Kampf gegen Wassermassen
Heftige Unwetter erfassen schon wieder Südeuropa
Während bei uns Frühlingsruhe einkehrt, droht vom Süden Italiens bis zum Balkan eine Unwetterlage mit Extremregen. Lokal könnten mehr als 300 Liter pro Quadratmeter fallen – genug, um ganze Landstriche unter Wasser zu setzen. Offizielle Warnungen sind bereits aktiv.
Unwetter in Spanien und Portugal lassen nach

Ausläufer des abziehenden Tiefs Volker (intern: Matinho) streifen bis Mitte der Woche nur noch wenige Regionen Deutschlands und bringen etwas Regen oder Gewitter. Der Kern des Tiefs liegt über Osteuropa, und dort ist das Wetter deutlich nasser. Während sich also im Westen Europas nach den Unwettern während des Wochenendes schrittweise ein Hochdruckkeil gestützt vom Azorenhoch durchsetzt, sieht es an der Adria ungemütlicher aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass die kräftigen Regenschauer auf der Iberischen Halbinsel ein Ende gefunden haben, denn gerade an der Nordküste Spaniens und Portugals könnten noch einige Liter Regen bis Freitag runterkommen.
Adriaregion: Unwetterlage mit Starkregen und Überflutungsgefahr
An der Adria formiert sich in den kommenden Tagen eine markante Tiefdruckrinne mit intensiven Niederschlägen. Besonders betroffen sind Süditalien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien. Dort werden gebietsweise 100 bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter bis Freitag, 28. März, erwartet. In engen Staulagen und Bergregionen sind laut einigen Wettermodellen sogar Spitzenwerte von mehr als 330 Liter möglich – eine gefährliche Größenordnung, die lokal zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Sturzfluten führen kann.
Wetter und Klima für den Frühling in Deutschland: Das können die Monate März, April und Mai
Die Lage ist bereits so ernst, dass einige Wetterdienste vor Ort offizielle Warnstufen ausgegeben haben. In Bosnien und Herzegowina gelten etwa für Sarajevo gleich mehrere Wetteralarme: Für Dienstag und Mittwoch wurden Regenmengen zwischen 15 und 40 Litern pro Quadratmeter angekündigt – jeweils innerhalb von 24 Stunden. Zwar handelt es sich um Warnstufe Gelb, doch angesichts der gesättigten Böden und des Potenzials für Dauerregen besteht erhöhte Gefahr für Überflutungen.
Europas Regenhochburg rückt in den Fokus
Die Unwetter treffen ausgerechnet eine der regenreichsten Regionen des Kontinents. In den Bergen von Montenegro liegt das kleine Crkvice – ein Ort, der im Klimamittel von 1961 bis 1990 unglaubliche 4622 Liter Niederschlag pro Quadratmeter pro Jahr verzeichnete. Damit ist Crkvice der regenreichste Ort Europas. Zum Vergleich: Das norwegische Bergen – ebenfalls für seine Regenschauer bekannt – kommt auf maximal 2500 Liter im Jahr. In Crkvice konzentriert sich der Niederschlag jedoch auf das Winterhalbjahr – genau die Zeit, in der jetzt die Unwetter durchziehen.
42-Tage-Wettertrend: Frühling bleibt eher kühl und endlich mit mehr Regen
Die aktuelle Wetterlage zeigt eindrucksvoll, wie stark Europa meteorologisch zweigeteilt ist. Während bei uns bis Freitag kaum nennenswerter Regen fällt, kämpfen Regionen rund um die Adria mit Wassermassen. Besonders gefährdet sind bergige Gebiete, in denen der Starkregen kanalisiert wird und ganze Hänge instabil machen kann.
(kfb)