Wie viel Regen fehlt?

Dürres Deutschland - Himmlisches Nass kommt in Sichtweite

von Björn Alexander

Die Wasserstände an den Flüssen und Seen sinken immer weiter, Waldbrände wüten – Deutschland ächzt unter den Folgen der Trockenheit. Doch eine Linderung ist in Sicht. Einerseits kippt das Wetter in den nächsten Tagen, andererseits naht der Herbst, der ebenfalls mit Regen in den Prognosen aufwartet.

Oben im Video: Dürre aus dem Weltall zu erkennen

So groß ist der Wassermangel in Deutschland

Die Dürre in Deutschland fasst uns an – sie beschäftigt viele von uns. Egal, ob Land- oder Forstwirt, ob Hobbygärnter oder Balkonliebhaber. Schlussendlich werden wir auch alle gleichermaßen die Folgen der Trockenheit zu spüren bekommen. Sei es durch höhere Preise oder mögliche Verschärfungen der Lieferengpässe über die Flüsse, deren Pegelstände sich auf Rekordmarken zubewegen oder sie schon erreicht haben.

Grund ist natürlich in erster Linie der ausgebliebene Regen – vor allem der vergangenen Wochen. Insgesamt sind wir bei der Regenausbeute im deutschlandweiten Mittel aktuell bei knapp 50 Prozent angelangt. Allerdings mit großen regionalen Unterschieden.

Regen in Deutschland im Jahr 2022 - eine enorme Spannweite

Normal sind in Deutschland um die 650 bis 700 Liter Regen pro Quadratmeter und Jahr. Die nassesten Orte vermelden bis jetzt schon mal locker um die 1000 Liter pro Quadratmeter oder mehr. Und sie liegen allesamt im Süden Deutschlands. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Wetterstationen, an denen nicht einmal 200 Liter gefallen sind. Verbreitet gilt allerdings: die Böden sind – besonders in den tiefer gelegenen Schichten von einem bis zwei Metern – viel zu trocken. Gelegt wurde der Grundstein für diese zum Teil extreme Dürre sogar schon vor etlichen Jahren. Nämlich im Jahr 2018.

Lese-Tipp: Trauriger Rekord in Deutschland im Jahr 2018

Deswegen ist es anders als 2018 - zumindest bis jetzt

Die Trockenheit im Jahr 2018 war aber anders. Denn in 2018 erlebten wir nach einem zu nassen Januar und bis zum zu nassen Dezember genau zehn zu trockene Monate. Damit baute sich ein Regendefizit auf, das beispielsweise über die Dürre in den Böden bis heute Auswirkungen hat – insbesondere in den tieferen Bodenschichten, wo sich der Wassermangel zum Teil gehalten hat.
Dementsprechend wäre eine weitere Verschärfung der Dürre jetzt vielleicht sogar nochmals folgenschwerer als in 2018 – beispielsweise für unser Grundwasser beziehungsweise die Grundwasserneubildung. Glücklicherweise stimmen aber die Prognosen in Sachen Regen für den Herbst 2022 etwas optimistischer.

Lese-Tipp: Grundwasserspiegel in Deutschland sinkt – was müssen wir tun?

Regenprognose für den Herbst durchaus optimistisch

Regen- und Temperaturprognosen für die kommenden 42 Tage in Berlin
Ob - wie hier - die längerfristige Vorhersage nach dem Europäischen Wettermodelle oder beim amerikanischen CFS-Modell: Regen bekommt zum Sommerende und im Herbst endlich mal wieder Chancen.

Das Gros der Langfristprognosen sieht aktuell für den Herbst 2022 ein anderes Bild als im Sommer 2022. Auch wenn der Herbst in Summe nicht so ein Regengigant ist, wie die gerne gewitterlastigen Sommermonate, so warten die experimentellen Wettermodelle doch momentan mit durchschnittlichen Regenmengen und weniger hitzigen Temperaturen auf.

Das wären für die Monate September, Oktober und November im landesweiten Durchschnitt um die 200 Liter pro Quadratmeter. Und auch wenn uns in Deutschland in Summe über die letzten Jahre sicherlich auch mal ein ganzer Jahresniederschlag fehlen dürfte, so wäre ein normal nasser Herbst auf jeden Fall schon mal ein guter Anfang.

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(bal)