Ja, wo bleibt denn das Gewitter?

Gewitter und Unwetter: Darum sind punktgenaue Vorhersagen schwierig

Unwetterwarnung: Ortsgenaue Prognosen sind nicht möglich

Gewitter und Unwetter: Darum sind genaue Prognosen so schwierig.
Unwetter an Fronleichnam: In Mühlheim an der Ruhr standen Unterführungen unter Wasser und Keller liefen voll, andernorts passierte gar nichts.

Da warnt wetter.de seit Tagen vor Unwettern und bei Ihnen war außer Wolken und schwüler Luft nichts zu merken? Darüber können Sie sich freuen oder auf die Meteorologen schimpfen, die so schlechte Vorhersagen machen. Besser aber: Wir erklären Ihnen, warum sich ausgerechnet bei Ihnen doch kein Gewitter entwickelt hat.

Gewittertiefs OLGER und PETER: Wir müssen uns überraschen lassen

Die Ausganslage: Das Gewittertief PETER liegt über den Benelux-Ländern und bringt heute am Freitag in weiten Teilen Deutschlands schwülwarme und gewitteranfällige Luft. Am Donnerstag hatte Tief OLGER für dieselben Verhältnisse gesorgt.

„In dieser feuchten und warmen Luft bilden sich verbreitet Regengüsse und Gewitter, die aber kaum weiterziehen. Deshalb kann es an bestimmten Stellen richtig schütten und zu Überflutungen kommen, während es nur wenige Kilometer daneben trocken bleibt“, sagt RTL-Meteorologe, Carlo Pfaff.

Gewitterzellen können sich überall bilden

Meteorologe Pfaff erklärt noch weiter: “Da es keine Gewitterfront ist, die über Deutschland hinweg zieht, sondern die Luft gleichmäßig verteilt ist, kann es praktisch fast überall zur Bildung dieser starken Gewitterzellen kommen. Wo das schlussendlich passiert, kann man nicht vorhersagen. Man kann nur Bereiche eingrenzen, wo die Gefahr besonders groß ist.“

Die Gewittergefahr am Sonntag

Die Gewittergefahr am Sonntag ist im Südosten am größten, aber eine ortsgenaue Prognose ist nicht möglich.
Im Südosten ist am Sonntag das Gewitter- und Unwetterrisiko am höchsten. Wo genau sie entstehen, ist nicht vorherzusagen.

Für Sonntag haben unsere Meteorologen die Regionen im Süden und besonders im Südosten festgelegt, wo ein erhöhtes Potential dafür besteht, dass Gewitter und Unwetter auftreten. Haben sich die Gewitter schon entwickelt, können Stärke und Verlagerung zwar noch genauer prognostiziert werden, immer aber mit einem gewissen Unsicherheitsbereich. So werden im Vorfeld oft größere Gebiete vorgewarnt, als am Ende tatsächlich betroffen sind. Aber besser so, als andersrum.

Die Zutaten für ein ordentliches Gewitter

  • Feuchtigkeit in der Luft. So können sich Quellwolken und daraus Gewitter entwickeln.
  • Labilität. Diese ergibt sich, wenn sich die Luft mit der Höhe rasch abkühlt. Ein am Boden erwärmtes Luftpaket hat dann die Möglichkeit rasch aufzusteigen, da warme Luft leichter ist als kalte Luft.
  • Hebung. Die Luft sollte prinzipiell gewillt sein, aufzusteigen. Das passiert beispielsweise dann, wenn sich entlang einer Kaltfront kalte Luft wie ein Keil unter vorgelagerte warme Luftmassen schiebt und diese damit anhebt. Oder wenn Luftmassen am Boden zusammenströmen. Die Luft kann dann nur nach oben ausweichen.

    Wenn sich jetzt noch der Wind mit der Höhe Richtung und Geschwindigkeit ändert, dann sind alle Voraussetzungen für Gewitter und auch Unwetter gegeben.

Gewitter-Verteilung: Das Prinzip des Chaos

Am besten stellt man sich einen Wassertopf auf die Kochplatte und versucht zu erraten, wo die erste Blase nach oben steigt. Das ist etwa genauso schwierig wie eine Vorhersage. wo genau das erste Gewitter über Deutschland entsteht. Genauso ist es mit der weiteren Entwicklung: Gewitter können plötzlich in eine etwas andere Richtung ziehen, sich kurzfristig verstärken oder abschwächen. Das Prinzip des Chaos schlägt hier zu Buche.

Die kurzfristige Lösung: das Regenradar von wetter.de

Das Regenradar in der wetter.de-App ist genauer als eine Prognose.
Das Regenradar in der wetter.de-App zeigt genau für Ihren Ort, ob und wann es regnet.

Anders sieht es beim Regenradar aus. Das Regenradar bietet aktuelle Werte und eine 2-Stunden- Vorhersage, wie der Regen zieht.

Die Wetter.de-App auf dem Smartphone ist der ideale Begleiter für unterwegs, der das Regenradar besonders übersichtlich gleich für den abgefragten Ort darstellt. Das Beispiel zeigt, wie die Regenwolken in Neumarkt in der Oberpfalz kommen und weiterziehen.

Wetter-Experte Bernd Fuchs über Gewitter-Mythen

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(ctr)