von Satellitendaten heraus.

Düngeeffekt durch CO2 ist sogar zurückgegangen

Viele Menschen, die den Klimawandel nicht wahrhaben wollen, beriefen sich auf die düngende und damit positive Wirkung des CO2 für die Pflanzen. Nun aber – so beobachteten die Wissenschaftler – ist dieser Düngeeffekt in den vergangenen vier Jahrzehnten um etwa 30 Prozent zurückgegangen. Die Forscher waren erstaunt. Eine einfache Erklärung dieses komplexen Systems könnte man so formulieren: „Wenn ich mehr Benzin im Tank habe, kann das Auto auch nicht schneller fahren.“

Dr. Philippe Ciais vom französischen Forschungslabor für Klima- und Umweltforschung in Gif sur Yvette hatte schon vor einiger Zeit gemutmaßt, dass viel Kohlendioxid den Pflanzen nicht hilft: „Studien haben gezeigt, dass sich Pflanzen an zunehmende CO2-Konzentration anpassen, so dass der Düngeeffekt mit der Zeit nachlässt.”

Offenbar kommt es auf die Mischung an

CO2-Schlucker: Bäume sind Klima-Retter
Bäume als Klima-Retter - aber mehr CO2 in der Atmosphäre bedeutet leider nicht mehr Photosynthese © dpa, Monika Skolimowska, skm kno dul wst

Es kommt also offenbar auf die Mischung an: „Pflanzen brauchen ein ausgewogenes Verhältnis von CO2, Wasser und anderen wichtigen Nährstoffen, um zu wachsen“, erklärte Daniel Goll von der Universität Augsburg in der Mitteilung der Hochschule. Die CO2-Konzentration nehme zwar zu, aber nicht Wasser und Nährstoffe. Vermutlich könnten die Pflanzen die hohe Konzentration des Gases deshalb nicht für sich nutzen.

Das könne auch Folgen für die Wirkung einiger Klimaschutzstrategien haben wie das Aufforsten von Wäldern, erklärt einer der Leitautoren der Studie, Yongguang Zhang von der Universität Nanjing in China.

Die Gesellschaft müsse somit noch mehr auf andere Strategien setzen, um die Emissionen der Treibhausgase zu reduzieren, fordern die Wissenschaftler aus Augsburg. Die Studie wurde im Fachjournal „Science“ veröffentlicht.

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