Was Sie über die Tagundnachtgleiche wissen müssen

Frühlingsanfang: Fakten und Irrtümer

Frühling - das ist wohl die beliebteste Jahreszeit in unseren Breiten. Nicht mehr kalt, noch nicht zu heiß, die Tage werden länger, die Natur erwacht, die Grundfarbe ist grün statt grau. Deswegen wohnt dem Frühlingsanfang auch ein besonderer Zauber inne. Wir lassen uns aber nicht von ihm betören, sondern halten uns streng an die Frühlingsfakten und -irrtümer.

Frühlingsanfang ist immer am 20. März - falsch

Der Frühling fängt aus astrologischer Sicht auf der Nordhalbkugel am 19., 20. oder 21. März an. Die Sonne überquert dann zum ersten Mal im Jahr den Äquator und wandert von der Südhalbkugel Richtung Norden. Da die Erde bei der Umkreisung der Sonne nicht genau 365 Tage braucht, kann dieser Tag auf d 19., 20. oder 21. März fallen.

Wer’s genauer wissen will...

Am Frühlingsanfang sind Tag und Nacht gleich lang - richtig

17.03.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Ein Baum blüht in der Sonne am Rheinpark bei frühlingshaften Temperaturen. Foto: Roberto Pfeil/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zum Frühlingsanfang sind Tag und Nacht gleich lang. © dpa, Roberto Pfeil, rp htf

Zwei Mal im Jahr sind Tag und Nacht gleich lang, zu Beginn des astronomischen Frühlings und zu Beginn des astronomischen Herbstes. Wissenschaftler nennen dieses Ereignis „Äquinoktium“ - aus dem lateinischen Wort für "gleich", aequus, und dem lateinischen Wort für "Nacht", nox.

Die Sonne steht senkrecht über dem Äquator - richtig

Zum Frühlingsanfang wird die Erde überall gleichmäßig von der Sonne beschienen. Nacht und Tag sind überall 12 Stunden lang. Obwohl… Das wiederum stimmt nicht so ganz, denn s. Punkt 4.

Tag und Nacht sind gleich lang - falsch

dpatopbilder - 18.03.2020, Bayern, Bad Hindelang: Eine Wanderin genießt auf einer Bank im Hintersteiner Tal den Sonnenschein und die Aussicht auf das Panorama der Berge. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Neigung der Erdachse führt dazu, dass schon nach dem Winteranfang die Tage wieder länger werden. © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh tba

Beispiel Köln am 20 März 2020: Sonnenaufgang ist um 6.34 Uhr, Sonnenuntergang um 18.44 Uhr und der Tag ist somit 12 Stunden und 10 Minuten lang.

Das hat zwei Ursachen:

  1. Die Brechung des Sonnenlichts, wenn es in die Atmosphäre trifft, „hebt“ die Sonne optisch noch einmal an.
  2. Der Sonnenaufgang wird nicht erst dann gemessen, wenn der Mittelpunkt der Sonne über den Horizont steigt, sondern schon, wenn der Scheitel zu sehen ist. Beim Sonnenuntergang ist es entsprechend.

Wann sind Tag und Nacht denn gleich lang?

Im Frühling am 17. März - in unseren Breiten. Dieser Tag ist also vor dem astronomischen Frühlingsanfang.

Es kann nur einen Frühling geben - falsch

Frühling ist nicht gleich Frühling. Neben dem hier beschriebenen astronomischen und kalendarischen Frühling gibt es zwei weitere Frühlingsdefinitionen: den meteorologischen Frühling, der am 1. März beginnt und am 31. Mai endet, und den phänologischen, der sich nach dem Entwicklungsstand der Pflanzenwelt richtet.

Wer’s genauer wissen will: Alles über den Frühling.

Jetzt werden die Tage immer schneller immer länger - falsch

Die Neigung der Erdachse führt dazu, dass schon nach dem Winteranfang die Tage wieder länger werden. Richtung Frühlingsanfang nimmt das Ganze erst langsamer, dann schneller an Fahrt auf. Ist das Äquinoktium aber erreicht, bremst das Phänomen wieder ab. Die Tage werden zwar noch bis zum Sommeranfang immer länger, aber eben nicht mehr so schnell.

Wer’s genauer wissen will: Derzeit werden die Tage sehr schnell länger.