Ein Blick in die Glaskugel

Februar schwankt zwischen Winterhauch und Frühlingsbeginn

von Paul Heger

Nach dem Frühlingshaus mit bis zu 19 Grad, fragen sich einige: Kommt jetzt der Frühling? Manche spekulieren über 20 Grad und mehr, Die Wettermodelle aber auch mit Winter, Schnee und Frost. Wohin geht die Reise im Februar?
Im Video: Erst wechselhaft und windig, bald deutlich ruhiger

Wochenende: Frostige Temperaturen mit Sonne

Am Samstag geht’s los mit dem Februar 2025 – wie die Zeit rast! Und pünktlich mit dem Start in den Februar stellt sich am Wochenende die Wetterlage um. Ein Hoch legt sich über West- und Teile Mitteleuropas. Damit gibt es einige Sonnenchancen, aber leider auch wieder Nebel- und Hochnebelfelder.

Gleichzeitig kühlt sich die Luft im Hoch und in klaren Nächten wieder ab. Frost und Glätte kehren wohl regional zurück. Tagsüber kann es im Dauernebel auch mal wieder Werte um 0 Grad geben. Das gilt auch für die östlichen Berge und die höheren Lagen der Alpen. Sonst bleiben wir aber deutlich im Plus. Richtiges Winterwetter wie es jetzt im Hochwinter normal wäre, ist das natürlich nicht.

Umbau der Wetterlage in Europa geht weiter

Krasse Berechnung: Laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA wird der Februar im Norden und Osten Europas extrem mild.
Krasse Berechnung: Laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA wird der Februar im Norden und Osten Europas extrem mild.

In den Langfristmodellen deutete sich schon länger ein Umbau der Wetterlage an. Darin wird der Februar in Europa zu mild berechnet, im Norden und Osten Europas sogar extrem zu mild. Gleichzeitig sehen die Berechnungen im Norden Europas mehr Niederschläge als üblich, besonders an den Westküsten. Nach Süden wäre es deutlich trockener, teils extrem trocken.

Diese Verteilung legt eine recht klare Wetterlage nahe: Kräftige Tiefs von West nach Ost, im Bogen über Skandinavien mit ein paar Ausläufern zu uns. Insgesamt über Südeuropa Hochdruck und auch bei uns immer wieder Hochdruckphasen.

Die Langfristmodelle scheinen Recht zu behalten, wie das der NOAA. Das Hoch am Wochenende könnte der Anfang sein. Demnächst kreiselt zwar noch ein Tief über dem Mittelmeer, der Luftdruck scheint aber über weiten Teilen Europas zu steigen und der Schwerpunkt nach Südeuropa zu rutschen. Aber was bedeutet das jetzt konkret für uns?

Februar und März: Vorfrühlingshaft mit winterlichen Schmuddel-Querulanten?

Violette und gelbe Krokusse (Crocus) wachsen am 04.03.2015 auf einer Wiese in Dresden (Sachsen). Foto: Arno Burgi/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Bald ist es wieder so weit!

Die beschriebene Verteilung oben würde bei uns in der Regel mildes Wetter bedeuten, wobei Hochdruckgebiete natürlich frische bis frostige Nächte mit sich bringen können. Mit Hochnebel bliebe es dann auch recht kalt. Aber je weiter das Jahr voranschreitet, desto mehr haben Hochnebelfelder die Tendenz, sich aufzulösen. Gleichzeitig könnte teils kräftiger Westwind die Auflösung unterstützen.

Ein Dauerhoch wird es aber wahrscheinlich nicht geben, auch wenn sowohl Februar als auch März sehr ähnliche Tendenzen haben. Zwischendurch werden wohl auch mal kleine Tiefs durchrutschen. Vor allem die fiesen Kaltlufttropfen könnten zwischendurch Schmuddelwetter mit Winteroptionen bringen. Dabei würde sich von der kühleren Luft im Norden ein Schwall nach Süden auf den Weg machen.

Kältepol über Nordamerika begünstigt Frühlingswetter in Deutschland

January 21, 2025, Pensacola, Florida, USA: Heavy snow falls onto the Florida Welcome Center and is forecasted to accumulate up to six inches on Tuesday, Jan. 21, 2025 in Pensacola. (Credit Image: © Luis Santana/Tampa Bay Times via ZUMA Press Wire) / action press
Ein krasser Wintereinbruch über den USA hatte zuletzt Stürme mit milder Luft in Mitteleuropa verursacht.

Und es gibt noch etwas, das für milde Verhältnisse spricht: Der Kältepol über Kanada. Hier hat sich die Kälte jetzt so richtig festgesetzt und im Mittel aller Wettermodelle bleibt er da auch. Das hat Folgen für Europa, denn damit rutscht immer wieder Kaltluft über den westlichen Nordatlantik, wo sich kräftige Tiefs bilden, wie zuletzt auch der Rekord-Orkan Éowyn. Diese Tiefs drehen sich dann über dem Nordatlantik und lassen milde bis irgendwann auch warme Luft nach Europa strömen.

Die Kaltluft dort in der Ferne, begünstigt also den frühzeitigen Frühling bei uns. Wie schnell die ersten 20er fallen, wissen wir natürlich noch nicht, aber weit davon entfernt waren wir ja schon zuletzt nicht. Und: Bis auf die oben angesprochenen und kaum vorherzusagenden Kaltlufttropfen gibt es derzeit keine ernstzunehmenden Winteroptionen in der Großwetterlage. Aber wer weiß, was der Winter noch vor hat.

(phe)