Der neue Klimarisikoindex ist da
Klimakrise: Städte-Ranking hat überraschenden Spitzenreiter
Starkregen, Hitzewellen und Stürme nehmen in Deutschland immer mehr zu. Grund dafür ist die Klimakrise. Die Folgen verschärfen sich, doch nicht jede Region in Deutschland ist gleich stark betroffen.
Stadt ist nicht gleich Stadt
Wie stark die einzelnen Städte durch den Klimawandel gefährdet sind, ist regional sehr unterschiedlich. Das zeigt der neue Klimarisikoindex des Instituts der Deutschen Wirtschaft von 2026. Durch eine Modellrechnung wird das Klimarisiko für die städtische Infrastruktur im Jahr 20250 hochgerechnet. Die 400 untersuchten Kreise und kreisfreien Städte wurden auf einer Skala zwischen 0 und 10 eingeordnet. 0 steht dabei für ein geringes Risiko und 10 für ein hohes.
Zu den Folgen des Klimawandels zählen verstärkte Stürme, Starkregen, Hitze, Hagel oder Dürre. Da die Werte auf Hochrechnungen basieren, beschreiben sie Trends und liefern keine exakten Vorhersagen.

Regionen in Küsten- und Flussnähe besonders stark betroffen
Für die Hafenstadt Wilhelmshaven besteht das größte Risiko durch die Klimakrise. Bis 2050 soll der Wert von 5,7 auf 5,9 steigen. Am wenigsten gefährdet ist Kempten, eine Stadt im Allgäu. Da erhöht sich der Wert von 2,8 auf 3,1.
Städte, die direkt am Meer oder anderen Gewässern liegen, erleben häufig Hochwasser, Überschwemmungen oder Starkregen. In Innenstädten tritt dafür häufiger der Effekt der Wärmeinsel auf. Das bedeutet, dass die Temperaturen durch die dichte Bebauung der Städte bis zu 10 Grad höher sein können als im Umland, was vor allem für ältere und kranke Menschen zur Herausforderung werden kann. Solche Temperaturunterschiede wurden in Großstädten wie Berlin oder Köln gemessen.
Die drei größten Naturgefahren für Deutschland
Der Klimarisikoindex zeigt außerdem, dass
- Sturm
- Starkregen
- Hitzestress
die größten Risikofaktoren für uns sind. Bereits heute liegen alle 400 Kreise und kreisfreien Städte über dem Wert von 7,5 bei der Gefährdung durch Stürme. In den Kreisen Neu-Ulm, Lindau und Biberach wird die Gefahr am meisten steigen. Zusätzlich leidet bereits jede vierte Region unter Starkregen. Am deutlichsten nehmen bis 2050 die Hitzebelastungen zu. Dann werden 372 von 400 Regionen von Hitzestress betroffen sein.
Maßnahmen, um mit dem Klimawandel zu leben
Was macht man jetzt mit diesen Erkenntnissen? Wozu gibt es den Klimarisikoindex? Er kann einen Überblick darüber verschaffen, welche Regionen besonders viel Unterstützung durch Politik, Kommunen und Wirtschaft brauchen.
Viele Städte und Gemeinden setzen auch schon jetzt Maßnahmen um, um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Innenstädte versuchen zum Beispiel immer stärker, die ansteigende Hitze zu bekämpfen. Dafür werden neue Bäume gepflanzt oder kühlende Elemente wie Gründächer und Schattenplätze geschaffen. Um sich vor Hochwasser und Starkregen zu schützen, bauen Kommunen Deiche aus, legen Rückhaltebecken an und erweitern Überflutungsflächen. Solche Maßnahmen sollen Menschen und Gebäude besser schützen.



