Tief Martinho bringt Extremwetter

Heftige Unwetter überrollen Südwesteuropa

von Karim Belbachir

Von Portugal bis Südfrankreich sorgen starke Regenfälle, Sturm und hohe Wellen für Überschwemmungen und Schäden. Besonders betroffen sind Spanien und Portugal, wo die Wetterdienste umfassende Warnungen ausgeben mussten. Selbst England und Irland spüren die Ausläufer des Tiefs.

Sturm Martinho trifft die Iberische Halbinsel

Eine Gewitterzelle mit Blitz und Donner baut sich über dem Großraum Heilbronn auf. Der Deutsche Wetterdienst kündigte Unwetter für Teile Baden-Württembergs an.
Im Süden Europas sind weitere Unwetter unterwegs.

Seit dem 20. März liegt der Südwesten Europas unter dem Einfluss eines kräftigen Tiefdruckgebiets, das vom portugiesischen Wetterdienst IPMA den Namen Martinho erhielt und hierzulande unter „Volker“ bekannt ist. In Portugal wurde daraufhin vor Böen mit bis zu 110 km/h und Wellenhöhen von bis zu zehn Metern gewarnt. Küstenregionen wie Lissabon und Porto standen unter oranger Warnstufe. Auch in Spanien herrschte vielerorts Alarmstufe Gelb – fast das gesamte Festland war betroffen. Prognostiziert waren bis zu 60 Litern Regen pro Quadratmeter in nur zwölf Stunden, sowie Sturm und gefährlicher Wellengang.

Schwere Schäden und Evakuierungen in Spanien

Niederschlagssumme in Spanien und Portugal
Die Regensummen bis Freitag, 28. März, gehen teilweise hoch auf mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

In mehreren spanischen Regionen führten die Unwetter zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrschaos. In Andalusien und Murcia mussten Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden, teils kamen Hubschrauber zum Einsatz. Bei Córdoba wurde ein Radfahrer von den Fluten mitgerissen und blieb vermisst. In der Region Águilas mussten Autofahrer aus ihren überfluteten Fahrzeugen gerettet werden. In Sevilla wurde eine Frau tot geborgen, ihr Ehemann wird weiterhin vermisst. Die Behörden sprechen von einem der stärksten März-Stürme der vergangenen Jahre.

Tief Volker bringt etwas Bewegung: Der Regen kommt, aber nicht genug

Südfrankreich: Regen und Sturmböen

Auch in Südfrankreich wurde das Wetter zunehmend ungemütlich. Besonders betroffen war die Mittelmeerküste zwischen Marseille und Perpignan, wo es zu heftigen Regenfällen und Sturmböen kam. In Teilen der Region Okzitanien gab es Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Auch im Alpenvorland kam es zu wetterbedingten Beeinträchtigungen – von blockierten Straßen bis zu kleineren Erdrutschen.

Auch der Nordwesten Europas spürt das Tief

Obwohl der Schwerpunkt des Sturms über dem Südwesten Europas lag, erreichten Ausläufer auch Großbritannien und Irland. Dort kam es zu starkem Regen, Sturmböen und lokalen Überschwemmungen, vor allem an den Küsten. Die meteorologischen Dienste warnten vor weiterem Tiefdruckeinfluss in den Folgetagen.

Das Tief Martinho verdeutlicht einmal mehr, wie anfällig der Südwesten Europas für Extremwetter ist. Binnen weniger Tage traten gleich mehrere Wettergefahren gleichzeitig auf: Starkregen, Sturm und hohe Wellen.

(kfb)